Wie funktionieren Auslandszahlungen?
Eine grenzüberschreitende Zahlung ist eine Zahlung, bei der die Banken von Zahler und Empfänger in verschiedenen Ländern sitzen. Die meisten laufen über Korrespondenzbanken, die Konten füreinander führen und die Zahlung als SWIFT-Nachricht weitergeben. Englisch: Cross-Border Payment.
Auslandszahlungen kompakt
| Begriff | Grenzüberschreitende Zahlung, englisch Cross-Border Payment. Bedeutung im EZB-Glossar: „a payment where the financial institutions of the payer and the payee are located in different countries“. |
|---|---|
| Hauptkanal | Korrespondenzbankgeschäft. Die Zahl der Korrespondenzbanken sank zwischen 2011 und 2019 um 22 % (FSB, 13. Oktober 2021). |
| Nachrichtenstandard | ISO 20022 im SWIFT-Netz seit 22. November 2025. Aus der MT103 wurde die pacs.008. |
| G20-Ziele | 11 Ziele für Kosten, Tempo, Zugang und Transparenz, meist fällig bis Ende 2027 (FSB). |
| EU-Recht | Verordnung (EU) 2021/1230 über grenzüberschreitende Zahlungen in der Union, 14. Juli 2021. |
Was macht eine Korrespondenzbank?
Das Korrespondenzbankgeschäft ist eine Vereinbarung, bei der eine Bank Zahlungen im Auftrag einer anderen Bank leistet oder empfängt. So definiert es das EZB-Glossar. Die Bank, die den Dienst erbringt, ist die Korrespondenzbank. Die Kundenbank führt bei ihr ein Konto; sie nennt es Nostrokonto, die Korrespondenzbank nennt dasselbe Konto Lorokonto.
Die Korrespondenzbank gibt einer anderen Bank Zugang zu einer Währung oder einem Land, in dem diese weder Filiale noch Zentralbankkonto hat. Eine Sparkasse in Bayern, die US-Dollar nach Kanada zahlen muss, braucht eine Korrespondenzbank mit Dollarbeständen.
Wie läuft eine Auslandsüberweisung Schritt für Schritt?
Eine grenzüberschreitende Zahlung ist eine Kette von Überweisungen von Bank zu Bank. Ein Beispiel: Ein Maschinenbauer aus Stuttgart bezahlt einen Lieferanten in Toronto in US-Dollar.
- Die Bank des Zahlers belastet das Firmenkonto und schickt eine Zahlungsnachricht über SWIFT. Seit November 2025 ist das eine pacs.008 in ISO 20022, die Nachfolgerin der MT103.
- Die Bank des Zahlers hat kein Konto bei der kanadischen Bank. Sie zahlt von ihrem Nostrokonto bei einer Korrespondenzbank mit US-Dollar.
- Die Korrespondenzbank schreibt der Bank des Empfängers gut oder einer zweiten Korrespondenzbank, die den Betrag weitergibt. Jede Bank in der Kette kann ein Entgelt nehmen.
- Die Bank des Empfängers schreibt dem Lieferanten gut.
Das FSB stellte 2025 fest, dass der letzte Schritt, vom Eingang der SWIFT-Anweisung bis zur Gutschrift, „has traditionally been the slowest part of a cross-border payment transaction“. Die G20-Ziele teilen grenzüberschreitende Zahlungen in Großbetragszahlungen zwischen Finanzinstituten, Massenzahlungen von Firmen und Privatleuten und Rücküberweisungen von Migranten.
ISO 20022 und SWIFT: Was ist der Unterschied?
SWIFT ist das Netz, das Zahlungsnachrichten zwischen Banken transportiert, ISO 20022 der Standard, in dem diese Nachrichten geschrieben sind. Vor 2025 schickten Banken Auslandszahlungen im älteren MT-Format über SWIFT. Seit 22. November 2025 laufen grenzüberschreitende Zahlungen über SWIFT nur noch im ISO-20022-Format, genannt MX (BNY, Mai 2025).
| MT-Nachricht | ISO-20022-Nachricht | Zweck |
|---|---|---|
| MT103 | pacs.008 | Kundenzahlung |
| MT202 | pacs.009 | Zahlung zwischen zwei Banken |
| MT202 COV | pacs.009COV | Deckungszahlung zwischen Korrespondenzbanken |
ISO-20022-Nachrichten haben strukturierte Felder für Namen, Adressen und Zahlungszweck. Die G20-Roadmap des FSB hat einen eigenen Arbeitsstrang zu Datenaustausch und Nachrichtenstandards. Sie verlangt standardisierte Formate wie ISO 20022 im internationalen Zahlungsverkehr.
Was sind die G20-Ziele für grenzüberschreitende Zahlungen?
Die G20-Ziele sind 11 quantitative Vorgaben für Kosten, Tempo, Zugang und Transparenz grenzüberschreitender Zahlungen. Das FSB legte sie im Abschlussbericht vom 13. Oktober 2021 fest, die G20-Staats- und Regierungschefs billigten sie im selben Jahr. Zieldatum ist Ende 2027, außer bei den Kosten von Rücküberweisungen.
| Ziel | Massenzahlungen | Rücküberweisungen |
|---|---|---|
| Kosten | Weltweit im Schnitt höchstens 1 %, kein Korridor über 3 % | Höchstens 3 % für 200 US-Dollar bis 2030, kein Korridor über 5 % |
| Tempo | 75 % binnen einer Stunde beim Empfänger, der Rest binnen eines Geschäftstags | 75 % binnen einer Stunde in jedem Korridor, der Rest binnen eines Geschäftstags |
| Zugang | Jeder Endnutzer hat mindestens eine Möglichkeit zu senden oder zu empfangen | Über 90 % derer, die senden oder empfangen wollen, haben Zugang |
Für Großbetragszahlungen setzte das FSB kein Kostenziel; 75 % sollen binnen einer Stunde gutgeschrieben sein. Jeder Anbieter soll Zahler und Empfänger Gesamtkosten, erwartete Dauer, Status und Bedingungen anzeigen.
Am 9. Oktober 2025 schrieb das FSB: „It is unlikely that satisfactory improvements at the global level will be achieved in line with the 2027 Roadmap timetable.“ Eine Zahlung von Person zu Person kostete im Schnitt etwa 2,5 %, so viel wie 2023. Eine Rücküberweisung über 200 US-Dollar kostete 6,5 %.
Auslandszahlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz
In Deutschland und Österreich gilt die Verordnung (EU) 2021/1230 unmittelbar. Nach Art. 3 Abs. 1 dürfen die Entgelte für grenzüberschreitende Zahlungen in Euro nicht höher sein als die Entgelte desselben Anbieters für entsprechende Inlandszahlungen gleichen Betrags. Eine Euro-Überweisung von Wien nach Hamburg kostet daher so viel wie eine gleich hohe Überweisung innerhalb Österreichs. Im Euroraum laufen solche Zahlungen als SEPA-Überweisung oder als Echtzeitüberweisung. Die BaFin beaufsichtigt Banken und Zahlungsinstitute in Deutschland, die FMA in Österreich. Die EZB in Frankfurt am Main meldete am 20. November 2025, dass der EZB-Rat die Umsetzungsphase für die Verbindung von TIPS, der Echtzeitplattform des Eurosystems, mit Indiens Unified Payments Interface (UPI) beschlossen hat und eine Anbindung an Nexus Global Payments weiter prüft (EZB, 20. November 2025).
Die Schweiz gehört nicht zur EU, die Verordnung gilt dort nicht. Die FINMA beaufsichtigt Schweizer Banken. Seit 1999 zahlen Schweizer Banken einander Euro über euroSIC, ein System der SIX. SIX stellt euroSIC am 31. Dezember 2027 ein. Die Swiss Euro Clearing Bank bleibt als Euro-Korrespondenzbank verfügbar (SIX, euroSIC). Diese Seite ist keine Rechtsberatung.
Quellen
- Financial Stability Board: Targets for Addressing the Four Challenges of Cross-Border Payments: Final Report, 13. Oktober 2021
- Financial Stability Board: G20 Roadmap for Cross-border Payments: Consolidated progress report for 2025, 9. Oktober 2025
- Financial Stability Board: Cross-border payments, abgerufen am 29. September 2026
- Europäische Zentralbank: Glossary, Einträge „correspondent banking“ und „cross-border payment“, abgerufen am 29. September 2026
- Europäische Zentralbank: Glossary, Eintrag „nostro account“, abgerufen am 29. September 2026
- BNY: Update on ISO 20022 end of co-existence, Mai 2025
- Europäische Union: Verordnung (EU) 2021/1230 über grenzüberschreitende Zahlungen in der Union, 14. Juli 2021
- SIX: euroSIC, abgerufen am 29. September 2026
- Europäische Zentralbank: Eurosystem moves forward on work to connect TIPS with India's Unified Payments Interface and with Nexus Global Payments, 20. November 2025
- Europäische Zentralbank: Address, Frankfurt am Main, abgerufen am 29. September 2026
Über Finance Loop: grenzüberschreitende Zahlungen
Finance Loop ist der Treffpunkt für Fachleute aus Zahlungsverkehr und Compliance in Banken, Zahlungsinstituten und exportierenden Unternehmen, die Geld über Grenzen bewegen. Finance Loop verbindet die Finanz-, IT- und KI-Communities in Frankfurt, wo die EZB im November 2025 beschlossen hat, ihre Plattform für Echtzeitzahlungen TIPS mit dem indischen UPI zu verbinden.
Finance Loop unterstützt When Banks Say No, ein Seminar im NEXTOWER in Frankfurt über internationale Zahlungsströme unter Sanktionen und De-Risking, mit einer deutschen und einer englischen Ausgabe. Die Referenten kommen von Dentons, International Business Service und A|Q FORENSICS.