Multibanking
Multibanking zeigt die Konten eines Kunden bei mehreren Banken in einer App oder einem E-Banking: Salden, Umsätze und bei manchen Anbietern auch Zahlungen. In der EU läuft der Zugriff über die PSD2-Schnittstelle jeder Bank, in der Schweiz über die Plattform bLink der SIX. Termine zu Payments und Open Banking stehen im Kalender weiter unten.
Die Technik dahinter
Eine Multibanking-App ist ein Kontoinformationsdienst. Der Kunde wählt eine Bank, bestätigt den Zugriff dort mit starker Kundenauthentifizierung, und der Anbieter liest Salden und Umsätze über die Schnittstelle der Bank, in Deutschland meist nach dem Berlin-Group-Standard. Der Zugriff ist nur lesend. Der Kunde erneuert ihn alle 180 Tage, und der Anbieter braucht eine BaFin-Registrierung als Kontoinformationsdienst oder einen EU-Pass.
Eine Zahlung von einem verbundenen Konto braucht eine zweite Erlaubnis. Die App handelt dann als Zahlungsauslösedienst, der eine eigene BaFin-Erlaubnis braucht. Viele Apps verbinden beide Rollen, sodass der Kunde das Konto bei Bank A sieht und im selben Bildschirm davon überweist.
Bank-Apps und Drittanbieter-Apps
Fast alle Sparkassen und Banken bieten ihren Privatkunden Multibanking in der eigenen App, schreibt Agicap und nennt Sparkasse, Deutsche Bank und ING als Beispiele. Apps von Fintechs verbinden Konten bei vielen Banken und oft auch andere Zahlungsanbieter.
Hinter vielen Apps steht ein Spezialist. finAPI (auf Englisch), von der BaFin zugelassen und beaufsichtigt, verkauft eine Multibanking-API an Banken, Versicherer und Fintechs, mit Zusätzen, die Umsätze kategorisieren, Versicherungsverträge erkennen und Cashflow-Analysen für Kreditanträge liefern. Dieselben Daten nutzt der Kontoblick beim Kredit.
Multibanking für Unternehmen
Ein Unternehmen mit Konten bei mehreren Banken braucht mehr als eine Saldenübersicht. Multibanking-Software für Firmen ergänzt Zahlungsläufe, Reporting und Cashflow-Prognosen und verbindet sich über Firmenkanäle wie EBICS, SWIFT oder Host-to-Host mit den Banken, wie Agicap beschreibt. Manche Banken öffnen dafür ein eigenes API-Programm. Zur Treasury-Seite: Corporate Treasury.
Sicherheit wiegt hier schwerer. Ein Zugang, der alle Konten einer Firma zeigt, ist ein lohnendes Ziel, also fragt ein Treasurer zuerst nach Zugriffsrechten, Mehrfaktor-Anmeldung und der API-Sicherheit des Anbieters.
Multibanking in der Schweiz
Die Schweiz hat keine PSD2, ihre Banken bauten Multibanking per Vereinbarung. Swiss Fintech Innovations startete die Initiative 2022, im Mai 2023 unterzeichneten zahlreiche Banken ein von der Bankiervereinigung koordiniertes Memorandum of Understanding. Multibanking für Privatkunden startete am 25. November 2025 auf bLink (auf Englisch), der Open-Banking-Plattform der SIX, mit acht Banken und zwei Fintechs zum Start und mehr als 30 Banken mit Schnittstelle.
PostFinance (auf Englisch) bietet den Dienst kostenlos in E-Finance und App. Zahlungs- und Sparkonten anderer Banken lassen sich einbinden, Depots und Krypto noch nicht, und Zahlungen von Drittkonten sind noch nicht möglich. Das Gesamtbild zeigt Open Banking in der Schweiz.
Kommende Events zu Payments und Open Banking
Finance Loop und Multibanking
Finance Loop ist der Treffpunkt für alle, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Bankschnittstellen und die Apps darauf bauen: Produktteams der Banken, Kontoinformationsdienste, Treasury-Softwarehäuser und deren Compliance. Es verbindet die Finanz-, IT- und KI-Communitys, mit Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.
Finance Loop ist strategischer Partner der Digital Euro Association, deren Digital Euro Conference in Frankfurt digitale Geldinfrastruktur neben Open Banking behandelt.
Was ist Multibanking?
Multibanking ist die Anzeige und bei manchen Anbietern die Nutzung von Konten mehrerer Banken in einer App oder einem E-Banking. In der EU ist es ein Kontoinformationsdienst nach PSD2; Zahlungen von verbundenen Konten sind ein eigener Zahlungsauslösedienst.
Ist Multibanking sicher?
Nach der PSD2 bestätigt der Kunde den Zugriff bei seiner eigenen Bank mit starker Kundenauthentifizierung, und nur ein registrierter oder zugelassener Anbieter darf die Schnittstelle der Bank nutzen. Das Restrisiko liegt bei der Sicherheit des Anbieters, weil ein Login alle Konten zeigt.
Kann ich mit Multibanking bezahlen?
In der EU ja, wenn die App auch als Zahlungsauslösedienst zugelassen ist. In der Schweiz begann bLink mit der Anzeige; PostFinance erlaubt zum Beispiel noch keine Zahlungen von Drittkonten.
Multibanking und Finance Loop
Finance Loop behandelt Multibanking im Track Payments & digitales Geld, zusammen mit Kontoinformationsdiensten, Zahlungsauslösung und Open Finance. Produktteams der Banken und die Anbieter hinter Multibanking-Apps treffen sich bei Finance-Loop-Events.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.