Blockdaemon: Blockchain-Infrastruktur für Institute
Blockdaemon beschreibt sein Geschäft als „institutional blockchain infrastructure“: Nodes, Staking, APIs und Wallets für Finanzinstitute auf mehr als 60 Protokollen. Konstantin Richter gründete das Unternehmen im Oktober 2017 in San Francisco. Heute hat es Büros in Galway, London, Singapur, Abu Dhabi, Newcastle und New York.
Blockdaemon ist Event- und Netzwerkpartner von Finance Loop.
Was Blockdaemon macht
Eine Bank, ein Verwahrer oder eine Börse, die Kryptowerte halten oder staken will, braucht Rechner, die mit jeder Blockchain verbunden sind: Nodes, die Transaktionen lesen und senden, und Validator-Nodes, die auf Proof-of-Stake-Netzen Blöcke bestätigen. Blockdaemon betreibt diese Infrastruktur für seine Kunden, man spricht von Node as a Service. Das Unternehmen nennt mehr als 250.000 gestartete Nodes, über 400 institutionelle Kunden, mehr als 10 Mrd. US-Dollar im Staking auf seinen Validatoren und über 110 Mrd. US-Dollar an digitalen Assets, die seine Infrastruktur absichert.
Die Produkte bilden vier Gruppen: Nodes, Staking (auch Liquid Staking und Staking-APIs), Wallets und APIs. Die Wallets heißen Institutional Vault, eine MPC-Wallet für Firmen mit Kundenvermögen, und Builder Vault für Firmen, die eine eigene Wallet bauen. Die APIs liefern RPC-Zugang, indexierte Blockchain-Daten, Event-Streams und Reporting. Blockdaemon nennt sich den einzigen unabhängigen Staking-Anbieter mit ISO-27001-Zertifikat und hat seit Juni 2025 einen SOC-2-Type-II-Bericht.
Institutionelles Staking einfach erklärt
Auf einer Proof-of-Stake-Blockchain wie Ethereum sperren Validatoren die Coins des Netzes und bestätigen dafür Transaktionen gegen eine Belohnung. Ein Validator, der offline geht, verdient weniger, und einer, der widersprüchliche Blöcke signiert, wird „geslasht“: Ein Teil seines Einsatzes wird vernichtet. Ein voller Ethereum-Validator braucht 32 Ether und ein System, das rund um die Uhr läuft. Staking-Anbieter für Institute übernehmen diese Arbeit für Vermögensverwalter, Verwahrer und Börsen, die die Kundenbeziehung behalten und die Erträge weitergeben.
Liquid Staking ist ein zweiter Weg. Protokolle wie Lido bündeln kleinere Einlagen, betreiben die Validatoren und geben einen Token wie stETH aus, der die gestakte Position abbildet und handelbar ist oder in DeFi genutzt wird. Blockdaemon bietet Instituten Liquid Staking neben dem direkten Staking auf eigenen Validatoren an.
Krypto-Staking und die Antwort Was ist Staking? erklären den Ablauf, Yield Farming oder Staking zeigt, wo Staking endet und DeFi beginnt.
Staking und die Regeln in Europa
Die EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA) hat keinen Artikel zum Staking selbst. Die Regeln ergeben sich aus den Diensten drumherum. Wer die gestakten Coins für Kunden hält, verwahrt sie und braucht dafür eine MiCA-Lizenz, in Deutschland von der BaFin. Der Münchner Verwahrer Tangany etwa hat eine MiCAR-Lizenz, die Verwahrung, Staking und Transfers nennt. Eine Bank, die Staking über einen Anbieter wie Blockdaemon anbietet, prüft deshalb zweierlei: ihre eigene Lizenz für die Verwahrung und das Betriebsrisiko der Validatoren, das unter der EU-Verordnung DORA als IKT-Drittanbieterrisiko gilt. MiCAR, Verordnung (EU) 2023/1114 und Was ist DORA? gehen ins Detail.
Wann und wo wurde Blockdaemon gegründet?
Blockdaemon wurde im Oktober 2017 in San Francisco als Blockdaemon Inc. von Konstantin Richter gegründet, der bis heute CEO ist. In Europa hat es Büros in Galway (Irland), London und Newcastle.
Was ist eine MPC-Wallet?
Eine MPC-Wallet teilt den privaten Schlüssel einer Krypto-Wallet in mehrere Teile auf verschiedenen Rechnern oder bei verschiedenen Personen auf. MPC heißt Multi-Party Computation: Die Teile signieren eine Transaktion gemeinsam, der ganze Schlüssel existiert nie an einem Ort. Multisig erreicht Ähnliches auf der Blockchain mit mehreren eigenen Schlüsseln, MPC dagegen off-chain und auch auf Blockchains ohne Multisig. Zu den Anbietern für Institute gehört Blockdaemon mit dem Institutional Vault.
Was ist Node as a Service?
Bei Node as a Service betreibt ein Anbieter Blockchain-Nodes für einen Kunden und gibt ihm Zugang per API. Blockchain-Node-Provider wie Blockdaemon ersparen einer Bank eigene Server für jedes Netz, das sie unterstützt.
Ist Staking unter MiCA reguliert?
Staking ist unter MiCA nur über die Dienste drumherum geregelt, vor allem die Verwahrung der gestakten Werte. Die Verordnung selbst regelt Staking nicht. Steuerregeln wie Staking-Steuern in Deutschland kommen hinzu.
Blockdaemon und Finance Loop
Blockdaemon ist Event- und Netzwerkpartner von Finance Loop: Das Logo steht bei den Partnern auf der Seite Über Finance Loop, und Finance Loop dankte Blockdaemon im Rückblick auf das erste Jahr. Staking und Verwahrinfrastruktur gehören zum Feld Investment & digitale Vermögenswerte.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld und Risk & Compliance.