Was ist Wero?

Wero ist die digitale Wallet der European Payments Initiative (EPI), eines Unternehmens von 18 europäischen Banken und Zahlungsdienstleistern. Wero überweist Geld als Echtzeitzahlung von Konto zu Konto, der Zahler braucht nur die Handynummer des Empfängers. Wero läuft in Belgien, Frankreich, Deutschland und Luxemburg.

Wero kompakt

BegriffWero, ein Produkt der EPI Company SE, Brüssel. Der Name ist im Deutschen derselbe.
LizenzEPI ist ein Zahlungsinstitut, zugelassen von der Belgischen Nationalbank am 20. Februar 2024.
ZahlungsschieneDas Echtzeitüberweisungsverfahren des European Payments Council (SCT Inst).
MärkteBelgien, Frankreich und Deutschland seit 2024, Luxemburg seit September 2026. Niederlande und Österreich angekündigt.
Nutzer60 Mio. Nutzer; über 48.000 Händler haben Wero-Zahlungen abgewickelt (EPI, 16. September 2026).

Wie funktioniert Wero?

Wero funktioniert als Echtzeitüberweisung vom Konto des Zahlers auf das Konto des Empfängers, ausgelöst in der Banking-App oder in der Wero-App. Der Zahler gibt eine Handynummer ein, und das Geld kommt „in less than 10 seconds“ an, zu jeder Stunde und am Wochenende (Wero, send money). Das Konto wird belastet, sobald die Zahlung bestätigt ist. Laut Wero-Website sind Zahlungen zwischen Personen kostenlos.

Als Bezahlsystem folgt Wero dem Vier-Parteien-Modell aus Banken, Verbrauchern, Acquirern und Händlern, das EPI beschreibt, aufgebaut auf der vorhandenen Infrastruktur für Echtzeitzahlungen. Wero ist keine Kreditkarte. Es braucht weder Karte noch IBAN und gewährt keinen Kredit: Der Betrag kommt direkt vom Girokonto. In einem belgischen Geschäft scannt der Kunde einen Wero-QR-Code am Terminal und zahlt vom Bankkonto.

Wofür nutzt man Wero heute?

Mit Wero bezahlen Menschen einander in allen Wero-Märkten, und Schritt für Schritt auch online und im Geschäft. EPI nennt in seinen Mitteilungen diesen Zeitplan:

NutzungStand September 2026
Von Person zu PersonSeit 2024 in Belgien, Frankreich und Deutschland
Online-ShoppingIn Deutschland seit Ende 2025, etwa bei Decathlon, dm, Eventim und Lidl; Einführung in Frankreich und Belgien im Lauf von 2026
Im GeschäftErste Terminals in Belgien; breitere Einführung in Frankreich und Deutschland ab 2027
Rechnungen und AbosRechnungszahlungen in Luxemburg; Orange-Kunden in Frankreich zahlen Rechnungen mit Wero

Die Mitgliedsbanken von EPI stehen für mehr als 75 % der Privatkunden in Belgien, Frankreich und Deutschland (EPI, members).

Ist Wero international?

Wero funktioniert international innerhalb seiner Märkte: Nutzer zahlen mit derselben App über Grenzen hinweg zwischen den Wero-Ländern. In zwei der Wero-Länder in Europa ersetzt es eine nationale Lösung. Am 2. September 2026 kündigte EPI die letzte Phase des Umstiegs von Payconiq auf Wero in Luxemburg an. Die Payconiq-Plattform endet am 30. September 2026, alte Payconiq-QR-Codes funktionieren in der Wero-App bis Jahresende (EPI, 2. September 2026).

Wero ist Nachfolger von Payconiq und iDEAL. In den Niederlanden soll iDEAL bis 2027 auf Wero umziehen. EPI hat zudem Interoperabilitätsabkommen, die Wero-Nutzer mit der Zeit mit Zahlungslösungen in Italien, Spanien, Portugal und den nordischen Ländern verbinden sollen.

Wero oder digitaler Euro: Was ist der Unterschied?

Wero ist eine private Wallet, die Geld zwischen Konten bei Geschäftsbanken bewegt; der digitale Euro ist eine geplante Form von Zentralbankgeld.

Wero und digitaler EuroWeroDigitaler Euro
Emittent des GeldesDie Bank des Nutzers (Bankeinlage)Das Eurosystem (Zentralbankgeld)
RechtsgrundlagePrivates Verfahren; EPI hat eine Lizenz als ZahlungsinstitutVerordnungsvorschlag COM(2023) 369, noch in Verhandlung
Gesetzliches ZahlungsmittelNeinJa, nach Art. 7 des Vorschlags
StandIn Betrieb, 60 Mio. NutzerPilot ab dem zweiten Halbjahr 2027; erste Ausgabe im Lauf von 2029 möglich

Die EZB beantwortet die Frage für europäische Privatlösungen allgemein. Der digitale Euro könne „the 'fall-back' that enables full pan-European reach while preserving market access for domestic or regional schemes“ sein, etwa durch Co-Badging in bestehenden Wallets (EZB, FAQ zum digitalen Euro). Mehr unter Was ist der digitale Euro?

Wero in Deutschland, Österreich und der Schweiz

In Deutschland läuft Wero für Zahlungen zwischen Personen und beim Online-Shopping. Die EPI-Website nennt Sparkassen, Volksbanken Raiffeisenbanken und Deutsche Bank als Mitglieder. Die Deutsche Bank hat ihren Sitz in Frankfurt am Main (Impressum Deutsche Bank). Die BaFin beaufsichtigt die deutschen Banken, die Wero anbieten; EPI hat eine eigene Lizenz der Belgischen Nationalbank.

Österreich nannte EPI am 2. September 2026 als künftigen Wero-Markt, ohne Datum. Die FMA beaufsichtigt österreichische Banken. Keine der am 29. September 2026 gelesenen EPI- oder Wero-Seiten nennt die Schweiz als Wero-Markt. Die FINMA beaufsichtigt Schweizer Banken, und Echtzeitzahlungen in Franken laufen über das SIC-System der Schweizerischen Nationalbank. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.

Quellen

Über Finance Loop: Wero

Finance Loop ist der Treffpunkt für Fachleute aus Banken, Sparkassen und Zahlungsdienstleistern, die an europäischen Wallets für den Zahlungsverkehr arbeiten. Finance Loop verbindet die Finanz-, IT- und KI-Communities in Frankfurt, dem Sitz der Deutschen Bank, eines der EPI-Mitglieder hinter Wero. Auch die Sparkassen und die Volksbanken Raiffeisenbanken sind EPI-Mitglieder.

Im Dezember 2025 hat Finance Loop über eine Umfrage des Center for Financial Studies in Frankfurt berichtet: 62,3 % der befragten Fachleute aus der Finanzbranche sahen angesichts der vorhandenen Zahlungsmittel keinen Bedarf für einen digitalen Euro.

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