Die App zum digitalen Euro
Zum digitalen Euro kämen Sie über zwei Arten von App: die App Ihrer Bank oder Ihres Zahlungsanbieters und eine App, die das Eurosystem selbst bereitstellt. Die EZB gibt das Geld aus und führt keine Kundenkonten. Banken und Zahlungsanbieter behalten die Kundenbeziehung. Termine zu Zahlungsverkehr und digitalem Geld stehen im Kalender unten.
Zwei Zugänge: Banking-App und EZB-App
Banken und Zahlungsdienstleister würden den digitalen Euro als Funktion in ihre Apps einbauen. Das Konto für den digitalen Euro wäre mit dem Girokonto verknüpft, sodass bei einer Zahlung über dem Guthaben der Rest vom Girokonto kommt und Eingänge über dem Haltelimit dorthin zurückfließen. Haltelimit beim digitalen Euro beschreibt diesen Wasserfall.
Daneben baut das Eurosystem eine eigene App. Der Fortschrittsbericht beschreibt sie als europaweite Lösung für Online- und Offline-Zahlungen, die Verbraucher neben den Apps ihrer Anbieter nutzen können. Die Anmeldung läuft trotzdem über einen beaufsichtigten Anbieter, der Identität und Geldwäschepflichten prüft.
Geplante Funktionen der Digital-Euro-App
Die ersten Funktionen sind Zahlungen zwischen Personen, im Geschäft und online, per Kontaktlos und QR-Code. Die Offline-Funktion arbeitet von Handy zu Handy ohne Netz, damit auch bei Strom- oder Netzausfall gezahlt werden kann. Die EZB gestaltet die App für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, geringen Digitalkenntnissen oder Lernschwierigkeiten und will sie einfach bedienbar halten.
Auch wer kein Smartphone oder Konto hat, soll Zugang bekommen, etwa über eine Karte einer öffentlichen Stelle. Grundleistungen wären für Privatpersonen nach Artikel 17 des Kommissionsentwurfs kostenlos, Händler zahlten eine gedeckelte Gebühr.
Der Pilot
Im Juli 2026 wählte die EZB 36 Zahlungsdienstleister für einen Pilot (auf Englisch) aus mehr als 50 Bewerbern, darunter Deutsche Bank, UniCredit, BPCE, Revolut, Stripe und Adyen, insgesamt fünf aus Deutschland. Der Pilot beginnt im zweiten Halbjahr 2027, dauert ein Jahr und testet Zahlungen zwischen Personen und im Handel, online und offline, mit ausgewählten Händlern und Beschäftigten des Eurosystems. Gesetzliches Zahlungsmittel ist der digitale Euro im Pilot nicht, und die Öffentlichkeit kann ihn nicht nutzen.
Die EZB will den digitalen Euro ab 2029 ausgeben, wenn die Rechtsgrundlage bis Ende 2026 steht. Gesetz zum digitalen Euro beschreibt das Verfahren, digitale Wallets wie Apple Pay, Google Pay und Wero in Deutschland funktionieren.
Kommende Payments-Events in Deutschland
Gibt es eine App für den digitalen Euro?
Ja. Das Eurosystem entwickelt eine eigene App für Online- und Offline-Zahlungen, und Banken und Zahlungsanbieter können den digitalen Euro in ihren Apps anbieten. Sie wählen den Weg selbst.
Brauche ich ein Bankkonto für den digitalen Euro?
Der Zugang läuft über einen beaufsichtigten Zahlungsdienstleister. Die Pläne sehen Zugang ohne Bankkonto vor, etwa über öffentliche Stellen, und eine Karte für Menschen ohne Smartphone.
Ist die Wallet für den digitalen Euro die EUDI-Wallet?
Nein. Die App für den digitalen Euro hält Geld, die EU-Identitätswallet hält Identitätsdaten und Nachweise. Beide können bei der Anmeldung zusammenspielen, sind aber getrennte Produkte nach getrennten Gesetzen.
Die App zum digitalen Euro und Finance Loop
Finance Loop ist strategischer Partner der Digital Euro Association, Gastgeberin der Digital Euro Conference in Frankfurt, wo Banken und Zentralbanker besprechen, wie der digitale Euro zu den Kunden kommt. Finance Loop behandelt Wallets und Apps im Track Payments & digitales Geld.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.