Echtzeitüberweisung in Europa
Seit der EU-Verordnung über Sofortzahlungen ist die Überweisung in zehn Sekunden Pflicht, und mit ihr kam der Namensabgleich beim Empfänger. Unten steht, wie das nach EU-Recht funktioniert und was Banken und Zahlungsdienstleister noch bauen müssen. Termine mit Datum stehen im Kalender.
Was die Instant-Payments-Verordnung verlangt
Die Verordnung (EU) 2024/886, die Instant-Payments-Verordnung, ändert die SEPA-Regeln, die schon für Euro-Überweisungen galten. Sie schafft kein neues Zahlungsmittel. Sie verpflichtet jeden Zahlungsdienstleister, der eine normale SEPA-Überweisung anbietet, auch eine Echtzeitvariante anzubieten, dem Empfänger innerhalb von zehn Sekunden gutgeschrieben und bestätigt, zu jeder Stunde an jedem Tag. Die Verordnung verbietet, für die Echtzeitüberweisung mehr zu verlangen als für die normale; damit fiel die Gebühr, mit der viele Banken die Echtzeitüberweisung seit dem Start des Verfahrens SEPA Instant Credit Transfer als kostenpflichtiges Extra verkauft hatten.
Empfängerüberprüfung: der Namensabgleich vor dem Senden
Neben der Zehn-Sekunden-Frist verlangt die Verordnung eine Empfängerüberprüfung (Verification of Payee): Bevor eine Überweisung hinausgeht, prüft die Bank des Senders, ob der eingegebene Name zum Namen auf dem Empfängerkonto passt, und warnt, wenn nicht. Die Prüfung gilt für Echtzeit- und normale SEPA-Überweisungen und soll Betrug abfangen, bei dem Täter eine korrekte IBAN mit einem falschen Namen nennen. Banken im Euroraum bauten den Abgleich nach einem gemeinsamen Zeitplan der Verordnung, denn die Warnung funktioniert nur, wenn sendende und empfangende Bank ihn unterstützen.
TARGET, TIPS und die Abwicklung in zehn Sekunden
Eine Echtzeitüberweisung wird über TIPS abgewickelt, den Abwicklungsdienst für Sofortzahlungen, den die Europäische Zentralbank von Frankfurt aus als Teil der TARGET-Infrastruktur betreibt. TIPS bewegt Zentralbankgeld rund um die Uhr zwischen den teilnehmenden Banken, und erst das macht eine Überweisung in zehn Sekunden zu jeder Stunde möglich, ohne die Verzögerungen der Stapelverarbeitung älterer Systeme. Eine Bank mit direktem Anschluss an TIPS wickelt selbst ab; ein kleineres Zahlungsinstitut erreicht TIPS meist indirekt über eine größere Bank, die die Abwicklung als Dienstleistung anbietet.
Echtzeitzahlungen außerhalb von Euro und EU
Die Instant-Payments-Verordnung bindet Anbieter im Euroraum, Echtzeitverfahren gibt es aber auch darüber hinaus. Die Schweiz betreibt über SIX, die Betreiberin der Schweizer Finanzinfrastruktur, ein eigenes System für Sofortzahlungen nach einem ähnlichen Prinzip, schnell und günstig, aber außerhalb der EU-Verordnung und des SEPA-Raums. Ein Zahlungsdienstleister, der in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig ist, muss deshalb zwei getrennte Echtzeitsysteme unterstützen, auch wenn beide für den Kunden dasselbe Ergebnis liefern sollen.
Kommende Events zu Instant Payments in Europa
Finance Loop und Echtzeitüberweisung in Europa
Finance Loop ist der Treffpunkt für Menschen, die die Systeme hinter Echtzeitzahlungen bauen: Treasury- und Payments-Teams der Banken, Compliance-Fachleute für PSD2 und PSD3 und die Fintechs, die Infrastruktur für Echtzeitüberweisungen verkaufen. Es verbindet die Finance-, IT- und KI-Communitys in Deutschland, Österreich und der Schweiz, mit Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.
Finance Loop ist strategischer Partner der Digital Euro Association, Gastgeberin der Digital Euro Conference in Frankfurt, auf der Echtzeitzahlungen neben dem digitalen Euro und Stablecoins auf der Agenda stehen. Verwandte Seiten: Zahlungsverkehr in Europa, Zahlungsverkehr in Deutschland und Stablecoins in Europa.
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Wie schnell ist eine Echtzeitüberweisung in Europa?
Nach der Instant-Payments-Verordnung muss die Bank des Empfängers das Geld innerhalb von zehn Sekunden gutschreiben und dem Sender den Eingang bestätigen, zu jeder Stunde, an jedem Tag des Jahres. Das ist eine gesetzliche Höchstgrenze; die meisten Überweisungen laufen über TIPS schneller.
Was ist die Empfängerüberprüfung?
Die Empfängerüberprüfung (Verification of Payee) ist ein Abgleich, den die Bank des Senders vor einer Echtzeit- oder normalen SEPA-Überweisung ausführt: Sie vergleicht den eingegebenen Namen mit dem Namen auf dem Konto hinter der IBAN und warnt den Sender, wenn beide nicht passen. Die Instant-Payments-Verordnung schreibt sie vor, um Betrug mit korrekter IBAN und falschem Namen einzudämmen.
Darf eine Bank für die Echtzeitüberweisung mehr verlangen?
Nein. Die Instant-Payments-Verordnung verbietet Zahlungsdienstleistern, für eine SEPA-Echtzeitüberweisung mehr zu verlangen als für eine normale Überweisung. Vorher nahmen viele Banken für die Echtzeitvariante eine eigene, oft höhere Gebühr.
Echtzeitüberweisung in Europa und Finance Loop
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld und Risk & Compliance.
Es verbindet die Finance-, IT- und KI-Communitys in Deutschland, Österreich und der Schweiz, mit Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg. Wer in Europa an Echtzeitzahlungen arbeitet, trifft Fachleute aus demselben Feld bei den Events von Finance Loop.