LHoFT in Luxemburg
Das Luxembourg House of Financial Technology, kurz LHoFT, ist der Fintech-Hub Luxemburgs. Die Stiftung nennt als Ziel, Innovation und Digitalisierung in Luxemburgs Finanzbranche voranzutreiben, und beschreibt sich als öffentlich-private Initiative. Gegründet 2016, sitzt LHoFT in der Rue du Laboratoire 9 nahe dem Hauptbahnhof.
Wenn Ihre Bank oder Ihr Fondsgeschäft in Deutschland mit Luxemburger Strukturen arbeitet: Bei LHoFT treffen Startups die Luxemburger Banken und Fondsverwalter, an die sie verkaufen. Die Catapult-Programme haben Tracks für Fondstechnik und Banktechnik, dazu kommt ein KI-Zentrum für Finanzinstitute.
Wer hinter LHoFT steht
LHoFT ist eine Stiftung, und im Vorstand sitzen Staat und Finanzbranche an einem Tisch. Laut Selbstdarstellung (auf Englisch) leitet Luxemburgs Finanzminister Gilles Roth den Vorstand, sein Stellvertreter ist Philippe Seyll, Vorstandschef von Clearstream. Weitere Mitglieder kommen aus dem Wirtschafts- und dem Staatsministerium, von Luxembourg for Finance und von Banken wie Société Générale, BGL BNP Paribas und Spuerkeess.
Als Unterstützer nennt LHoFT die Regierung des Großherzogtums, die Handelskammer und Luxembourg for Finance. Für eine Firma aus dem Ausland ist LHoFT damit die erste Anlaufstelle, die Ministerium und große Banken schon im Vorstand hat.
Catapult und die übrigen Angebote
Catapult ist das Accelerator-Angebot: Bootcamps, mit denen ein Unternehmen nach Darstellung von LHoFT in wenigen Wochen vorankommt. Die Tracks für die Finanzbranche umfassen Green Fintech, FundTech, BankTech und Kickstarter. FundTech passt am engsten zur Luxemburger Fondsbranche, denn das Land ist Sitz von Fonds, die in der ganzen EU vertrieben werden.
Eine zweite Gruppe von Tracks gilt der finanziellen Inklusion, mit Ausgaben für Afrika, Asien, Lateinamerika und die Karibik sowie Europa, unterstützt von der Luxemburger Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Angelegenheiten. Daneben bietet LHoFT Weiterbildung, ein Programm namens Mutualisation, Inkubation und Projekte mit Konzernen, dazu Formate wie Fintech Friday und Women in Fintech.
Das KI-Zentrum für Finanzinstitute
Im April 2026 eröffnete Luxemburg bei LHoFT ein KI-Zentrum: eine Etage mit acht interaktiven Bereichen, in denen Finanzinstitute KI-Anwendungen ausprobieren, bevor sie über den Einsatz entscheiden. LHoFT richtet es an Häuser, die prüfen, wo und wie sie KI verantwortungsvoll einsetzen (auf Englisch); Aussteller erhalten sechs Monate Sichtbarkeit bei Banken, Investoren und Partnern. Microsoft, Proximus und Plug and Play stehen unter den Firmen auf der Seite des Zentrums.
Für eine deutsche Bank beantwortet das Format eine praktische Frage aus dem EU AI Act: welche Anwendungen ein beaufsichtigtes Institut betreiben kann und wie ein Anbieter zeigt, dass sein Modell dafür taugt. Die Regeln stehen unter EU AI Act für Banken.
Der Innovation Hub der CSSF
Die Luxemburger Aufsicht betreibt neben LHoFT eine eigene Anlaufstelle. Der Innovation Hub der CSSF (auf Englisch) nimmt Fragen und Projektvorstellungen von Firmen an, die an neuer Technik für den Finanzsektor arbeiten, auch von Anbietern, die die CSSF nicht beaufsichtigt; die CSSF prüft dann, ob eine Lizenz oder Registrierung nötig ist.
Beide beantworten verschiedene Fragen. LHoFT bringt ein Fintech mit Banken und Fondsverwaltern zusammen, die CSSF sagt ihm, welche Zulassung es braucht. Ein von der CSSF nach MiCA zugelassener Kryptowerte-Dienstleister kann per Passport in Deutschland tätig werden, wie unter Fintech in Luxemburg beschrieben; die Regeln für tokenisierte Wertpapiere stehen unter Tokenisierung in Luxemburg.
Kommende Fintech-Events in Europa
Was ist LHoFT?
LHoFT ist das Luxembourg House of Financial Technology, eine 2016 gegründete Stiftung mit Regierung, Handelskammer und Luxembourg for Finance im Rücken. LHoFT betreibt die Catapult-Programme, Inkubation, Weiterbildung und ein KI-Zentrum und bringt Fintech-Startups mit Luxemburgs Banken und Fondsbranche zusammen.
Was ist LHoFT Catapult?
Catapult ist das Accelerator-Angebot von LHoFT: kurze Bootcamps mit Mentoring, Schulung und Kontakten. Die Tracks für die Finanzbranche umfassen FundTech, BankTech und Green Fintech, die Inklusions-Tracks laufen in Ausgaben für Afrika, Asien, Lateinamerika und die Karibik sowie Europa. Jeder Track hat eine eigene Ausschreibung.
Kann ein deutsches Fintech mit LHoFT arbeiten?
Ja. LHoFT bietet Firmen aus dem Ausland Inkubation und Hilfe bei der Suche nach einem Standort in Luxemburg, und die Catapult-Tracks nehmen Bewerber von außerhalb an. Ein deutsches Fintech, das an Fondsverwalter oder Verwahrstellen verkauft, trifft sie dort; die Frage der Zulassung geht an die CSSF.
LHoFT und Finance Loop
Finance Loop verbindet die Frankfurter Seite einer Luxemburger Struktur mit der Luxemburger Seite: die deutschen Handelstische, die einen Fonds handeln, und die Verwalter und Verwahrstellen, die sein Register führen. Finance Loop veranstaltet seine Events in Frankfurt, rund 200 Kilometer von Luxemburg entfernt, und ein Luxemburger Fintech erreicht deutsche Banken und Vermögensverwalter über ein Finance-Loop-Webinar, ein Meetup oder das Partnerprogramm. Die kostenlose Network-Mitgliedschaft bringt die Einladungen.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.