G20-Roadmap für den Zahlungsverkehr

Die G20-Roadmap für den Zahlungsverkehr ist ein internationales Programm zur Verbesserung von Geldtransfers zwischen Ländern. Der Finanzstabilitätsrat FSB koordiniert die Arbeit mit dem Zahlungsverkehrsausschuss CPMI der BIZ. Das Programm behandelt Kosten, Verzögerungen und Zugangshürden, die Unternehmen und private Absender bei Auslandszahlungen betreffen.

Banken, Zahlungsdienstleister und Behörden arbeiten an besser verbundenen Systemen und verständlichen Zahlungsinformationen. Gemeinsame Ziele geben ihnen einen Maßstab für Kosten, Geschwindigkeit und Zugänglichkeit von Auslandszahlungen. Absender sollen die Bedingungen eines Transfers nachvollziehen können und Empfänger ihr Geld mit weniger vermeidbaren Verzögerungen erhalten.

Überweisungsschalter mit Euro- und Dollarnoten

Von 19 Bausteinen zu 15 Maßnahmen

Der FSB schrieb die Roadmap 2020 im Auftrag der G20, mit 19 Bausteinen gegen die Ursachen hoher Kosten und langer Laufzeiten. Im Oktober 2021 billigten die G20-Staatschefs 11 globale Ziele für drei Segmente: Großbetragszahlungen, Massenzahlungen und Rücküberweisungen. Im Februar 2023 ordnete der FSB die Roadmap um 15 vorrangige Maßnahmen in drei Themen: Verbindung und Öffnung von Zahlungssystemen, rechtlicher und aufsichtlicher Rahmen sowie Datenaustausch und Nachrichtenstandards. Der FSB veröffentlicht die Dokumente.

Die Ziele für Zahlungen und Rücküberweisungen

Bei Massenzahlungen sollen die Kosten bis Ende 2027 im Schnitt auf 1 % sinken, kein Korridor über 3 %, und 75 % der Zahlungen sollen binnen einer Stunde ankommen, der Rest binnen eines Geschäftstags, wie The Paypers (auf Englisch) zusammenfasst. Bei Rücküberweisungen gilt 3 % für 200 Dollar bis 2030, kein Korridor über 5 %. Jeder Nutzer soll mindestens einen Weg haben, elektronisch ins Ausland zu zahlen oder Geld zu empfangen. Mehr zu grenzüberschreitenden Zahlungen.

Wo die Roadmap steht

Der Bericht des FSB vom 9. Oktober 2025 hält fest, dass die Regelarbeit weitgehend steht, bei den Nutzern aber noch nicht spürbar ankommt. Großbetragszahlungen und Rücküberweisungen kommen schneller an, die Kosten von Rücküberweisungen bleiben hoch. The Paypers liest die Kennzahlen 2025 so: 35,4 % der Massenzahlungen kommen binnen einer Stunde an, 39,6 Punkte unter dem Ziel, und 62,9 % der Anbieter nennen Kosten und Dauer. Der FSB setzt nun auf Überwachung und Umsetzung des Vereinbarten, darunter die überarbeitete FATF-Empfehlung 16 zur Zahlungstransparenz.

Was das für Banken und Firmen in Europa heißt

Die Roadmap erreicht den europäischen Zahlungsverkehr über Regeln und Infrastruktur. Die reicheren Daten der ISO-20022-Migration bedienen das Datenthema. Die EZB nennt die Roadmap als Grund, ihren Echtzeitdienst TIPS mit Systemen im Ausland zu verbinden, siehe Echtzeitüberweisung ins Ausland. Innerhalb der EU kosten grenzüberschreitende Euro-Zahlungen in Europa schon so viel wie inländische. Die Lücke liegt bei Ländern außerhalb von SEPA und bei anderen Währungen.

Kommende Payments-Events

Was sind die G20-Ziele für Auslandszahlungen?

Elf messbare Ziele für Kosten, Tempo, Zugang und Transparenz in drei Segmenten: Großbetragszahlungen, Massenzahlungen und Rücküberweisungen. Die meisten gelten bis Ende 2027, das Kostenziel von 3 % für Rücküberweisungen bis 2030.

Werden die Ziele bis 2027 erreicht?

Der FSB erwartet das nicht. Der Fortschrittsbericht des FSB 2025 hält eine zufriedenstellende Verbesserung weltweit im Zeitplan bis 2027 für unwahrscheinlich, vor allem weil Kosten und Transparenz für Nutzer kaum besser wurden.

Wer steuert die G20 Roadmap?

Der Finanzstabilitätsrat steuert die Roadmap über seine Koordinierungsgruppe für grenzüberschreitende Zahlungen, gemeinsam mit dem Zahlungsverkehrsausschuss CPMI der BIZ, der auch Daten zum Korrespondenzbankgeschäft liefert.

Die G20 Roadmap und Finance Loop

Finance Loop ist der Treffpunkt in Deutschland für Menschen aus Banken, Fintechs und Zentralbanken, die an den Systemen arbeiten, die die G20 Roadmap verändern will. Finance Loop ist Partner der Digital Euro Association und Partner ihrer Digital Euro Conference in Frankfurt, wo grenzüberschreitende Abwicklung neben digitalem Euro und Stablecoins auf der Agenda steht.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk, das die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen fördert, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risiko & Compliance.

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