Die CASP-Lizenz

CASP steht für Crypto-Asset Service Provider, auf Deutsch Kryptowerte-Dienstleister. Diese MiCA-Lizenz braucht eine Firma, bevor sie irgendwo in der EU Handel, Verwahrung, Tausch oder Beratung zu Kryptowerten anbietet. Sie kommt von einer nationalen Aufsicht wie der BaFin und gilt dann in allen 27 Mitgliedstaaten. Seit dem 1. Juli 2026 arbeitet eine Firma ohne sie in der EU illegal.

Die drei Klassen der CASP-Lizenz

MiCA teilt Krypto-Dienstleistungen nach Risiko in drei Klassen mit eigenem Mindestkapital. Klasse 1 umfasst Beratung zu Kryptowerten, Annahme und Übermittlung von Aufträgen und die Platzierung von Kryptowerten für einen Emittenten, bei 50.000 Euro Mindestkapital. Klasse 2 kommt mit dem Tausch von Kryptowerten gegen Geld oder andere Kryptowerte und der Portfolioverwaltung hinzu, bei 125.000 Euro. Klasse 3, die höchste Stufe, umfasst Verwahrung und Verwaltung von Kryptowerten für Kunden, den Betrieb einer Handelsplattform und Transferdienste und verlangt 150.000 Euro. Wer mehrere Dienste plant, beantragt die höchste Klasse, die sein Geschäft erreicht. Die Aufsicht kann nach Prüfung von Größe und Risikoprofil mehr Kapital verlangen als das Minimum.

Was ein Antrag zeigen muss

Neben dem Kapital verlangt MiCA vor der Zulassung ein dokumentiertes Governance- und Risikorahmenwerk, eine Prüfung der Zuverlässigkeit und fachlichen Eignung der Geschäftsleitung und ein funktionierendes Programm gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Der Antrag beschreibt außerdem die IT-Systeme, den Notfallplan, das Beschwerdeverfahren und, bei Verwahrung, wie genau die Firma die Kryptowerte der Kunden von den eigenen trennt. Ein vollständiger Antrag bei der BaFin hat oft mehr als 200 Seiten, bevor die erste Rückmeldung der Aufsicht kommt, und Firmen, die das Verfahren hinter sich haben, brauchten zwölf bis vierundzwanzig Monate. Wer heute beantragt, plant eine lange Vorlaufzeit ein und beginnt früh.

Wer in Deutschland eine CASP-Lizenz hat

Die DZ Bank erhielt im Dezember 2025 die BaFin-Zulassung für ihre Verwahrplattform meinKrypto. Die Deutsche Bank erwartet ihre Lizenz im zweiten Halbjahr 2026, für die Verwahrung von Bitcoin, Ether und Stablecoins. EU-weit hatten 2026 mehr als 350 Firmen eine CASP-Lizenz. Die ESMA veröffentlicht ein zentrales Register aller Kryptowerte-Dienstleister, die eine nationale Aufsicht zugelassen hat. Die BaFin führt ein entsprechendes deutsches Register, in beiden können Sie die MiCA-Lizenz einer Firma prüfen, bevor Sie sich auf sie verlassen.

Nach der Übergangsfrist

Die Übergangsfrist von MiCA, in der eine Firma mit alter nationaler Registrierung weiterarbeiten durfte, solange ihr CASP-Antrag lief, endete am 1. Juli 2026. Jede Kryptofirma mit Kundschaft in der EU braucht jetzt eine erteilte CASP-Lizenz. Die ESMA hat Anbieter ohne Lizenz aufgefordert, ihr EU-Geschäft geordnet abzuwickeln. Vor der Frist konnte eine Firma damit werben, „MiCA-ready“ zu sein; seitdem ist die Lizenz die Bedingung für jedes Geschäft in der EU, und im ESMA- oder BaFin-Register sehen Kunden, ob eine Firma sie hat.

Kommende Termine zu Krypto-Compliance in Deutschland

Finance Loop und die CASP-Lizenz

CASP-Zulassung, Compliance und Verwahrung waren Themen beim Forum für Digitale Vermögenswerte, einem deutschsprachigen Forum mit Finance Loop als Partner. Finance Loop ist Partner von OKX, einer Krypto-Börse mit MiCA-Lizenz in Europa. Beim Bybit EU Crypto Evening im TechQuartier sprach ein Senior Policy Director über Compliance unter MiCAR. Die CASP-Lizenz gehört zum Track Risk & Compliance von Finance Loop. Verwandte Seiten: MiCA in Deutschland, MiCAR und Krypto-Verwahrung.

Wofür steht CASP?

CASP steht für Crypto-Asset Service Provider, den Begriff, den MiCA für eine Firma mit Lizenz für Kryptodienste in der EU verwendet: Verwahrung, Tausch, Betrieb einer Handelsplattform, Beratung oder Portfolioverwaltung. Die Lizenz braucht eine reine Krypto-Börse ebenso wie eine klassische Bank, die Kryptodienste ins Angebot nimmt.

Wie viel Kapital verlangt eine CASP-Lizenz?

MiCA setzt drei Stufen: 50.000 Euro für Beratung und auftragsbezogene Dienste, 125.000 Euro für Tausch und Portfolioverwaltung und 150.000 Euro für Verwahrung, Handelsplattform und Transferdienste. Die nationale Aufsicht kann je nach Risikoprofil mehr verlangen.

Gilt eine CASP-Lizenz in der ganzen EU?

Ja. Eine CASP-Lizenz einer nationalen Aufsicht wie der BaFin gilt per Passporting in jedem anderen Mitgliedstaat, eine eigene Lizenz pro Land braucht die Firma nicht. Sie muss aber jede Aufsicht im Gastland informieren, bevor sie dort startet, und bleibt im Alltag unter der Aufsicht, die die Lizenz erteilt hat.

Die CASP-Lizenz und Finance Loop

CASP-Zulassung, Compliance und Verwahrung waren Themen beim Forum für Digitale Vermögenswerte, einem Partner-Event von Finance Loop, und Finance Loop ist Partner von OKX, einer Krypto-Börse mit MiCA-Lizenz in Europa. Beim Bybit EU Crypto Evening in Frankfurt sprach ein Senior Policy Director über Compliance unter MiCAR. Die CASP-Lizenz gehört zum Track Risk & Compliance von Finance Loop.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld und Risk & Compliance.

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