Permissioned Blockchain

Eine Permissioned Blockchain ist ein gemeinsames Register, bei dem ein Betreiber oder eine Gruppe von Mitgliedern festlegt, wer es lesen, wer Transaktionen einreichen und wer sie validieren darf. Banken nutzen das Modell für Zahlungs- und Abwicklungsnetze untereinander, in denen jeder Teilnehmer ein bekanntes, beaufsichtigtes Institut ist. Termine stehen im Kalender unten.

Wer in einem Permissioned-Netz was entscheidet

Auf einer öffentlichen, permissionless Blockchain wie Bitcoin oder Ethereum kann jeder einen Knoten betreiben, jede Transaktion lesen und am Konsens teilnehmen. Eine Permissioned Blockchain trennt diese Rechte und vergibt sie nach Identität: Ein Mitglied darf nur lesen, ein anderes Transaktionen einreichen, ein drittes auch Blöcke validieren. Die Studie Transactional Properties of Permissioned Blockchains (auf Englisch) beschreibt solche Netze als von bekannten Teilnehmern betrieben, die einander nicht vertrauen müssen; der Zugang läuft über ein Identitätsregister.

Weil die Validatoren bekannt sind, braucht ein Permissioned-Netz weder Proof of Work noch Proof of Stake, um die Reihenfolge der Transaktionen festzulegen. Üblich sind Abstimmungsprotokolle aus der Familie der Byzantine Fault Tolerance oder ausfalltolerante wie Raft, wie der Vergleich der beiden Modelle bei MoonPay (auf Englisch) zeigt. Innerhalb der Gruppe ist eine Transaktion in Sekunden final. Der Preis ist Kontrolle: Betreiber oder Konsortium werden zum zentralen Entscheidungs- und Ausfallpunkt, und wer seine Prozesse auf eine Plattform gebaut hat, kommt schwer wieder heraus.

Zuerst der Zahlungsverkehr: Abwicklung zwischen Banken

Ein Einsatz von Permissioned-Registern, der im Bankwesen schon läuft, ist die grenzüberschreitende Zahlung zwischen Banken. Partior, getragen von DBS, J.P. Morgan, Standard Chartered und Temasek, ist ein Blockchain-Netz für atomare Abwicklung rund um die Uhr, mit einem einheitlichen Register für Auslandszahlungen und Devisengeschäfte Zug um Zug in US-Dollar, Singapur-Dollar und Euro. Bei einem Devisengeschäft auf einem solchen Register werden beide Währungsseiten zusammen abgewickelt oder gar nicht.

Die Deutsche Bank hat im November 2024 in Partior investiert und im Mai 2025 eine Plattformvereinbarung (auf Englisch) unterzeichnet, um als Abwicklungsbank für Euro und US-Dollar beizutreten. Im September 2025 hat sie eine erste Euro-Testzahlung (auf Englisch) über das Netz abgewickelt, mit DBS als Empfängerbank. Dasselbe Muster, Banken auf einem gemeinsamen Register mit Giral- oder Zentralbankgeld als Geldseite, steckt hinter tokenisierten Einlagen und dem Eurosystem-Dienst Pontes.

Öffentliche Chains mit Berechtigungen obendrauf

Die Gruppe Deutsche Börse sieht immer mehr tokenisierte Wertpapiere auf öffentlichen, permissionless Blockchains, wie sie in ihrer Antwort auf eine Konsultation des Basler Ausschusses (auf Englisch) schreibt. Sie vergleicht das mit dem Internet: TCP/IP ist auf der Basisschicht offen und in den Anwendungen darauf teilweise beschränkt. In der Praxis setzt eine Bank auf einer öffentlichen Chain die Berechtigungen selbst, etwa mit Token-Verträgen, die Übertragungen nur zwischen geprüften Wallets zulassen. Netze wie Canton Network gehen einen Mittelweg und teilen nur die Teile einer Transaktion, die beide Gegenparteien sehen müssen.

Für eine Bank hat die Wahl eine Kapitalseite. Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht kam zu dem Schluss, dass sich die Risiken von Kryptowerten auf permissionless Blockchains nicht genug mindern lassen, um die mildere Gruppe-1-Behandlung zu erhalten; die Deutsche Börse widersprach und nannte KYC-Pflichten als Gegenmittel. Im Februar 2026 hat der Ausschuss eine beschleunigte Überprüfung (auf Englisch) ausgewählter Teile seines Kryptostandards angekündigt.

Was eine Bank vor dem Beitritt prüft

Ein Permissioned-Netz erreicht nur die Kunden seiner Mitglieder. Die erste Frage ist also, wer noch dabei ist und welches Geld die Geldseite abwickelt. Die zweite: Wie ist das Netz an TARGET, andere Register und öffentliche Chains angebunden? Getrennte Permissioned-Netze sprechen nicht von selbst miteinander; die Seite zu Cross-Chain-Nachrichten erklärt Brückendesigns und ihre Vertrauensmodelle. Die dritte betrifft den Betrieb, vom Knotenbetreiber bis zu den Daten, falls das Konsortium aufgibt; die Seite zur Node-Infrastruktur vergleicht eigenen Betrieb und Einkauf.

Kommende Events zu Blockchain-Infrastruktur in Deutschland

Finance Loop und Permissioned Blockchains

Zahlungen in DLT-basierten Märkten und die Geldformen, die sie abwickeln, waren Thema eines Panels beim Frankfurt Forum on Digital Assets & Applications, mit Sprechern von Deutscher Bundesbank, Deutscher Bank, Commerzbank, DZ Bank und AllUnity. Finance Loop ist strategischer Partner der Digital Euro Association, deren Digital Euro Conference Wholesale-CBDC und programmierbares Geld behandelt, und kooperiert strategisch mit 21X, einem DLT-Handelsplatz in Frankfurt.

Was ist eine Permissioned Blockchain?

Ein gemeinsames Register, bei dem ein Betreiber oder Konsortium festlegt, wer lesen, Transaktionen einreichen und validieren darf. Die Teilnehmer sind identifiziert, deshalb kann das Netz mit Abstimmungen Konsens finden und in Sekunden final abwickeln.

Was unterscheidet permissioned und permissionless Blockchains?

Auf einer permissionless Blockchain wie Bitcoin oder Ethereum darf jeder lesen, Transaktionen senden und validieren. Bei einer Permissioned Blockchain braucht jedes dieser Rechte eine Freigabe. Das Modell gibt Offenheit auf und gewinnt Kontrolle darüber, wer welche Daten sieht und wer für den Betrieb haftet.

Ist eine Private Blockchain dasselbe wie eine Permissioned Blockchain?

Meistens. Eine Private Blockchain betreibt eine Organisation oder eine geschlossene Gruppe, der Beitritt braucht eine Erlaubnis. Manche Netze sind öffentlich lesbar, aber nur mit Erlaubnis validierbar. Die Begriffe beschreiben also verschiedene Rechte: wer das Register sieht und wer hineinschreibt.

Kann Ethereum permissioned sein?

Ja. Ethereum-Clients lassen sich als privates Netz mit festen Validatoren betreiben, und Banken haben so Permissioned-Netze gebaut. Token auf dem öffentlichen Ethereum können außerdem Berechtigungsregeln im Smart Contract tragen, etwa eine Liste geprüfter Wallets.

Permissioned Blockchains und Finance Loop

Finance Loop behandelt Permissioned-Register im Themenfeld Digitale Infrastruktur & Souveränität, ausgehend von den Zahlungs- und Abwicklungsnetzen, die Banken heute nutzen. Finance Loop bringt Fachleute von Banken, Zahlungsdienstleistern, Marktinfrastrukturen und Aufsicht bei Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg zusammen.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk mit dem Ziel, die Adoption neuer Technologien im Finanzwesen voranzutreiben, etwa KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, in vier Themenfeldern Know-how und persönliche Netzwerke aufzubauen: Investment & Digital Assets, Payments & Digital Money, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.

Bleiben wir in Kontakt

4.000+ Mitglieder aus Finance und Tech. Werden Sie kostenlos Network Member.

Kostenlose Updates!

Exklusive Event-Einladungen, Vorteile für Mitglieder und News. Jederzeit abbestellbar.

Mit dem Absenden akzeptieren Sie die Bedingungen.