Die E-Geld-Lizenz in Deutschland
Ein E-Geld-Institut gibt elektronisches Geld aus: das Guthaben in einer Wallet, auf einer Prepaid-Karte oder in einem Euro-Stablecoin. In Deutschland braucht es eine Erlaubnis der BaFin nach § 11 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG) und mindestens 350.000 Euro Anfangskapital. Termine zu Payments und digitalem Geld stehen im Kalender weiter unten.
Was ein E-Geld-Institut darf
Ein E-Geld-Institut gibt gegen eingezahlte Euro elektronisches Geld aus und tauscht es auf Wunsch zurück. Es darf auch Zahlungsdienste wie Überweisungen und Kartenzahlungen anbieten. Einlagen annehmen oder Kredite aus Kundengeld vergeben wie eine Bank darf es nicht, so Stripes Überblick zu E-Geld-Instituten in Deutschland.
Das eingezahlte Geld wird gesichert: Das Institut trennt es vom eigenen Vermögen, auf einem Treuhandkonto bei einer Bank oder über eine Versicherung oder Garantie, damit Kunden es bei einer Pleite zurückbekommen. Die Seite Payments-Regulierung in Deutschland beschreibt die Sicherungsregeln des ZAG genauer.
E-Geld-Lizenz oder Zahlungsinstitut
Beides sind ZAG-Erlaubnisse der BaFin, und dieselbe Übersicht der BaFin behandelt sie: Zahlungsinstitute nach § 10 ZAG, E-Geld-Institute nach § 11. Der Unterschied ist das Produkt. Ein Zahlungsinstitut bewegt Geld für Kunden, führt für sie aber kein gespeichertes Guthaben in E-Geld. Ein E-Geld-Institut tut das, und § 12 ZAG verlangt dafür 350.000 Euro Anfangskapital, gegenüber 125.000 Euro für ein Zahlungsinstitut mit allen Zahlungsdiensten.
Ein in Deutschland zugelassenes E-Geld-Institut kann nach Anzeige bei der BaFin über Zweigniederlassungen, Agenten oder im freien Dienstleistungsverkehr im ganzen EWR tätig sein; die BaFin führt jedes solche Institut im ZAG-Institutsregister.
E-Geld-Token unter der MiCAR
Die Verordnung über Märkte für Kryptowerte nennt einen Stablecoin, der sich auf eine einzige amtliche Währung bezieht, einen E-Geld-Token und behandelt ihn als E-Geld. Nach Artikel 48 der MiCAR dürfen nur Kreditinstitute und E-Geld-Institute einen solchen Token öffentlich in der EU anbieten. Wer ohne Banklizenz einen Euro-Stablecoin ausgeben will, braucht also zuerst eine E-Geld-Lizenz.
AllUnity in Frankfurt gibt EURAU, einen durch Euro gedeckten Stablecoin, mit einer E-Geld-Lizenz der BaFin aus. Die Seite Euro-Stablecoins unter MiCA vergleicht Emittenten und Modelle.
Kommende Events zu Payments und digitalem Geld in Deutschland
Finance Loop und E-Geld
Finance Loop ist der Treffpunkt für alle, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz Zahlungsverkehr und digitales Geld bauen und beaufsichtigen: Zahlungs- und E-Geld-Institute, Banken, Stablecoin-Emittenten und ihre Anwälte. Es verbindet die Finanz-, IT- und KI-Communitys, mit Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.
Finance Loop ist strategischer Partner der Digital Euro Association, Gastgeberin der Digital Euro Conference in Frankfurt. Es unterstützte die Bybit EU x Circle Roadshow in Frankfurt, die Circle, Emittent von USDC und EURC, mitveranstaltete.
Wie viel Kapital braucht ein E-Geld-Institut in Deutschland?
Mindestens 350.000 Euro Anfangskapital nach § 12 ZAG. Ein Zahlungsinstitut mit allen Zahlungsdiensten braucht 125.000 Euro.
Was unterscheidet ein E-Geld-Institut von einer Bank?
Eine Bank darf Einlagen annehmen und verleihen. Ein E-Geld-Institut gibt E-Geld aus, muss das Kundengeld sichern und darf es nicht verleihen. Beide beaufsichtigt die BaFin, die Bank nach dem KWG, das E-Geld-Institut nach dem ZAG.
Brauchen Stablecoin-Emittenten eine E-Geld-Lizenz?
Wer einen Stablecoin auf eine einzige Währung wie den Euro ausgibt, muss nach der MiCAR Kreditinstitut oder E-Geld-Institut sein. Stablecoins auf mehrere Werte folgen den MiCAR-Regeln für vermögenswertreferenzierte Token, erklärt auf der Seite MiCAR.
E-Geld und Finance Loop
Finance Loop behandelt E-Geld im Track Payments & digitales Geld, wo Wallets, Prepaid-Karten und Euro-Stablecoins auf derselben Lizenz beruhen. Zahlungsinstitute, Banken und Stablecoin-Emittenten treffen sich bei Finance-Loop-Events und bei der Digital Euro Conference, deren Partner Finance Loop ist.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.