KYC vs. AML: Was ist der Unterschied?

KYC (Know your Customer) ist die Kundenprüfung innerhalb der Geldwäscheprävention: Die Bank identifiziert den Kunden, ermittelt den wirtschaftlich Berechtigten und klärt den Zweck des Kontos. AML (Anti-Money Laundering) sind alle Pflichten gegen kriminelles Geld, von KYC über die Überwachung der Transaktionen bis zu Meldungen an die zentrale Meldestelle (FIU).

KYC und AML im Überblick

BegriffeKYC, Know your Customer. Das Gesetz spricht von Sorgfaltspflichten gegenüber Kunden (CDD). AML, Anti-Money Laundering, auf Deutsch Geldwäscheprävention.
Geltendes RechtNationale Gesetze: das Geldwäschegesetz (GwG) in Deutschland, das Finanzmarkt-Geldwäschegesetz (FM-GwG) in Österreich. Das FM-GwG setzt die Richtlinie (EU) 2015/849 um.
Neues EU-RegelwerkVerordnung (EU) 2024/1624 (AMLR), gilt ab 10. Juli 2027 (Artikel 90).
EU-BehördeAMLA, Verordnung (EU) 2024/1620, Sitz in Frankfurt am Main (Artikel 4), gilt seit 1. Juli 2025 (Artikel 108).
AufsichtBaFin in Deutschland (§ 50 GwG), FMA in Österreich (§ 25 FM-GwG), FINMA in der Schweiz.
SchwellenwerteArtikel 19 AMLR: Sorgfaltspflichten bei gelegentlichen Transaktionen ab 10.000 Euro, bei Krypto-Dienstleistern ab 1.000 Euro.

Was ist der Unterschied zwischen KYC und AML?

KYC ist ein Teil von AML. KYC klärt, wer der Kunde ist, wem er gehört, wer ihn kontrolliert und wofür das Konto dient. AML fragt, ob das Geld, das später über das Konto fließt, zu diesem Bild passt, und legt fest, was die Bank tut, wenn nicht.

AspektKYCAML
FrageWer ist der Kunde, wer der wirtschaftlich Berechtigte?Könnte dieser Kunde oder diese Zahlung Erträge aus Straftaten oder Terrorfinanzierung enthalten?
Pflichten in der AMLRSorgfaltspflichten, Artikel 20; Identifizierungsdaten, Artikel 22KYC plus unternehmensweite Risikobewertung (Artikel 10), Compliance-Funktionen (Artikel 11) und Verdachtsmeldungen (Artikel 69)
WannBeim Onboarding und in der laufenden ÜberwachungFür die ganze Geschäftsbeziehung und jede Transaktion
ErgebnisEine Kundenakte mit geprüften DatenMeldungen an die FIU; angehaltene Transaktionen nach Artikel 71

Was prüft KYC bei Banken?

Die KYC-Prüfung bei Banken umfasst, was Artikel 20 AMLR als Sorgfaltspflichten aufzählt. Die Bank identifiziert den Kunden und prüft seine Identität. Sie ermittelt die wirtschaftlich Berechtigten und versteht die Eigentums- und Kontrollstruktur. Sie klärt Zweck und Art der Geschäftsbeziehung, gleicht Kunden und Eigentümer mit gezielten finanziellen Sanktionen ab und prüft, ob sie politisch exponierte Personen sind. Danach überwacht sie die Geschäftsbeziehung.

Für die KYC-Prüfung einer natürlichen Person nennt Artikel 22 die Mindestdaten: alle Vor- und Nachnamen, Geburtsort und vollständiges Geburtsdatum, Staatsangehörigkeiten und den gewöhnlichen Wohnsitz. KYC und CDD meinen dieselben Prüfungen: KYC ist der Begriff der Branche, Sorgfaltspflichten der des Gesetzes. Das deutsche Geldwäschegesetz nennt dieselben allgemeinen Pflichten in § 10, von der Identifizierung des Vertragspartners bis zur laufenden Überwachung. Die Anforderungen an KYC steigen mit dem Risiko, von vereinfachten Maßnahmen (Artikel 33) bis zu verstärkten bei höherem Risiko (Artikel 34).

Was ist AML bei Banken?

AML ist bei Banken das Programm, das kriminelles Geld aus der Bank heraushält und meldet, wenn es doch hineinkommt. Die Vorschriften zur Geldwäscheprävention verpflichten eine Bank, der FIU von sich aus zu melden, wenn sie weiß, vermutet oder begründeten Verdacht hat, dass Gelder aus Straftaten stammen, und zwar unabhängig vom Betrag (Artikel 69 AMLR).

Die Überwachung läuft über Software. Nach § 25h Absatz 2 des Kreditwesengesetzes müssen Kreditinstitute Datenverarbeitungssysteme betreiben, die ungewöhnlich komplexe oder große Transaktionen erkennen und solche ohne erkennbaren wirtschaftlichen Zweck. AML und KYC arbeiten bei Banken also zusammen: KYC erstellt das Kundenprofil, und die AML-Überwachung vergleicht jede Zahlung damit.

Was ändern das EU-Geldwäschepaket und die AMLA?

Ab dem 10. Juli 2027 stehen die KYC- und AML-Pflichten der Banken in einer EU-Verordnung. Die AMLR gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat (Artikel 90), Banken in Deutschland und Österreich lesen ihre Pflichten also in der Verordnung selbst. Sie begrenzt außerdem Barzahlungen für Waren und Dienstleistungen auf 10.000 Euro (Artikel 80).

Die AMLA, die Behörde zur Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung, sitzt in Frankfurt am Main. Sie bewertet Kredit- und Finanzinstitute, die in mindestens sechs Mitgliedstaaten tätig sind (Artikel 12). Institute mit hohem Restrisiko werden ausgewählte Verpflichtete unter ihrer direkten Aufsicht (Artikel 13). Nach Erwägungsgrund 86 soll die direkte Aufsicht ab 2028 beginnen.

Was ist KYC bei Krypto?

KYC bei Krypto sind dieselben Sorgfaltspflichten, angewandt von Krypto-Dienstleistern wie Börsen und Verwahrern. Die Verordnung (EU) 2023/1113 hat Krypto-Dienstleister in den Kreis der Finanzinstitute der Richtlinie (EU) 2015/849 aufgenommen (Artikel 38). Nach der AMLR prüft ein Krypto-Anbieter gelegentliche Transaktionen ab 1.000 Euro, während die allgemeine Schwelle bei 10.000 Euro liegt (Artikel 19).

Krypto-KYC speist auch die Travel Rule. Bei jedem Transfer übermittelt der Krypto-Dienstleister des Auftraggebers dessen Namen und Distributed-Ledger-Adresse sowie Anschrift, Ausweisnummer und Kundennummer oder Geburtsdatum und Geburtsort (Verordnung (EU) 2023/1113, Artikel 14). Eine Kryptobörse ohne KYC-Daten kann diese Felder nicht füllen.

KYC und AML in Deutschland, Österreich und der Schweiz

In Deutschland regelt das Geldwäschegesetz die KYC-Pflichten (§ 10). Die BaFin beaufsichtigt danach Kreditinstitute, Zahlungsinstitute und Krypto-Dienstleister (§ 50). In Österreich gilt das FM-GwG, und die FMA überwacht die Einhaltung dieses Gesetzes und der Verordnung (EU) 2023/1113 (§ 25). Beide Länder wechseln am 10. Juli 2027 zur AMLR.

Die AMLA, die neue EU-Behörde für Geldwäscheprävention, arbeitet im MesseTurm in Frankfurt am Main. Sie wurde am 26. Juni 2024 errichtet und nahm im Sommer 2025 den Betrieb auf. Laut ihrem Zeitplan wählt sie im Jahr 2027 vierzig Verpflichtete für die direkte Aufsicht aus, die 2028 beginnt (AMLA).

Die Schweiz gehört nicht zur EU, AMLR und AMLA gelten dort nicht. Das Schweizer Geldwäschereigesetz verpflichtet Finanzintermediäre, die Identität der Vertragspartei zu prüfen und den wirtschaftlich Berechtigten festzustellen. Die FINMA beaufsichtigt danach Banken, Wertpapierhäuser und Versicherer; Banken folgen zudem der Vereinbarung über die Standesregeln zur Sorgfaltspflicht der Banken (VSB 20). Diese Seite ist keine Rechtsberatung.

Quellen

Über Finance Loop: KYC und AML

Finance Loop ist der Treffpunkt für Geldwäschebeauftragte und KYC-Analysten in Banken, Zahlungsinstituten und bei Kryptodienstleistern. Finance Loop verbindet die Finanz-, IT- und KI-Communities in Frankfurt, dem Sitz der EU-Geldwäschebehörde AMLA, die im Sommer 2025 ihre Arbeit aufgenommen hat.

Bei When Banks Say 'No', einem Seminar zum Zahlungsverkehr in Frankfurt mit Unterstützung von Finance Loop, spricht Dr. Julia Pfeil von Dentons über Zahlungen unter Sanktions- und Geldwäscherecht.

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