Green Asset Ratio

Die Green Asset Ratio ist eine Offenlegungskennzahl für den Anteil erfasster Bankaktiva, der taxonomiekonforme Tätigkeiten finanziert. Die EU-Taxonomie legt Kriterien für ökologisch nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten fest. Die Quote verbindet diese Kriterien mit Bankaktiva wie Krediten und Wertpapieren innerhalb eines festgelegten Berechnungsumfangs.

Banken berechnen die Quote aus Angaben zu ihrem Kredit- und Anlagegeschäft sowie den finanzierten Tätigkeiten ihrer Kunden. Anleger und Aufsicht können damit den Bezug dieses Geschäfts zur Taxonomie beurteilen. Für die Einordnung sind die erfassten Aktiva und die verfügbaren Daten wichtig; die Quote misst nicht die gesamten Umweltauswirkungen einer Bank.

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Wie die GAR berechnet wird

Die Regeln stehen in der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2178. Die Kennzahl setzt die Risikopositionen, die taxonomiekonforme Tätigkeiten finanzieren, ins Verhältnis zu den erfassten Vermögenswerten. Die GAR betrachtet das Kredit- und Anlagegeschäft im Anlagebuch: Darlehen und Kredite, Schuldverschreibungen und Beteiligungen.

Risikopositionen gegenüber Zentralstaaten, Zentralbanken und supranationalen Emittenten bleiben außen vor, ebenso das Handelsbuch. Derivate zählen nie zum Zähler. Kreditinstitute legen die GAR seit dem 1. Januar 2024 offen. Die Empfehlung der EBA an die Kommission (auf Englisch) vom März 2021 ließ für eine Übergangszeit Schätzungen und Näherungswerte zu.

Was die Vereinfachung der Taxonomie ändert

Die EU-Kommission verabschiedete am 4. Juli 2025 (auf Englisch) eine Vereinfachung der Offenlegungsregeln zur Taxonomie. Die Vereinfachung gilt ab 1. Januar 2026 für das Geschäftsjahr 2025, mit der Wahl, ein Jahr später zu beginnen.

Laut KPMG gelten Tätigkeiten, die zusammen unter 10 % des KPI-Nenners bleiben, als unwesentlich, und die Meldebögen von Finanzunternehmen verlieren 89 % ihrer Datenpunkte. Für die GAR fallen Positionen gegenüber Unternehmen außerhalb des künftigen CSRD-Anwendungsbereichs aus dem Nenner. Die KPIs zu Handelsbuch und Gebühren- und Provisionserträgen kommen erst mit den Berichten 2028 für das Geschäftsjahr 2027.

Woher die Zahlen kommen

Eine Bank kann eine Position nur als taxonomiekonform zählen, wenn sie weiß, wie das Geschäft des Kunden zur Taxonomie passt. Bei großen Firmenkunden stammt die Zahl aus deren eigener Taxonomie-Offenlegung nach der CSRD; bei Unternehmen außerhalb dieses Regimes gibt es sie nicht. Die Änderung im Nenner folgt dieser Logik: Positionen, die nie in den Zähler kommen, verwässern die Quote nicht mehr.

Dieselben Kunden- und Sicherheitendaten nutzt das ESG-Risikomanagement der Bank. Wer sie einmal erhebt, mit nachvollziehbarer Herkunft, bedient Offenlegung und Risikosteuerung zugleich.

Kommende Events zu Risiko & Compliance

Wer muss die Green Asset Ratio melden?

Kreditinstitute, die unter die Offenlegungspflicht nach Art. 8 der Taxonomie-Verordnung fallen. Vermögensverwalter, Versicherer und Wertpapierfirmen veröffentlichen eigene KPIs nach derselben delegierten Verordnung; die GAR ist die Kennzahl der Banken.

Was ist eine gute Green Asset Ratio?

Die Verordnung setzt weder Ziel noch Mindestwert. Die GAR hängt am Geschäftsmodell: Eine Bank mit großem Baufinanzierungsbuch und eine Bank, die kleine Firmen außerhalb der CSRD finanziert, können bei gleicher Klimastrategie sehr unterschiedliche Quoten melden. Mehr sagt die Zahl zusammen mit dem Transitionsplan.

Ist die Green Asset Ratio eine Kapitalanforderung?

Nein. Die Green Asset Ratio ist eine Offenlegungskennzahl und ändert das Kapital nicht, das eine Bank halten muss. Kapital- und Risikofragen zum Klima laufen über die ESG-Risikoregeln und den SREP der Aufsicht.

Die Green Asset Ratio und Finance Loop

Finance Loop verbindet die Finance-, IT- und KI-Communities, und die GAR braucht Finanzleute, die die Zahl verantworten, und Datenteams, die sie bis zum einzelnen Kredit zurückverfolgen. Finance Loop war Medienpartner der International Financial Standards Conference in Frankfurt mit ESG-Offenlegung im Programm.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk, das die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen fördert, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risiko & Compliance.

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