Der Kapitalmarkt in Frankfurt

In Frankfurt sitzt die Deutsche Börse mit der Frankfurter Wertpapierbörse, Xetra und Eurex, dazu die Teams für Equity und Debt Capital Markets der großen Banken. Wer hier Aktien oder Anleihen begibt, folgt den EU-Regeln für Prospekt und Handel. Finance-Loop-Events für Kapitalmarktleute stehen im Kalender unten.

Was Kapitalmarkt bedeutet, einfach erklärt

Am Kapitalmarkt beschaffen sich Unternehmen und Staaten langfristiges Geld, indem sie Aktien und Anleihen verkaufen; Anleger handeln diese Wertpapiere danach untereinander. Ein Unternehmen, das Geld für zehn Jahre braucht, kann einen Bankkredit aufnehmen oder Wertpapiere öffentlich anbieten; der zweite Weg führt über den Kapitalmarkt. In den Banken teilt sich die Arbeit genauso: Teams für Equity Capital Markets (ECM) begleiten Aktienemissionen wie einen Börsengang, Teams für Debt Capital Markets (DCM) begleiten Anleiheemissionen.

In Deutschland ballt sich diese Arbeit in Frankfurt, weil hier die wichtigste Börse des Landes steht. Die Gruppe Deutsche Börse mit Sitz in Frankfurt betreibt die Frankfurter Wertpapierbörse (FWB), kurz Börse Frankfurt, eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Ihre Handelsüberwachungsstelle überwacht den Handel, die Börsenaufsichtsbehörde des Landes Hessen beaufsichtigt die Börse.

Xetra, Eurex und die Banken dahinter

Xetra, der elektronische Handelsplatz der Frankfurter Wertpapierbörse, den die Deutsche Börse 1997 einführte, wickelt den weitaus größten Teil des Aktienhandels an deutschen Börsen ab und liefert die Preise für den DAX, den Index der größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands. Eurex, die Terminbörse der Gruppe, gehört zu den größten Börsen Europas für Futures und Optionen. Clearstream, die Nachhandelssparte, wickelt die dort gehandelten Wertpapiere ab und verwahrt sie.

Deutsche Bank und Commerzbank, die beiden größten Privatbanken des Landes, führen ihre Kapitalmarkt-Desks aus den Frankfurter Zentralen und begleiten Aktien- und Anleiheemissionen für Firmenkunden. DWS Group und Union Investment, die größten Fondsgesellschaften der Stadt, sitzen auf der Käuferseite desselben Marktes und entscheiden, in welche Emissionen sie für Sparer investieren.

EU-Kapitalmarktrecht für Emission und Handel

Wer in der EU Wertpapiere öffentlich anbietet, braucht einen Prospekt nach der Prospektverordnung (EU) 2017/1129, die seit 2019 gilt und festlegt, was das Dokument offenlegen muss. Der Handel folgt MiFID II: Die Richtlinie kennt als Handelsplätze den geregelten Markt, das multilaterale und das organisierte Handelssystem und legt Verhaltensregeln für die Firmen fest, die dort handeln. An der Frankfurter Wertpapierbörse ist der Regulierte Markt das geregelte Segment. Die BaFin verfolgt auf Bundesebene Verdachtsfälle von Insiderhandel und Marktmanipulation, zusammen mit den Börsenaufsichten der Länder.

Die Europäische Kommission will diese Märkte seit 2015 mit der Kapitalmarktunion vertiefen, die 2025 zur Spar- und Investitionsunion (SIU) erweitert wurde. Ihr Ausgangspunkt: Rund 70 % der Ersparnisse privater Haushalte in der EU, geschätzt 10 Billionen Euro, liegen auf Bankkonten und nicht am Kapitalmarkt. Der Plan soll es Sparern leichter machen, direkt zu investieren.

Kommende Finanz-Events in Frankfurt

Kapitalmarkt und Finance Loop

Finance Loop ist in Frankfurt der Treffpunkt für Teams aus Equity und Debt Capital Markets, Börsenleute und die Fintechs, die auf dieser Infrastruktur aufbauen. Finance Loop verbindet die Finance-, IT- und KI-Communitys und entsteht in Zusammenarbeit mit TechQuartier und Frankfurt Main Finance; Mitglied von Frankfurt Main Finance ist Finance Loop seit Oktober 2024.

Finance Loop war Partner von Frankfurt Digital Finance im Gesellschaftshaus Palmengarten, wo Kapitalmarkt und Digital Assets auf derselben Agenda standen. Verwandte Seiten: Asset Management in Frankfurt und Finanzplatz Frankfurt.

Was bedeutet Capital Markets in einer Bank?

In einer Bank ist Capital Markets der Bereich, der Aktien- und Anleiheemissionen für Unternehmen und Staaten begleitet und diese Wertpapiere danach handelt. Equity Capital Markets deckt Aktien ab, Debt Capital Markets Anleihen. Beide sind vom Privatkundengeschäft getrennt, das Privatpersonen betreut und keine Emittenten oder institutionellen Anleger.

Was ist die Kapitalmarktunion?

Die Kapitalmarktunion ist der Plan der Europäischen Kommission, die nationalen Kapitalmärkte der EU-Staaten zu einem Binnenmarkt für Kapital zusammenzuführen. Zuerst 2015 beschlossen und 2025 zur Spar- und Investitionsunion erweitert, soll sie Sparern in der EU, deren Geld meist auf niedrig verzinsten Bankkonten liegt, den Weg an den Kapitalmarkt erleichtern. Frankfurt als Sitz der wichtigsten deutschen Börse gehört zu den Märkten, die der Plan enger mit dem Rest der EU verbinden will.

Kapitalmarkt und Finance Loop

In Frankfurt sitzen die wichtigste Börse Deutschlands, die Zentralbanken und die Kapitalmarkt-Desks der größten Banken des Landes. Finance Loop bringt die Menschen, die dort arbeiten, bei Events in der Stadt sowie in München, Berlin und Hamburg mit Asset Managern, Fintech-Gründern und Aufsehern zusammen. Mehr zum Netzwerk: Über Finance Loop.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld und Risk & Compliance.

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