Virtuelle IBAN
Eine virtuelle IBAN ist eine Kontonummer im normalen IBAN-Format ohne eigenes Konto dahinter. Zahlungen an sie landen auf einem Masterkonto, und die Nummer zeigt Bank und Unternehmen, wem das Geld gehört. So bekommt jeder Kunde eine eigene Nummer, ohne dass Hunderte Konten nötig sind. Treasurer und Zahlungsinstitute treffen sich bei Finance Loop; Termine stehen im Kalender unten.
Wie virtuelle IBANs arbeiten
Eine virtuelle IBAN hat dieselben Teile wie jede IBAN: Länderkennung, zwei Prüfziffern sowie Bank- und Kontokennung, insgesamt bis zu 34 Zeichen, wie ClearBank erklärt (auf Englisch). Der Zahler sieht keinen Unterschied. Dahinter steht ein Masterkonto, oft mit Tausenden virtuellen IBANs. Laut der Produktseite der Memo Bank (auf Englisch) hat eine virtuelle IBAN keinen eigenen Saldo, das Unternehmen legt sie in der Banking-App oder per API an und kann sie abschalten, ohne die Daten des Hauptkontos zu ändern. Eine Plattform kann so für jeden neuen Kunden automatisch eine eigene IBAN eröffnen.
Ein virtuelles Konto und eine virtuelle IBAN sind nicht dasselbe. Ein virtuelles Konto ist ein Unterkonto in den Büchern von Bank oder Unternehmen und kann meist keine Zahlung von außen empfangen. Eine virtuelle IBAN kann das, weil Zahler sie wie jede IBAN nutzen.
Wofür Treasury-Teams virtuelle IBANs nutzen
Der Hauptzweck ist der Abgleich. Hat jeder Kunde eine eigene virtuelle IBAN, wird jede Überweisung allein über die Nummer zugeordnet, ohne den Verwendungszweck zu lesen, wie das Corefy-Glossar (auf Englisch) für Zahlungsdienstleister und Händler beschreibt. Konzerne sammeln so für mehrere Töchter auf ein zentrales Konto, das Modell Collections on behalf of auf der Seite zur Payment Factory, und trennen Gelder nach Projekt oder Einheit ohne zusätzliche Konten. Die meisten Anbieter bauen virtuelle IBANs für SEPA-Zahlungen; ob andere Währungen gehen, klärt man mit der Bank.
Warum die Aufsicht genau hinsieht
Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde stellte in ihrem Bericht zu virtuellen IBANs (auf Englisch) fest, dass das EU-Recht sie nicht einheitlich definiert und die Endnutzer dem kontoführenden Institut unbekannt sein können. Das schwächt die Transaktionsüberwachung. Die neue EU-Geldwäscheverordnung, Verordnung (EU) 2024/1624, definiert virtuelle IBANs erstmals und verlangt, dass das Institut des Masterkontos Angaben zu den Endnutzern erhalten kann.
In Deutschland gilt schon seit einer Allgemeinverfügung der BaFin von 2020: Eine deutsche Bank, die IBANs mit Länderkennung DE an Zahlungsdienstleister für deren Kunden ausgibt, muss diese Endkunden in ihrer Kontenabrufdatei erfassen. In einer Aufsichtsmitteilung warnt die BaFin, dass mehrstufige vIBAN-Strukturen das Geldwäscherisiko erhöhen, auch durch Underground Banking, und verlangt angepasste Sorgfalt und Überwachung, bis die EU-Verordnung am 10. Juli 2027 gilt.
Kommende Payments- und Treasury-Events
Finance Loop und virtuelle IBANs
Finance Loop ist der Treffpunkt für Treasurer und die Compliance-Teams, die über den Einsatz virtueller IBANs entscheiden. Finance Loop verbindet die Finance-, IT- und KI-Communitys in Deutschland, Österreich und der Schweiz, mit Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.
Finance Loop unterstützt Wenn Banken „Nein“ sagen, ein halbtägiges Zahlungsverkehrs-Seminar in Frankfurt für Compliance, Treasury, Finanzen, Export und Recht zu blockierten Zahlungen, De-Risking und Sanktionen. Finance Loop ist außerdem Medienpartner von Capital & Code, einer Frankfurter Konferenz, zu deren Publikum Treasurer gehören, die Liquidität und Risiken steuern.
Payments & digitales Geld
Risk & Compliance
Was ist eine virtuelle IBAN?
Eine virtuelle IBAN leitet eingehende Zahlungen auf ein Masterkonto statt auf ein eigenes Konto. Sie zeigt, zu welchem Kunden oder Zweck eine Zahlung gehört.
Ist eine virtuelle IBAN ein echtes Bankkonto?
Nein. Sie hat weder Saldo noch Kontovertrag. Das Geld liegt auf dem Masterkonto, und die kontoführende Bank muss wissen, wem es gehört.
Erlaubt die BaFin virtuelle IBANs?
Ja. Eine deutsche Bank, die virtuelle IBANs ausgibt, muss die Endkunden in der Kontenabrufdatei erfassen, und die BaFin erwartet eine Prüfung des Geldwäscherisikos des ganzen vIBAN-Modells.
Was unterscheidet virtuelles Konto und virtuelle IBAN?
Ein virtuelles Konto ist ein internes Unterkonto und kann meist keine Zahlungen von außen empfangen. Eine virtuelle IBAN empfängt Überweisungen und Lastschriften wie jede IBAN, das Geld landet auf einem Masterkonto.
Virtuelle IBANs und Finance Loop
Finance Loop behandelt virtuelle IBANs in den Tracks Payments & digitales Geld sowie Risk & Compliance, weil die Nummer, die den Abgleich beschleunigt, auch die Geldwäscheaufsicht beschäftigt. Finance Loop unterstützt das Seminar Wenn Banken „Nein“ sagen. Termine stehen auf der Event-Seite.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.