Was ist RegTech?

RegTech (Regulatory Technology, regulatorische Technologie) ist Technologie, mit der Banken und andere beaufsichtigte Unternehmen ihre Aufsichts-, Compliance- und Meldepflichten erfüllen, etwa Software für die Prüfung neuer Kunden oder das Transaktionsmonitoring gegen Geldwäsche. SupTech (Supervisory Technology) ist dieselbe Art Technologie in der Hand der Aufsicht.

RegTech im Überblick

BegriffeRegTech, Regulatory Technology; SupTech, Supervisory Technology. Deutsch: RegTech, SupTech.
DefinitionEBA-Analyse zu RegTech im EU-Finanzsektor, EBA/REP/2021/17, Juni 2021.
SegmenteAML/CFT, Betrugsprävention, aufsichtliches Meldewesen, IKT-Sicherheit, Bonitätsprüfung (EBA).
Einsatz in Banken75 % von 59 Banken im EBA-Risikofragebogen vom Frühjahr 2021 nutzten RegTech, 80 % davon für AML/CFT.
RechtsgrundlageKein eigenes Gesetz. Die Tools erfüllen bestehende Pflichten, etwa die Überwachungssysteme nach § 25h Abs. 2 Kreditwesengesetz.
AufsichtBaFin, FMA und FINMA beaufsichtigen die Unternehmen, die die Tools einsetzen.

Was bedeutet RegTech im Bankwesen?

Im Bankwesen bedeutet RegTech Software für Aufgaben, die das Gesetz vorschreibt. Die Bedeutung folgt der Definition der EBA: jede technologiegestützte Innovation für Aufsichts-, Compliance- und Meldeanforderungen, die ein beaufsichtigtes Institut umsetzt, mit oder ohne Hilfe eines RegTech-Anbieters.

In der ganzen Bankbranche haben viele dieser Pflichten einen technischen Kern. § 25h Abs. 2 KWG verpflichtet Kreditinstitute, Datenverarbeitungssysteme zu betreiben, die Geschäftsbeziehungen und Zahlungen erkennen, wenn sie ungewöhnlich komplex oder groß sind oder keinen erkennbaren wirtschaftlichen oder rechtmäßigen Zweck haben. Eine Bank kann ein solches System selbst bauen oder kaufen. So oder so ist es RegTech.

Wofür werden RegTech-Lösungen eingesetzt?

RegTech-Lösungen dienen vor allem der Geldwäscheprävention. Für RegTech in Europa ist die EBA-Umfrage die wichtigste Datenquelle. Von den Banken, die im Frühjahr 2021 RegTech nutzten, hatten 80 % Lösungen für AML/CFT, 55 % für Betrugsprävention, 36 % für das aufsichtliche Meldewesen, 25 % für die Bonitätsprüfung und 23 % für IKT-Sicherheit.

Beispiele aus diesen Segmenten sind der Abgleich mit Sanktionslisten, Transaktionsmonitoring, automatisch erstellte Aufsichtsmeldungen und Kreditprüfungen. KI-Tools für RegTech lernen Muster aus Daten, etwa um auffällige Zahlungen zu markieren. Als Hauptnutzen nannten die Banken bessere Überwachung und Stichproben sowie weniger menschliche Fehler. Zu den Compliance-Risiken warnt die EBA: Schlecht eingeführte Tools können Compliance-, Konzentrations- und IKT-Risiken schaffen, und der Aufsicht fehlt womöglich das Wissen, die Algorithmen zu prüfen.

Was ist SupTech?

SupTech ist Technologie, die Behörden für Regulierung, Aufsicht und Überwachung nutzen. Das Financial Stability Board beschreibt RegTech als Fintech für die Aufsichts-, Compliance- und Meldepflichten beaufsichtigter Institute und SupTech als Fintech, das Behörden für Regulierung, Aufsicht und Überwachung einsetzen (FSB, 9. Oktober 2020).

Das Financial Stability Institute der BIZ fand SupTech in zwei Bereichen: Datenerhebung und Datenanalyse (FSI Insights Nr. 9, 16. Juli 2018). In der FSB-Umfrage waren Meldewesen und Datenmanagement die häufigsten Anwendungen, und künstliche Intelligenz war das am häufigsten eingesetzte SupTech-Werkzeug.

RegTech vs. SupTech: Was ist der Unterschied?

RegTech und SupTech unterscheiden sich darin, wer das Werkzeug nutzt. Eine Aufsichtsmeldung kann beide durchlaufen: Die Bank erstellt sie mit RegTech, die Aufsicht wertet sie mit SupTech aus.

AspektRegTechSupTech
NutzerBanken, Versicherer, Wertpapier- und ZahlungsinstituteAufsichtsbehörden und Zentralbanken
ZweckAufsichts-, Compliance- und Meldepflichten erfüllenDaten für die Aufsicht erheben und auswerten
Typischer EinsatzAML/CFT-Monitoring, BetrugspräventionMeldewesen, Datenmanagement
HauptquelleEBA, Juni 2021FSB, Oktober 2020; BIZ FSI, Juli 2018

Was ist ein RegTech-Unternehmen?

Ein RegTech-Unternehmen verkauft solche Tools an beaufsichtigte Unternehmen. Das FSB zählt RegTech zu Fintech: RegTech ist Fintech für Compliance. Darin liegt der Unterschied zwischen beiden. Fintech umfasst jede technologiegestützte Innovation bei Finanzdienstleistungen, RegTech nur den Teil für Aufsichts- und Compliance-Pflichten. Beispiele für RegTech-Unternehmen sind Anbieter von Software für Sanktionslisten-Screening, Transaktionsmonitoring oder Meldewesen.

Kauft eine Bank in der EU ein RegTech-Tool, kauft sie eine IKT-Dienstleistung. Nach Artikel 28 Abs. 3 des Digital Operational Resilience Act (DORA) führt sie ein Informationsregister über alle Verträge mit IKT-Drittdienstleistern. Für ihre Compliance bleibt die Bank verantwortlich, auch wenn ein Anbieter das Tool betreibt (Artikel 28 Abs. 1).

RegTech in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Für RegTech in Deutschland schreibt das Gesetz die Überwachung vor, aber kein Werkzeug. § 25h Abs. 2 KWG verlangt die Überwachungssysteme, und die BaFin kann Kriterien festlegen, nach denen ein Kreditinstitut auf sie verzichten darf. Die EU-Behörde zur Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung (AMLA) hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Sie arbeitet seit Sommer 2025, wählt im Lauf des Jahres 2027 die 40 Verpflichteten aus, die sie direkt beaufsichtigen wird, und beginnt damit 2028. Das österreichische Recht nennt die Technologie beim Namen: § 7a Finanzmarkt-Geldwäschegesetz erlaubt Transaktionsmonitoring „unter Verwendung eines auf künstlicher Intelligenz oder anderen fortschrittlichen Technologien basierenden Ansatzes“, wenn die Voraussetzungen des Absatzes 2 erfüllt sind. Die FMA überwacht die Einhaltung (§ 25).

In der Schweiz behandelt die FINMA-Aufsichtsmitteilung 08/2024 vom 18. Dezember 2024 Governance und Risikomanagement beim Einsatz künstlicher Intelligenz (KI). Sie nennt Modellrisiken wie mangelnde Robustheit, Korrektheit oder Erklärbarkeit und Verzerrungen. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.

Quellen

Über Finance Loop: RegTech

Finance Loop ist der Treffpunkt für Compliance-Teams in Banken und für RegTech-Firmen, die Software für Sanktionsscreening, Transaktionsmonitoring und Meldewesen bauen. Finance Loop verbindet die Finanz-, IT- und KI-Communities in Frankfurt, wo die AMLA 2027 40 Verpflichtete für ihre direkte Aufsicht ab 2028 auswählt.

Dr. Jochen Biedermann aus dem Advisory Board von Finance Loop sitzt im Board von Eastnets, einem Anbieter von Technik für Compliance, Zahlungsschutz und Betrugsabwehr. Außerdem ist er Managing Director der World Alliance of International Financial Centers (WAIFC).

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