Wholesale CBDC: Zentralbankgeld für die Abwicklung zwischen Banken

Eine Wholesale CBDC ist Zentralbankgeld, das nur Banken und andere beaufsichtigte Institute halten, zur Abwicklung von Zahlungen und Wertpapiergeschäften untereinander. Keine Wallet für Verbraucher, kein Konto für Haushalte. Wer Wertpapiere oder Interbankzahlungen abwickelt, hat hier die Geldseite seines Geschäfts vor sich, und die offene Frage lautet, ob sie auf ein verteiltes Register wandern kann.

Das Eurosystem hat diese Frage mit echtem Geld getestet. In seinen Versuchen zur DLT-Abwicklung haben drei Lösungen nationaler Zentralbanken Marktregister mit Zentralbankkonten verbunden, eine davon hat die Deutsche Bundesbank gebaut.

Sichere Abwicklungshardware mit Glasfaserverbindungen steht für Infrastruktur einer Wholesale-CBDC.

Zentralbankgeld für Banken und für Haushalte

Zentralbankgeld hat heute zwei Formen. Bargeld ist die Form für alle. Guthaben auf Zentralbankkonten sind die Form für Institute, und nur wer ein Konto hat, kann sie halten. Eine Wholesale CBDC ändert allein die Technik der zweiten Form: Der Halter bleibt derselbe, die Forderung bleibt dieselbe, das Register wechselt.

Eine CBDC für Privatkunden ist etwas anderes, denn sie gibt Haushalten erstmals eine direkte Forderung an die Zentralbank. Das ist der digitale Euro, mit seinem Haltelimit und seiner Einlagenfrage. Die Wholesale-Seite hat beides nicht, weil die Institute ohnehin Guthaben ohne Obergrenze halten. Den gleichen Schnitt zieht der Vergleich der beiden Formen beim Weltwirtschaftsforum.

Was die Versuche des Eurosystems getestet haben

Die Versuche des Eurosystems zu neuen Technologien in der Großbetragsabwicklung liefen mit echtem Zentralbankgeld und mit Testgeld. Banken, Marktinfrastrukturen und Emittenten brachten eigene Anwendungsfälle mit: Anleiheemission, Repo, Payment versus Payment in zwei Währungen und Innertagesliquidität.

Drei Lösungen standen zur Wahl, und die Teilnehmerzahlen zeigen, wo das Interesse lag. Die Trigger-Lösung der Bundesbank zog 25 Teilnehmer aus fünf Ländern an, die vollständige DLT-Lösung der Banque de France 40 aus neun, die Lösung der Banca d'Italia fünf aus vier.

Pontes und Appia: was das Eurosystem beschlossen hat

Die Versuchsphase endete mit zwei benannten Arbeitsschienen auf verschiedenen Zeithorizonten statt mit einer Entscheidung. Pontes ist die Lösung für den nahen Bedarf: Sie verbindet Markt-DLT-Plattformen mit den TARGET-Diensten, damit Euro-Großbetragsgeschäfte gegen Zentralbankgeld abgewickelt werden, und ist damit der Nachfolger des Trigger-Ansatzes, kein neuer Entwurf. Die EZB führt Pontes neben T2, T2S, TIPS und ECMS in ihrer Beschreibung der TARGET-Dienste, und deutlicher kann ein Hinweis auf den Ort kaum sein.

Appia ist die lange Schiene. Sie fragt, wie eine integrierte Finanzinfrastruktur auf Tokenisierung aussähe, wenn niemand zu einem Altsystem brücken müsste, einschließlich der internationalen Seite. Für eine Bank zählt die Trennung, weil sie zwei Budgethorizonte setzt: Ein Anschluss an Pontes ist ein Projekt, Appia eine Position zum Verfolgen.

Trigger, TIPS Hash-Link und DL3S

Die drei Entwürfe beantworten eine Frage auf drei Weisen: Wo liegt das Geld?

Die Trigger-Lösung lässt das Geld in T2. Eine DLT-Komponente verbindet Marktregister und Echtzeit-Bruttoabwicklung, der Vermögenswert bewegt sich im Marktregister, und der Trigger löst eine gewöhnliche Zahlung in T2 aus. Der TIPS Hash-Link wickelt das Geld auf einer TIPS-ähnlichen Plattform der Zentralbank ab, mit einem API-Gateway zwischen Plattform und Marktregister. DL3S geht am weitesten: Das Geldkonto selbst liegt auf einem Register des Eurosystems, beide Seiten also auf verteilter Infrastruktur.

Warum eine digitale Anleihe Zentralbankgeld braucht

Eine Anleihe auf einem Register löst die halbe Aufgabe. Das Wertpapier bewegt sich in Sekunden, die Zahlung läuft weiter den alten Weg, und dazwischen klafft eine Lücke, in der eine Seite geliefert hat und die andere nicht. Delivery versus Payment schließt diese Lücke, indem beide Seiten voneinander abhängen, und das geht nur, wenn beide am gleichen Abwicklungspunkt ankommen.

Deutsche Emittenten haben das nach dem Gesetz über elektronische Wertpapiere schon gemacht. Die Wertpapierseite behandelt Finance Loop unter digitale Anleihen und Onchain-Kapitalmärkte. Die Geldseite liefert die Wholesale-Arbeit, und ohne sie wickelt ein Emittent gegen Giralgeld oder einen Stablecoin ab und trägt das Emittentenrisiko.

Verhältnis zu tokenisierten Einlagen und digitalem Euro

Drei Formen digitalen Geldes bewerben sich um die Geldseite eines tokenisierten Geschäfts. Zentralbankgeld über eine Wholesale-Lösung hat kein Kreditrisiko und den engsten Zugang. Eine tokenisierte Einlage ist eine Forderung an eine Geschäftsbank, offen für die Kunden dieser Bank, und sie hält die Einlage in der Bilanz. Ein Stablecoin in der Abwicklung erreicht die meisten Gegenparteien und bringt Kredit- und Rücknahmebedingungen des Emittenten mit.

Der digitale Euro für Privatkunden gehört in keine dieser drei Gruppen. Er wickelt Verbraucherzahlungen ab, und das Eurosystem führt die beiden Projekte getrennt mit getrennten Entscheidungen.

Was unterscheidet Wholesale und Retail CBDC?

Wer sie halten darf. Eine Wholesale CBDC halten Banken und andere beaufsichtigte Institute zur Abwicklung untereinander, in der Rolle heutiger Zentralbankguthaben. Eine Retail CBDC halten Haushalte und Betriebe für alltägliche Zahlungen, und deshalb braucht sie Haltelimits, eine Offline-Funktion und einen Vertrieb über Banken.

Gibt es im Euroraum schon eine Wholesale CBDC?

Nein. Das Eurosystem hat Versuche mit echtem Zentralbankgeld durchgeführt, und der EZB-Rat hat beschlossen, die Arbeit an der Abwicklung von DLT-Geschäften in Zentralbankgeld in zwei Zeitschienen weiterzuführen. Eine Entscheidung über die Ausgabe ist ein eigener Schritt und steht aus.

Wholesale CBDC und Finance Loop

Finance Loop ist der Treffpunkt für die Abwicklung in digitalem Geld, und die Wholesale-Frage liegt zwischen zwei seiner Felder: der Wertpapierseite, die auf einem Register emittiert, und dem Zahlungsverkehr, der abwickeln muss. Finance Loop bringt die Leute mit T2-Zugang, die Emittenten in den DLT-Versuchen und die Juristen zusammen, die das Gutachten zur Endgültigkeit schreiben.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, etwa KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.

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