Network Tokenization
Network Tokenization ersetzt eine Zahlungskartennummer durch einen Ersatzwert, den das Kartennetz ausgibt und verwaltet. Ein solcher Token lässt sich auf einen bestimmten Händler, ein Gerät oder eine Zahlungsart beschränken, was seinen Nutzen bei einem Diebstahl begrenzt. Händler, Zahlungsdienstleister und Kartenausgeber verwenden Token für gespeicherte Karten und digitale Wallets.
Kartennetze wie Visa und Mastercard bieten Token-Dienste, die Zahlungsdaten bei Änderungen der zugrunde liegenden Karte aktualisieren. Das hilft Händlern, wiederkehrende Zahlungen ohne erneute Eingabe der Kartendaten durch Kunden fortzuführen. Die Zahlung braucht weiterhin die Genehmigung des Kartenausgebers und die für den Vorgang erforderlichen Sicherheitsprüfungen.
Netzwerk-Token, PSP-Token und Kartennummer
Ein Händler, der Karten für spätere Zahlungen speichert (Card on File), hielt bisher die Kartennummer selbst oder einen Token seines Zahlungsdienstleisters. Ein PSP-Token gilt nur in dessen Systemen, ans Netz geht weiter die echte Nummer. Ein Netzwerk-Token läuft durch die ganze Kette: Das Kartennetz erzeugt ihn nach dem EMVCo-Standard, kann ihn auf einen Händler, Kanal oder ein Gerät beschränken und übersetzt ihn zurück (Sikich, auf Englisch).
Jede Zahlung mit Netzwerk-Token trägt ein Kryptogramm, das einmal gilt und vom Kartenausgeber geprüft wird. Eine Payment Account Reference verbindet alle Token einer Karte mit dem Kartenkonto, so erkennt ein Händler wiederkehrende Kunden ohne Kartennummer (Pagos, auf Englisch). Die Antwort zur Tokenisierung im Zahlungsverkehr erklärt das Prinzip allgemein.
Card on File: Regeln für gespeicherte Karten
Visa und Mastercard trennen Zahlungen mit gespeicherter Karte in kundeninitiierte, bei denen der Karteninhaber dabei ist, und händlerinitiierte wie die Verlängerung eines Abos. Die erste Zahlung ist kundeninitiiert, trägt ein Zustimmungs-Flag und im EWR die starke Kundenauthentifizierung. Jede spätere händlerinitiierte Zahlung verweist mit der Transaktions-ID von Visa oder der Trace-ID von Mastercard auf die erste, und falsche Flags kosten Gebühren oder Strafen (Merchant Risk Council, auf Englisch).
Abgelaufene und neu ausgegebene Karten sind der häufigste Grund, warum eine gespeicherte Karte scheitert. Bei Kartennummern helfen Account-Updater-Dienste der Netze. Einen Netzwerk-Token aktualisiert das Netz, sobald die Bank die Karte ersetzt (Solidgate, auf Englisch). Ein Token statt gespeicherter Kartennummer verkleinert zudem den Teil der Systeme, der unter PCI DSS fällt.
Das Ziel von Mastercard für Europa 2030
Mastercard entwickelte den Token-Standard 2013, EMVCo übernahm ihn, und der Mastercard Digital Enablement Service startete 2014 mit Apple Pay. Weltweit sind über 30 Prozent der Mastercard-Transaktionen tokenisiert, und bis 2030 will das Unternehmen die manuelle Karteneingabe im E-Commerce in Europa beenden, mit Token, Click to Pay und Passkeys (Mastercard, auf Englisch). Bei Just Eat Takeaway.com hatten tokenisierte Zahlungen halb so viele Chargebacks wie manuell eingegebene Karten, 5,5 Prozent mehr Conversion und über 30 Prozent weniger Ablehnungen, so dieselbe Quelle.
Wer die Token anfordert, zählt beim Wechsel des Anbieters. Token über die Token-Requestor-ID eines Anbieters ziehen nicht automatisch mit um; die Seite zu Payment Orchestration behandelt das unter der Portabilität des Token-Tresors.
Kommende Payments-Events in Deutschland
Finance Loop, der Treffpunkt für Karten-Token
Finance Loop ist der Treffpunkt für alle, die in Deutschland Zahlungen mit gespeicherten Karten betreiben: Onlinehändler und Abo-Anbieter, Zahlungsdienstleister, Acquirer, Kartenausgeber und Kartensysteme. Finance Loop verbindet die Finance-, IT- und KI-Communities in Deutschland, Österreich und der Schweiz, mit Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.
Visa ist Event- und Netzwerkpartner von Finance Loop. Bei Capital & Code in Frankfurt, wo Finance Loop Medienpartner ist, sprechen Mastercard, PayPal und Worldline mit AllUnity über die Zukunft des Bezahlens, auch über Zahlungen durch KI-Agenten.
Zahlungsverkehr & digitales Geld
Risiko & Compliance
Was ist Network Tokenization?
Network Tokenization ist der Ersatz einer gespeicherten Kartennummer durch einen Token, den das Kartennetz ausgibt und verwaltet. Der Token gilt für einen Händler, jede Zahlung trägt ein Einmal-Kryptogramm, und das Netz aktualisiert den Token, wenn die Karte ersetzt wird.
Was unterscheidet Netzwerk-Token und Gateway-Token?
Ein Gateway- oder PSP-Token existiert nur im Tresor eines Anbieters; der Anbieter sendet die echte Kartennummer ans Netz. Ein Netzwerk-Token kennen Netz und Kartenausgeber, er läuft durch die ganze Zahlungskette und bleibt nach einer neuen Karte gültig.
Was bedeutet Card on File?
Card on File, auch Credential on File, ist eine Karte, die ein Händler mit Zustimmung des Karteninhabers für spätere Zahlungen speichert. Die Netze verlangen ein Zustimmungs-Flag bei der ersten Zahlung und einen Verweis darauf bei jeder weiteren.
Was ist ein Account Updater?
Ein Account Updater ist ein Dienst von Visa und Mastercard, der neue Kartennummern und Ablaufdaten von den Banken an Händler mit gespeicherten Karten weitergibt. Netzwerk-Token machen ihn für diese Karten überflüssig, weil das Netz den Token direkt aktualisiert.
Network Tokenization und Finance Loop
Finance Loop behandelt Karten-Token und Zahlungen mit gespeicherten Karten im Track Zahlungsverkehr & digitales Geld. Finance Loop zählt Visa zu seinen Event- und Netzwerkpartnern und ist Medienpartner von Capital & Code, wo Mastercard über die Zukunft des Bezahlens spricht. Termine stehen auf der Event-Seite.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk, das die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen fördert, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risiko & Compliance.