Berlin als Fintech-Stadt
Berlin hat keine alte Börse und keine Zentralbankfiliale, um die herum eine Finanzszene hätte wachsen können. Die Fintechs der Stadt entstanden aus den früheren E-Commerce- und Gaming-Start-ups, die Entwickler hinterließen, und aus Lebenshaltungskosten unter denen von London oder Zürich. Heute sitzt mehr als ein Drittel der deutschen Fintechs in Berlin.
Das eigene Fintech-Festival der Stadt, FIBE, bringt jedes Jahr Gründer, Investoren und Banker zusammen. Die Investitionsbank Berlin, die Förderbank des Landes, hat Förderprogramme, die mehrere Fintechs in frühen Runden genutzt haben.
Welche Regeln für Berliner Fintechs gelten
Ein Berliner Fintech unterliegt denselben nationalen und EU-Regeln wie eines in Frankfurt oder München. Die BaFin lizenziert und beaufsichtigt Banken, Zahlungsinstitute und Wertpapierfirmen von Bonn und Frankfurt aus; eine eigene Aufsicht hat Berlin nicht. Zahlungs- und Open-Banking-Produkte arbeiten nach der EU-Richtlinie PSD2, und wer in Berlin Kryptodienste anbietet, braucht eine Zulassung nach MiCA.
Bei einer Banking-as-a-Service-Plattform wie Solaris wiegt das schwerer: Ihre Kunden nutzen ihre Banklizenz, ein Problem bei der Plattform kann also mehrere Marken zugleich treffen. Auch deshalb behandelt DORA, das EU-Gesetz zur digitalen Betriebsstabilität, die IT-Dienstleister einer Bank als Teil ihres eigenen Risikomanagements.
Geld und Investoren hinter Berliner Fintechs
Berliner Fintechs sammelten Kapital in einem Tempo, das kaum eine andere deutsche Stadt erreichte, und so konnten N26 und Trade Republic zu Unternehmen mit Milliardenbewertung wachsen. Die Investitionsbank Berlin, die landeseigene Bank der Stadt, investiert in frühen Runden neben privaten Wagniskapitalfonds und unterstützte Fintech-Gründer mit ihren Start-up-Programmen schon, bevor Berliner Fintech als eigene Kategorie galt.
Internationales Kapital folgte den Investoren der Stadt. Berliner Fintechs erhielten Geld von Investoren aus den USA und ganz Europa, anders als in Frankfurt, wo das Geld meist von Banken und Vermögensverwaltern kommt, die schon im deutschen Finanzmarkt aktiv sind. Das zeigt sich auch in den Produkten: Berliner Fintechs bauten zuerst Apps für Privatkunden und holten Bankinfrastruktur und Lizenzen später nach, umgekehrt zu einem Fintech, das aus einer Bank heraus startet.
Kommende Fintech-Events in Berlin
Finance Loop und Fintech in Berlin
Finance Loop entstand in Frankfurt und veranstaltet Events auch in Berlin, München und Hamburg. In Berlin ist es ein Treffpunkt für Menschen aus Neobanken, Brokern und Banking-as-a-Service-Plattformen der Stadt, zusammen mit Bankern, IT-Fachleuten und KI-Entwicklern aus der Finanzbranche.
Finance Loop berichtete von der KI Exchange 2026, einer Konferenz von Payment & Banking über KI als Infrastruktur für Banken und Fintechs, und unterstützte den Fintech Founder & Investor Evening in Frankfurt, an dem mehrere Berliner Gründer und Investoren teilnahmen. Verwandte Seiten: Fintech in Deutschland, Fintech in Frankfurt, Fintech in München und Fintech in Hamburg.
Investment & digitale Vermögenswerte
Payments & digitales Geld
Risk & Compliance
Was ist FIBE, das Berliner Fintech-Event?
FIBE, das Fintech Festival Berlin, ist die eigene Fintech-Konferenz der Stadt, mit Gründern, Investoren und Bankern auf der Bühne und im Publikum. Sie findet jedes Jahr in Berlin statt; Programm und Termine stehen auf ihrer Website.
Fintech in Berlin und Finance Loop
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld und Risk & Compliance.
Es verbindet die Finance-, IT- und KI-Communitys in Deutschland, Österreich und der Schweiz, mit Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg. Wer in Berlin an Fintech arbeitet, trifft Fachleute aus demselben Feld bei den Events von Finance Loop.