Finanzplatzkabinett Hessen
Das Finanzplatzkabinett Hessen bringt Landesregierung und Finanzwirtschaft zusammen, um die Entwicklung des Finanzplatzes Frankfurt zu besprechen. Das Gremium berät über Standortvorschläge, stimmt Schwerpunkte ab und begleitet die Arbeit an einer gemeinsamen Strategie. Das Finanzplatzkabinett koordiniert den Austausch zwischen Politik und Branche; die Finanzaufsicht bleibt bei den zuständigen Behörden.
Beim ersten Treffen des Finanzplatzkabinetts vereinbarten die Beteiligten einen dauerhaften Austausch. Das zweite Treffen verabschiedete die Finanzplatzstrategie und eine Charta der Zusammenarbeit. Damit erhielt der Austausch gemeinsame Arbeitsfelder und Regeln für die Kooperation.
Politik und Finanzwirtschaft
Ministerpräsident Boris Rhein leitete das erste Treffen des Finanzplatzkabinetts. Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori und Finanzminister Alexander Lorz nahmen ebenso teil wie führende Vertreter der Finanzwirtschaft. Neben der Diskussion über den Standort stand ein gemeinsamer Beschluss zur weiteren Arbeit auf der Tagesordnung.
Das Finanzplatzkabinett verbindet wirtschafts- und finanzpolitische Fragen mit Erfahrungen aus der Branche. Kapitalversorgung, regulatorische Bedingungen und Forschungskooperationen betreffen mehrere Institutionen. Der regelmäßige Austausch bietet den Beteiligten einen Rahmen, um solche Zusammenhänge zu besprechen und Fortschritte zu prüfen. Die einzelnen Organisationen behalten dabei ihre Zuständigkeiten.
Von Vorschlägen zur Strategie
Beim ersten Treffen übergab die Taskforce Finanzplatz ein Positionspapier. Der gemeinsame Beschluss sah eine langfristige Strategie mit messbaren Zielen und Maßnahmen vor. Auch die Erwartungen an die beteiligten Organisationen sollten konkret benannt werden, damit aus Vorschlägen nachvollziehbare Aufgaben entstehen können.
Die Finanzplatzstrategie Frankfurt legt die inhaltlichen Schwerpunkte fest. Die Charta der Zusammenarbeit beschreibt, wie Unterstützer gemeinsam arbeiten. Das Kabinett bildet den Rahmen für den Austausch und die politische Abstimmung. Gremium, Strategie und Charta haben somit unterschiedliche Aufgaben.
Sechs Arbeitsfelder
Die Strategie umfasst sechs Arbeitsfelder: Standortbedingungen, Risiko und Regulatorik, Innovation und Start-ups, Sustainable Finance, Wissenschaft und Bildung sowie Marketing und Kommunikation. Kapitalmarktfinanzierung und Investitionsbedingungen stehen neben Technologie und Forschung. Die Schwerpunkte betreffen das bestehende Finanzgeschäft ebenso wie Vorschläge für neue Projekte. Mehrere Arbeitsfelder greifen ineinander, etwa wenn Forschungswissen für die praktische Anwendung in Unternehmen genutzt werden soll.
Ein Beispiel ist die finanzielle Bildung: Beim zweiten Treffen ging es um eine geplante Lern-App für Schulen in Hessen, an der Finanzministerium, Goethe-Universität und Kultusministerium mitwirken sollen. Die Finanzbildungs-App wurde als Vorschlag besprochen, ihre Veröffentlichung muss noch bestätigt werden.
Maßnahmen und politische Positionen
Die Strategie unterscheidet zwischen Maßnahmen, die Beteiligte selbst umsetzen können, und Forderungen an andere Entscheidungsträger. Forschungskooperationen, Unterstützung für Start-ups und gemeinsame Kommunikation können vor Ort entstehen. Änderungen an Bundes- oder Europapolitik liegen bei den jeweils zuständigen Institutionen.
Das Finanzplatzkabinett verbindet deshalb Standortarbeit mit Interessenvertretung über Hessen hinaus. Der erste Beschluss unterstützte die Weitergabe von Finanzplatzvorschlägen an Bundesregierung und Europäische Kommission. Das Gremium bringt Positionen über die regulären politischen und rechtlichen Verfahren ein; die Zuständigkeit für europäische Finanzregeln bleibt bei den verantwortlichen Institutionen.
Koordination und Fortschritte
Der erste Beschluss sah für Frankfurt Main Finance eine wichtige koordinierende Rolle vor. Zu den Vorschlägen gehörten eine Stärkung der Geschäftsstelle, Kapazitäten für das Projektmanagement und eine engere Abstimmung mit anderen Finanzplatzinitiativen. Das Kabinett sollte die Fortschritte der Taskforce begleiten und die Strategie verabschieden.
Nach der Charta bleiben Unterstützer eigenständig und entscheiden gesondert über Finanzierung, Positionspapiere und einzelne Projekte. Der Finanzplatzbericht behandelt die Entwicklung Frankfurts gesondert. Ein Strategiepapier oder Beschluss allein belegt nicht, dass sämtliche vorgeschlagenen Maßnahmen bereits umgesetzt sind.
Der Finanzplatz und Finance Loop
Frankfurt Main Finance ist strategischer Partner von Finance Loop. Finance Loop ist Mitglied des Verbands und hat gemeinsam mit ihm Veranstaltungen wie das Sibos-Side-Event zu neuen Technologien ausgerichtet.
Finance Loop und Frankfurt Main Finance bringen Finanzfachleute auch bei gemeinsamen Veranstaltungen zusammen. Die Digital Finance Night behandelt institutionelle Anwendungen digitaler Vermögenswerte. Das Side-Event Emerging Finance zur AI Week Frankfurt widmet sich dem Einsatz von KI und der Tokenisierung im Finanzwesen. Die Zusammenarbeit umfasst außerdem weitere Aktivitäten, bei denen sich Finance Loop und Frankfurt Main Finance gegenseitig unterstützen.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk, das die institutionelle Nutzung neuer Technologien in der Finanzwirtschaft fördert. Finance Loop unterstützt seine Mitglieder beim Aufbau von Wissen und persönlichen Kontakten im Bereich Investment & digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risiko & Compliance.
Fotos: Basti Wöhl / Hessische Staatskanzlei; Salome Roessler / Hessische Staatskanzlei