Was ist Bitcoin?
Bitcoin ist eine digitale Währung, deren Zahlungen über ein Peer-to-Peer-Netz laufen, ohne Bank dazwischen. Ein öffentliches Kassenbuch, die Blockchain, verzeichnet jede Transaktion, und Miner sichern es per Proof of Work. Die Software begrenzt die Menge auf 21 Millionen Bitcoin. Im EU-Recht ist Bitcoin ein Kryptowert nach MiCA.
Bitcoin im Überblick
| Begriff | Bitcoin, das Netz, und Bitcoin, die Einheit. Die kleinste Einheit ist der Satoshi, kurz Sat: 1 Bitcoin hat 100.000.000 Satoshi. Englisch: Bitcoin. |
|---|---|
| Ursprung | Whitepaper Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System von Satoshi Nakamoto. Die erste Spezifikation und der Machbarkeitsnachweis erschienen 2009 (bitcoin.org). |
| Konsensregel | Proof of Work |
| Eine Zahl | Es wird höchstens 21 Millionen Bitcoin geben. |
| EU-Recht | Ein Kryptowert nach Art. 3 Abs. 1 Nr. 5 der Verordnung (EU) 2023/1114 (MiCA), weder E-Geld-Token noch vermögenswertreferenzierter Token. MiCA gilt seit dem 30. Dezember 2024 (Art. 149 Abs. 2). |
| Aufsicht | BaFin in Deutschland, FMA in Österreich, FINMA in der Schweiz, jeweils für die Firmen, die Bitcoin-Dienste anbieten. |
Wie funktioniert Bitcoin?
Bitcoin verlegt die Kontoführung einer Zahlung von der Bank in ein Kassenbuch, das jeder Knoten des Netzes hält. Im klassischen Finanzwesen führt eine Bank oder ein Kartensystem die Konten. Das Whitepaper nennt dieses Modell als Ausgangspunkt: Der Onlinehandel stütze sich fast ausschließlich auf Finanzinstitute, die als vertrauenswürdige Dritte elektronische Zahlungen abwickeln. Es schlägt ein elektronisches Zahlungssystem vor, das auf kryptografischen Beweisen beruht.
Eine Bitcoin-Transaktion funktioniert über digitale Signaturen. Der Eigentümer signiert einen Hash der vorherigen Transaktion und den öffentlichen Schlüssel des nächsten Eigentümers. Das Netz arbeitet dann in sechs Schritten, die das Whitepaper beschreibt:
- Neue Transaktionen gehen an alle Knoten.
- Jeder Knoten sammelt neue Transaktionen in einem Block.
- Jeder Knoten sucht einen Proof of Work für seinen Block.
- Der Knoten, der ihn findet, sendet den Block an alle.
- Die Knoten nehmen den Block nur an, wenn alle Transaktionen darin gültig und noch nicht ausgegeben sind.
- Die Knoten bauen den nächsten Block darauf auf.
Einfach erklärt heißt das: Die längste Kette von Blöcken ist das gültige Register, und eine Münze, die darin ausgegeben wurde, lässt sich kein zweites Mal ausgeben.
Was ist Bitcoin-Mining, und wer sind die Miner?
Beim Bitcoin-Mining, auf Deutsch auch Schürfen, konkurrieren Computer darum, den nächsten Block anzuhängen, und erhalten dafür neue Bitcoin. Bitcoin-Miner sind die Betreiber dieser Computer. Der Proof of Work besteht laut Whitepaper darin, einen Wert zu suchen, dessen Hash, etwa mit SHA-256, mit einer bestimmten Zahl von Null-Bits beginnt. Den Wert zu finden kostet viele Versuche, ihn zu prüfen nur einen Hash.
Die Schwierigkeit folgt laut Whitepaper einem gleitenden Durchschnitt, der eine bestimmte Zahl von Blöcken pro Stunde anpeilt. Im Schnitt entsteht so etwa alle 10 Minuten ein Block (bitcoin.org). Die erste Transaktion jedes Blocks schafft neue Coins für den Miner, und auch die Gebühren der Transaktionen im Block gehen an ihn. Wer einen alten Block ändern will, muss dessen Proof of Work und den aller späteren Blöcke neu erbringen.
Warum gibt es höchstens 21 Millionen Bitcoin?
Die Menge ist auf 21 Millionen begrenzt, weil die Software neue Coins in sinkendem Tempo ausgibt, bis diese Summe erreicht ist. Die FAQ von bitcoin.org: „Die Anzahl neuer Bitcoins, die jedes Jahr erzeugt werden, wird mit der Zeit automatisch halbiert, bis die Generierung bei einer Gesamtsumme von 21 Millionen existierender Bitcoins komplett eingestellt wird.“ Diesen Schritt nennt man Bitcoin-Halving.
Nach der letzten Münze werden Miner nur noch aus Transaktionsgebühren bezahlt. Das Whitepaper sah das vor: Sobald eine festgelegte Zahl von Coins im Umlauf ist, kann die Belohnung ganz auf Transaktionsgebühren übergehen. Zahlungen unter einem Bitcoin laufen in Sats, mit bis zu 8 Nachkommastellen.
Wer betreibt das Bitcoin-Netz, und ist Bitcoin dezentral?
Kein Unternehmen betreibt das Bitcoin-Netz. Nutzer und Miner betreiben es, und in diesem Sinn ist Bitcoin dezentral. Die FAQ von bitcoin.org vergleicht es mit E-Mail: „Niemand besitzt das Bitcoin-Netzwerk, ebenso wenig wie jemand die Technik hinter der E-Mail besitzt.“ Entwickler können keine Regeländerung erzwingen, weil jeder Nutzer selbst wählt, welche Software er betreibt.
Die Grenze dieses Modells steht im Whitepaper: Das System ist sicher, solange ehrliche Knoten zusammen mehr Rechenleistung kontrollieren als jede kooperierende Gruppe von Angreifern.
Was für ein Vermögenswert ist Bitcoin im EU-Recht?
Im EU-Recht ist Bitcoin ein Kryptowert. Nach der Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA, auch MiCAR) gehört er zu den Kryptowerten, die weder vermögenswertreferenzierte Token noch E-Geld-Token sind. MiCA definiert einen Kryptowert als digitale Darstellung eines Werts oder Rechts, die sich mit Distributed-Ledger-Technologie oder ähnlicher Technik elektronisch übertragen und speichern lässt (Art. 3 Abs. 1 Nr. 5).
Bitcoin ist kein Stablecoin. Ein E-Geld-Token oder ein vermögenswertreferenzierter Token soll durch Bezug auf eine Währung oder andere Vermögenswerte einen stabilen Wert halten (Art. 3 Abs. 1 Nr. 6 und 7); Bitcoin erhebt diesen Anspruch nicht. Bitcoin hat auch keinen identifizierbaren Emittenten. Nach Erwägungsgrund 22 von MiCA fallen solche Kryptowerte nicht unter die Titel II, III und IV, wohl aber die Firmen, die Dienstleistungen dafür erbringen.
Bitcoin in Deutschland, Österreich und der Schweiz
In Deutschland und Österreich gilt MiCA unmittelbar, und die Pflichten treffen die Dienstleister: Börsen und Verwahrer für Bitcoin brauchen eine Zulassung nach Artikel 59. Die BaFin zählt zu den übrigen Token unter MiCA „gängige Kryptowerte wie Bitcoin und Ethereum“ (BaFin, 1. Juli 2024). In Deutschland führt die BaFin die Aufsicht.
Institutionelle Kunden können Kryptowerte in Deutschland auch an einer Börse handeln. Die Deutsche Börse mit Sitz in Frankfurt betreibt seit dem 5. März 2024 die Deutsche Börse Digital Exchange (DBDX), eine regulierte Spot-Plattform für den Handel mit Kryptowerten; Abwicklung und Verwahrung übernimmt die Crypto Finance (Deutschland) GmbH mit vier Lizenzen der BaFin (Deutsche Börse, 5. März 2024). Seit dem 11. März 2025 können Kunden von Clearstream Bitcoin in ihren Clearstream-Konten verwahren und abwickeln, mit derselben deutschen Firma als Unterverwahrer (Deutsche Börse, 11. März 2025).
In Österreich ist die FMA die zuständige Behörde für Anbieter von Krypto-Dienstleistungen und nennt Bitcoin als Beispiel für einen Kryptowert (FMA, 7. August 2024).
Die Schweiz gehört nicht zur EU, MiCA gilt dort nicht. Nach der ICO-Wegleitung der FINMA vom 16. Februar 2018 müssen Zahlungs-Token die Regeln gegen Geldwäscherei einhalten, und die FINMA behandelt sie nicht als Effekten. Das entspreche ihrer bisherigen Praxis, etwa bei Bitcoin und Ether. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.
Quellen
- Satoshi Nakamoto: Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System, Whitepaper, veröffentlicht auf bitcoin.org
- bitcoin.org: Häufig gestellte Fragen, abgerufen am 29. September 2026
- BaFin: Neue Spielregeln für einen neuen Markt, BaFinJournal, 1. Juli 2024
- Deutsche Börse: Deutsche Börse launches regulated spot platform for crypto assets, Pressemitteilung, 5. März 2024
- Deutsche Börse: Deutsche Börse Group provides institutional clients access to crypto assets via Clearstream, Pressemitteilung, 11. März 2025
- FMA: FMA takes over supervision of crypto-asset service providers in Austria, 7. August 2024
- FINMA: FINMA publishes ICO guidelines, 16. Februar 2018
- Europäische Union: Verordnung (EU) 2023/1114 über Märkte für Kryptowerte, 31. Mai 2023
Über Finance Loop: Bitcoin
Bei Finance Loop treffen sich Vermögensverwalter, Berater und Bankmitarbeiter, die Bitcoin für ihre Kunden beurteilen müssen. In Frankfurt können Kunden von Clearstream, einem Teil der Gruppe Deutsche Börse, seit dem 11. März 2025 Bitcoin in ihren bestehenden Clearstream-Konten halten und abwickeln.
Finance Loop ist Gründungsmitglied des Bitcoin Bundesverbands, der am 26. September 2024 in Berlin gegründet wurde. Die eintägige Masterclass Bitcoin for Investors auf Deutsch behandelt Portfolio-Allokation und Verwahrmodelle. Sie findet in Frankfurt, München und Berlin statt.