European Payments Council
Der European Payments Council (EPC) ist ein gemeinnütziger Verband von Zahlungsdienstleistern und ihren Verbänden. Der EPC entwickelt und pflegt gemeinsame Regeln für Überweisungen und Echtzeitüberweisungen sowie Lastschriften im einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum SEPA. Diese Regeln legen fest, wie teilnehmende Zahlungsdienstleister eine Zahlung bearbeiten und miteinander kommunizieren.
Gemeinsame Verfahren ermöglichen es Banken, Euro-Zahlungen auch über Landesgrenzen hinweg nach denselben vereinbarten Abläufen auszuführen. Der EPC aktualisiert die Regelwerke unter Beteiligung der Branche und vertritt deren Positionen im europäischen Zahlungsverkehr. Banken und Infrastrukturbetreiber setzen diese Regeln in ihren eigenen Zahlungssystemen um; der Verband ist keine EU-Institution.
Mitglieder und Leitung des EPC
42 europäische Banken und Bankenverbände gründeten den EPC im Frühjahr 2002, um SEPA umzusetzen. Mitglieder sind heute Zahlungsdienstleister und ihre Verbände aus dem SEPA-Raum. Laut EZB (auf Englisch) entwickelt und verwaltet der EPC die SEPA-Verfahren; den Rahmen setzt EU-Recht: Zahlungsdiensterichtlinie, SEPA-Verordnung und Verordnung zu Echtzeitüberweisungen.
Eine Bank tritt einem Verfahren bei, indem sie dessen Beitrittsvertrag unterschreibt. Für die SEPA-Überweisung zählt die Bundesbank mehr als 4.500 teilnehmende Zahlungsdienstleister.
Die Verfahren und Regelwerke
Der EPC verwaltet vier Zahlverfahren im SEPA-Raum: die SEPA-Überweisung, die SEPA-Echtzeitüberweisung, die Lastschrift SDD Core für Verbraucher und die SDD B2B für Unternehmen. Das Verfahren One-Leg Out Instant Credit Transfer deckt den Euro-Teil von Echtzeitzahlungen in den SEPA-Raum oder aus ihm heraus ab. Dazu kommen Verfahren, die selbst kein Geld bewegen: SEPA Request-to-Pay, SEPA Payment Account Access und die Empfängerüberprüfung vor einer Überweisung.
Der EPC veröffentlicht auch Leitlinien, am bekanntesten den EPC-QR-Code, in Deutschland GiroCode genannt. Änderungen laufen über öffentliche Konsultationen und treten in einem jährlichen Zyklus in Kraft, meist im November.
Kommende Events zu Payments
Ist der European Payments Council eine EU-Behörde?
Der EPC ist ein privater Verband von Zahlungsdienstleistern, während EU-Recht, Kommission und EZB Vorgaben setzen; der EPC macht daraus Verfahrensregeln, denen Banken beitreten.
Welche Systeme wickeln EPC-Verfahren ab?
Jedes Clearing- und Abwicklungssystem, das die Regelwerke einhält, kann EPC-Verfahren abwickeln, etwa STEP2 und RT1 von EBA Clearing, TIPS des Eurosystems oder der Massenzahlungsverkehr der Bundesbank; der EPC betreibt keines davon.
Legt der EPC den Preis einer SEPA-Überweisung fest?
Jede Bank bestimmt ihre Preise selbst, während EU-Recht verlangt, dass eine grenzüberschreitende Euro-Überweisung so viel kostet wie eine inländische und eine Echtzeitüberweisung nicht mehr als eine normale.
European Payments Council und Finance Loop
Finance Loop bringt die Fachleute aus Banken und Zahlungsunternehmen zusammen, die jede neue Fassung der EPC-Regelwerke umsetzen, von der Empfängerüberprüfung bis Request-to-Pay. Finance Loop ist Partner der Digital Euro Association, Gastgeber der Digital Euro Conference in Frankfurt, wo die Zukunft der Euro-Zahlverfahren auf der Agenda steht.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk, das die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen fördert, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risiko & Compliance.