KI-Agenten am Kapitalmarkt

KI-Agenten am Kapitalmarkt sind KI-Systeme, die Arbeitsschritte im Handel und in der Abwicklung selbst planen und ausführen. Als Werkzeuge nutzen sie Marktdaten und Ordersysteme. Die ersten benannten Projekte großer Banken betreffen die Handelsüberwachung und das Kunden-Onboarding. Termine zu KI im Finanzwesen stehen im Kalender unten.

Agenten in der Handelsüberwachung

Die Deutsche Bank entwickelt mit Google Cloud ein Sprachmodell, das Auffälligkeiten in Orders und Kursbewegungen meldet. Das sagte Technologievorstand Bernd Leukert laut Bloomberg (auf Englisch). Goldman Sachs prüft agentische KI, um mögliches Fehlverhalten von Händlern zu erkennen. Ein Überwachungsagent trägt die Daten zu einem Alarm zusammen und entwirft den Fall für die Compliance.

Über eine Verdachtsmeldung entscheidet weiter ein Mensch. Die Pflichten aus der Marktmissbrauchsverordnung stehen unter Handelsüberwachung in Deutschland.

Research und Kunden-Onboarding

Datenanbieter öffnen ihre Systeme für Agenten. LSEG betreibt einen MCP-Server für seine lizenzierten Daten, über den der Agent eines Analysten Kurse und Unternehmensdaten abruft. Goldman Sachs hat laut InvestmentNews Agenten auf Basis von Claude von Anthropic für Kundenprüfung und Onboarding gebaut.

Das Analysehaus Celent (auf Englisch) sieht agentische KI am Kapitalmarkt noch am Anfang. Es erwartet, dass verkettete Agenten, von denen jeder einen Teil eines Ablaufs übernimmt, mehr Vorgänge ohne Handarbeit durchlaufen lassen. Firmen sollen agentische Abläufe für die nächsten fünf Jahre einplanen.

Die Regeln in der EU

Laut der ESMA-Erhebung zu KI an den EU-Wertpapiermärkten (auf Englisch) war etwa ein Sechstel der gemeldeten Fälle agentisch. Diese Anwendungen liefen häufiger als andere KI mit hoher oder mittlerer Autonomie. Ein Agent, der Orders sendet, fällt unter die MiFID-II-Regeln für algorithmischen Handel; sie verlangen unter anderem Tests und eine Notabschaltung. Ein Agent, der den Handel überwacht, hilft bei der Pflicht aus der Marktmissbrauchsverordnung, verdächtige Orders zu erkennen und zu melden.

Handelsmodelle behandelt KI-Trading im Finanzwesen, die KI-Regeln für Finanzunternehmen die KI-Verordnung in der Finanzbranche.

Kommende Events zu KI und Finanzen in Deutschland

Was sind KI-Agenten am Kapitalmarkt?

Das sind KI-Systeme, die mehrere Schritte planen und Marktdaten, Order- und Fallsysteme als Werkzeuge nutzen, etwa in der Handelsüberwachung oder beim Kunden-Onboarding.

Was unterscheidet KI-Agenten von Handelsalgorithmen?

Ein Handelsalgorithmus folgt festen Regeln: Tritt eine Marktlage ein, führt er eine programmierte Reaktion aus. Chainlink (auf Englisch) beschreibt KI-Agenten als Software, die abwägt und den nächsten Schritt mit wenig menschlichem Zutun wählt.

Welche Banken setzen KI-Agenten ein?

Deutsche Bank und Goldman Sachs arbeiten an agentischer KI für die Handelsüberwachung. Goldman nutzt Agenten auch für Kundenprüfung und Onboarding.

KI-Agenten am Kapitalmarkt und Finance Loop

Finance Loop bringt Überwachungs- und Handelsteams in Frankfurt mit den Entwicklern zusammen, die Agenten für sie bauen. Das Thema gehört zu den Tracks Investment & digitale Vermögenswerte und Risk & Compliance. Anbieter von Marktdaten und Überwachungssoftware können in einem gesponserten Webinar oder Meetup auftreten, Fachleute kommen über die Mitgliedschaft dazu.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.

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