Wachstumsstrategie
Eine Wachstumsstrategie für ein Fintech beschreibt, wie aus einem funktionierenden Finanztechnologie-Produkt ein Dienst für mehr Kunden wird. Vertrieb und Partnerschaften müssen dabei mit einem verlässlichen Betrieb und den Anforderungen der Zielmärkte zusammenpassen. Ein Zahlungsanbieter, eine Banking-Softwarefirma oder eine Anlage-App braucht dafür einen Weg zu Käufern und eine tragfähige Betreuung.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz hängt der Weg vom Produkt, der zuständigen Aufsicht und den Kundeninstituten ab. Banken prüfen Integration, Sicherheit und Vertragspflichten, einschließlich der Anforderungen aus DORA. Diese Vorbereitung verbindet den kommerziellen Wachstumsplan eines Fintechs mit den betrieblichen Anforderungen seiner Kunden.
1. Erst den Lizenzweg klären, dann den Vertrieb
Ein in einem anderen EU-Staat lizenziertes Zahlungs- oder E-Geld-Institut darf nach § 39 ZAG deutsche Kunden bedienen, sobald seine Heimatbehörde die Anzeige weitergeleitet hat; EU-Passporting nennt die Fristen. Ein Krypto-Dienstleister darf nach Artikel 65 MiCA spätestens am 15. Kalendertag nach seiner Anzeige in einem anderen EU-Staat starten. In Österreich ist die FMA eine zentrale Anlaufstelle (auf Englisch) für die meisten Fintech-Modelle und erwartet von Kryptofirmen Personal und Entscheidungen im Land. Die Schweiz verlangt eine eigene FINMA-Bewilligung. Wer für Deutschland unsicher ist, nutzt vor der Vertriebsplanung das Fintech-Kontaktformular der BaFin.
2. Über die Zentralinstitute an die Bankengruppen verkaufen
Die Sparkassen arbeiten mit OSPlus von Finanz Informatik, und nach drei Jahren Migration nutzen 341 Genossenschaftsbanken mit rund 21,5 Millionen Konten agree21 von Atruvia. Der Kryptohandel zeigt das Muster: Bei den Volksbanken hält die DZ BANK die MiCA-Erlaubnis für die Plattform, und jede Bank, die sie freischaltet, reicht eine eigene Anzeige ein, wie Krypto bei Volksbanken beschreibt; bei den Sparkassen baut die DekaBank das Angebot mit Boerse Stuttgart Digital, wie Krypto bei Sparkassen beschreibt. Ein Fintech, das mit Zentralinstitut oder IT-Dienstleister kooperiert, erreicht Hunderte Banken; Privatbanken kaufen weiter einzeln.
3. Den DORA-Vertrag vorbereiten
Artikel 30 des Digital Operational Resilience Act nennt, was ein IKT-Dienstleistungsvertrag einer Bank enthalten muss, und für Dienste, die eine kritische oder wichtige Funktion unterstützen, kommen uneingeschränkte Zugangs-, Prüf- und Auditrechte und eine Exit-Strategie hinzu. Deutsche Banken prüfen außerdem die Auslagerung nach MaRisk, beschrieben unter Auslagerung und Cloud bei Banken. Wer diese Klauseln und seine Sicherheitsdokumentation fertig mitbringt, verkürzt den Weg vom Pilot zum Vertrag.
4. Standort nach Käufer wählen
Banken, Vermögensverwalter, EZB und Bundesbank sitzen in Frankfurt, wo das TechQuartier der Fintech-Hub der Digital Hub Initiative des Bundes ist. Berlin hat die meisten Fintechs, 189 gegenüber 62 in München und 52 in Frankfurt (auf Englisch), und damit die Fachkräfte. Insurtechs gehen nach München zu Allianz, Munich Re und dem InsurTech Hub Munich. Zürich hat die SIX und das Marktgeschäft der Schweizerischen Nationalbank, Wien die Banken Österreichs und seine einzige Aufsicht.
5. Banken auf Events treffen, nicht per Kaltmail
Nach § 7 UWG braucht Werbung per E-Mail eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, auch an Geschäftsadressen; gekaufte Listen wie in anderen Märkten fallen damit weg. Auf Events treffen Bankeinkäufer Anbieter mit ihrer Zustimmung. Die Konferenzwochen in Frankfurt, etwa Crypto Assets Conference, Digital Euro Conference und Frankfurt Digital Finance, füllen die Abende mit Side-Events, und eine Pilotbank, die ihre Ergebnisse auf einem Panel zeigt, erleichtert den nächsten Verkauf. B2B-Leadgenerierung behandelt das Nachfassen.
Kommende Finance-Loop-Events
Finance Loop für wachsende Fintechs
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk für neue Technologien im Finanzwesen mit mehr als 4.000 Mitgliedern. Finance Loop veranstaltet Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg in vier Feldern, Investment & digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risiko & Compliance, und wird in Zusammenarbeit mit Frankfurt Main Finance und TechQuartier aufgebaut.
Ein Fintech kann ein Webinar sponsern (2.500 EUR netto) und dessen Agenda mitbestimmen, ein Meetup sponsern (3.000 EUR netto) mit bis zu 20 Minuten Vortrag, ein eigenes Event ausrichten (ab 7.000 EUR netto), Partner werden mit Vorteilen über das ganze Jahr (Premium Partner ab 7.800 EUR netto im Jahr) oder sich einer Delegation zu Frankfurt Digital Finance oder zum Point Zero Forum in Zürich anschließen, mit persönlichen Vorstellungen durch das Team von Finance Loop (1.200 EUR netto pro Person).
Was ist eine Wachstumsstrategie?
Eine Wachstumsstrategie ist ein Plan, mit dem ein Unternehmen mit funktionierendem Produkt mehr Kunden oder neue Märkte gewinnt, über Käufer und Partner, Events, Lizenzen und Sichtbarkeit. Öffentliche Förderprogramme für Startups sind ein eigenes Thema.
Wie kooperieren Fintechs mit deutschen Banken?
Die Kooperation beginnt mit einem Pilotprojekt bei einer Bank, gefolgt von Auslagerungs- und DORA-Prüfung sowie Vertrag. Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken führt der Weg oft über Finanz Informatik, Atruvia, DekaBank oder DZ BANK.
Fintech-Wachstum und Finance Loop
Finance Loop hat Events mit Partnern wie Frankfurt Main Finance, OKX Institutional, Bybit EU und Circle umgesetzt, und die DZ BANK ist Event- und Netzwerkpartner von Finance Loop.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk, das die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen fördert, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risiko & Compliance.