Was ist Open Source Banking?
Open Source Banking bezeichnet den Einsatz von Banksoftware, deren Lizenz Einsicht, Änderung und Weitergabe des Quellcodes erlaubt. Das kann ein Kernbankensystem, eine Kreditanwendung, eine API oder ein Zahlungskonnektor sein. Offener Code ersetzt weder die Bankerlaubnis noch sicheren Betrieb, Support oder aufsichtsrechtliche Kontrollen.
Open Source Banking in Kürze
| Begriff | Open Source Banking: Banksoftware unter einer Lizenz, die Änderungen und Weitergabe des Quellcodes erlaubt. |
|---|---|
| Einsatz | Offene Komponenten können Kontoführung, Kredite, Schnittstellen oder Zahlungen unterstützen. Eine Bank kann sie selbst betreiben oder den Betrieb einkaufen. |
| Möglicher Vorteil | Mehrere qualifizierte Teams können Code prüfen und weiterentwickeln. Ob dadurch eine Anbieterbindung sinkt, hängt auch von Datenportabilität und Betriebswissen ab. |
| Risiko | Abhängigkeiten, Build-Prozesse, Updates und Transaktionsintegrität brauchen feste Verantwortliche. Öffentlicher Quellcode allein ist keine Sicherheitsprüfung. |
| Regeln | DORA gilt unabhängig von der Softwarelizenz. Bei externem Betrieb kommen Anforderungen an IKT-Drittdienstleister hinzu. |
| Vertiefung | Kernbankensysteme in Deutschland |
Wie funktioniert Open Source Banking?
Eine Bank oder ein Dienstleister übernimmt Software unter einer offenen Lizenz und betreibt eine geprüfte Version. Änderungen können intern entstehen oder bei einem Integrator beauftragt werden. Öffentliche Repositories zeigen Code und Fehlerhistorie; die Entscheidung über eine Produktivversion liegt dennoch bei der Bank.
Release-Management, Schwachstellenbehandlung, Tests, Datenmigration und Support bleiben Teil des Betriebs. Die Kontinuität der Maintainer ist bei einem kleinen Projekt besonders wichtig.
Wann verringert offener Code die Anbieterbindung?
Offener Code kann einer Bank ermöglichen, Schnittstellen und Produktregeln selbst anzupassen. Er kann auch eine technische Grundlage für Versuche mit neuen Bankdiensten sein. Eine Abhängigkeit bleibt jedoch bestehen, wenn nur ein Integrator das System versteht oder die Anwendung an proprietäres Hosting gebunden ist.
Der praktische Test lautet: Kann ein anderes qualifiziertes Team die gewählte Version bauen, betreiben und auf eine Alternative migrieren?
Welche Sicherheitsrisiken hat Open Source Banking?
Die Prüfung muss Bibliotheken, Build-Pipeline, Standardeinstellungen und Updategeschwindigkeit umfassen. Sichtbarer Quellcode erlaubt unabhängige Kontrollen, aber auch Angreifer können ihn lesen. Kleine Projekte haben mitunter keine langfristige Wartung.
Eine Bank sollte eine Software-Stückliste führen, Releases verifizieren und festlegen, wer Patches einspielt. Für ein Kernbankensystem kommen Kontrollen der Buchungslogik und Transaktionsintegrität hinzu.
Welche Regeln gelten für offene Banksoftware?
Die DORA-Verordnung regelt IKT-Risiken von EU-Finanzunternehmen unabhängig von der Lizenz. Ein Betreiber als Dienstleister muss vertraglich und operativ gesteuert werden. Bei personenbezogenen Daten gilt außerdem die DSGVO.
Open-Source-Lizenzen können Pflichten zu Hinweisen, Quellcode und Patenten enthalten. Sie müssen ebenso geprüft werden wie aufsichtsrechtliche Auslagerungsregeln.
Open Source Banking in Deutschland, Österreich und der Schweiz
BaFin, EZB, FMA und FINMA beurteilen den Bankdienst und seine Kontrollen, nicht die Öffentlichkeit des Repositories. Deutsche Banken können offene Komponenten einsetzen, wenn Zuständigkeiten, Sicherheit und Support geklärt sind. Für den Finanzplatz Frankfurt mit Banken und Aufsichtsbehörden ist Interoperabilität ein konkretes Betriebsthema.
Offene Software kann die Kontrolle über Systeme verbessern. Ob eine Bank wirklich unabhängig ist, zeigt sich erst an Betriebswissen, übertragbaren Daten und einer erprobten Ablösung.
Über Finance Loop: Open Source Banking
Finance Loop verbindet Bank-IT, Zahlungsverkehr und Kapitalmarkt mit Fachleuten für offene Software. In Frankfurt treffen Fragen zu Kernbankensystemen auf Banken, Dienstleister und die dort ansässige Aufsicht.
Die Seite über Kernbankensysteme in Deutschland ordnet Technik und Anforderungen ein. Bei den Veranstaltungen von Finance Loop kommen Menschen aus Finanzwirtschaft und Technologie ins Gespräch, auch über den Betrieb gemeinsamer Infrastruktur.