Die BaFin-Lizenz

BaFin-Lizenz ist der gängige Name für eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Eine einzige BaFin-Lizenz gibt es nicht: Das Geschäft bestimmt das Gesetz, vom Kreditwesengesetz für Einlagen und Kredite über das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz für Zahlungen bis zur MiCAR für Kryptodienste. Termine zu Regulierung und Compliance stehen im Kalender weiter unten.

Antragsordner und Geschäftsplan-Unterlagen für eine Erlaubnis als Finanzdienstleister

Welches Geschäft welche Lizenz braucht

  • Einlagen und Kredite sind Bankgeschäfte. Sie brauchen eine Erlaubnis nach § 32 KWG, mindestens 5 Mio. Euro Kapital und zwei fachlich geeignete, zuverlässige Geschäftsleiter, so die BaFin. Bei CRR-Kreditinstituten entscheidet die EZB.
  • Factoring und Finanzierungsleasing sind Finanzdienstleistungen nach dem KWG, ohne Mindestkapital im KWG.
  • Zahlungs- und E-Geld-Institute brauchen eine Erlaubnis nach § 10 oder § 11 ZAG. § 12 ZAG verlangt 20.000 Euro Anfangskapital nur für das Finanztransfergeschäft, 50.000 Euro nur für Zahlungsauslösedienste, 125.000 Euro für andere Zahlungsdienste und 350.000 Euro für ein E-Geld-Institut.
  • Kontoinformationsdienste brauchen eine Registrierung nach § 34 ZAG, leichter als eine volle Erlaubnis.
  • Eine Crowdfunding-Plattform braucht eine Lizenz nach der EU-Schwarmfinanzierungsverordnung, siehe Crowdinvesting in Deutschland.
  • Wertpapierinstitute brauchen eine Erlaubnis nach dem WpIG, siehe IFR und IFD.
  • Kryptowerte-Dienstleistungen brauchen eine Lizenz nach der MiCAR, siehe CASP-Lizenz.

So läuft der Antrag

Die BaFin ist erste Ansprechpartnerin und erteilt die Lizenz; Anträge von Banken und Finanzdienstleistern prüft sie gemeinsam mit der Deutschen Bundesbank. Eine Bank reicht einen Geschäftsplan mit Art und Umfang der Geschäfte, Planzahlen, Organisation und Risikomanagement ein. Ist der Antrag vollständig, beginnt eine Frist von sechs Monaten, an deren Ende die BaFin über die Erlaubnis entscheiden muss. Die Gebühr für einen KWG-Antrag richtet sich nach dem Zeitaufwand und fällt auch an, wenn der Antrag zurückgezogen oder abgelehnt wird.

Vor dem Start sollen Fintechs prüfen, ob ihr Modell erlaubnispflichtig ist; die BaFin bietet dafür ein Kontaktformular für Fintechs, über das sie eine Ansprechperson zuweist. Rechtsberatung darf die BaFin nicht leisten, und sie weist darauf hin, dass Geschäfte ohne Erlaubnis strafbar sein können.

So prüfen Sie eine BaFin-Lizenz

Die Unternehmensdatenbank der BaFin listet die beaufsichtigten Banken und Finanzdienstleister mit Anschrift, Tätigkeiten und Art der Erlaubnis. Zahlungs- und E-Geld-Institute stehen zudem im ZAG-Institutsregister, und die ESMA führt EU-weite Register für Crowdfunding-Plattformen und Kryptowerte-Dienstleister. Ein im EWR zugelassenes Unternehmen kann per Europäischem Pass in Deutschland tätig sein und steht dann ebenfalls in diesen Listen.

Eine Lizenznummer auf einer Website beweist für sich nichts. Die BaFin warnt regelmäßig vor Websites, die sich als zugelassene Firmen ausgeben; geprüft wird deshalb in der Datenbank der BaFin.

Kommende Events zu Regulierung und Compliance in Deutschland

Finance Loop und BaFin-Lizenzen

Finance Loop ist der Treffpunkt für Rechts-, Compliance- und Lizenzteams von Banken, Zahlungsinstituten, Kryptofirmen und Fintechs und für die Anwälte, die sie durch einen Antrag führen. Es verbindet die Finanz-, IT- und KI-Communitys in Deutschland, Österreich und der Schweiz, mit Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.

Beim Bybit EU Crypto Evening im TechQuartier, unterstützt von Finance Loop, ging es um Compliance unter der MiCAR. Finance Loop kündigte auch die KI Exchange 2026 in Hamburg an, eine Konferenz von Payment & Banking zu KI im Finanzwesen mit erwarteten Sprechern der BaFin.

Wie lange dauert eine BaFin-Lizenz?

Bei einer Bank hat die BaFin ab dem vollständigen Antrag sechs Monate Zeit. Für eine Erlaubnis als Zahlungsinstitut nach dem ZAG gilt eine kürzere Frist, siehe Payments-Regulierung in Deutschland. In der Praxis dauert es oft länger, bis der Antrag als vollständig gilt, als die Entscheidung selbst.

Was kostet eine BaFin-Lizenz?

Die BaFin erhebt eine Gebühr je Antrag. Für Factoring und Finanzierungsleasing sind es 4.646 Euro, für einen Antrag nach dem KWG richtet sie sich nach dem Aufwand. Dazu kommen das gesetzlich verlangte Kapital, von null im KWG für einen Factor bis 5 Mio. Euro für eine Bank, und die Kosten der Rechtsberatung.

Wie prüfe ich, ob ein Unternehmen eine BaFin-Lizenz hat?

Suchen Sie den Namen in der Unternehmensdatenbank der BaFin, die die Art der Erlaubnis zeigt. Für Zahlungs- und E-Geld-Institute gibt es das ZAG-Institutsregister, für Kryptofirmen und Crowdfunding-Plattformen die Register der ESMA.

BaFin-Lizenzen und Finance Loop

Finance Loop behandelt Lizenzen im Track Risk & Compliance, wo Banklizenz, ZAG-Erlaubnis und MiCAR-Lizenz nebeneinander stehen. Compliance- und Lizenzteams treffen Anwälte, Aufseher und Fintech-Gründer, die mit der BaFin arbeiten, bei Finance-Loop-Events.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.

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