Open Source Business Alliance

Die Open Source Business Alliance, kurz OSBA, ist der Verband der Open-Source-Industrie in Deutschland und nennt sich selbst den größten Open-Source-Verband Europas. Ihr gehören mehr als 270 Mitgliedsunternehmen an, darunter Softwarehersteller, Cloud-Anbieter und IT-Dienstleister, deren Geschäft auf Open-Source-Software und offenen Standards beruht.

Die OSBA will Open Source und offene Standards zur Regel in öffentlicher Beschaffung, Forschungsförderung und Wirtschaftsförderung machen, weil sie darin die Grundlage digitaler Souveränität und Sicherheit sieht. In ihren Arbeitsgruppen arbeiten Beschäftigte der Mitglieder zu Cloud, Sicherheit und Beschaffung, und der Verband ist Heimat des Sovereign Cloud Stack, offener Standards und Software für souveräne Cloud-Infrastruktur.

Mitglieder und Arbeitsgruppen

Der Open Source Business Alliance gehören mehr als 270 Unternehmen an, und Einzelpersonen können als private Fördermitglieder beitreten, von denen mehrere im erweiterten Vorstand sitzen. Die Mitglieder treffen sich in Working Groups zu Beschaffung, Cloud, Continuous License Compliance, Open Source in Kommunen, Public Affairs und Sicherheit. Taskforces behandeln den Cyber Resilience Act, künstliche Intelligenz sowie Open Source in Wirtschaft und Industrie.

Die Arbeitsgruppen geben den Mitgliedern auch einen Rahmen für gemeinsame Projekte, gemeinsames Marketing und Konsortien, die sich gemeinsam um öffentliche Aufträge bewerben. Bei den Online-Terminen Members & Products stellen Mitgliedsfirmen ihre Software den anderen Mitgliedern und Gästen vor.

Vorstand und Geschäftsstelle in Berlin

Peter H. Ganten, Mitgründer und Co-Geschäftsführer des Softwareunternehmens Univention, wurde im November 2011 erstmals zum Vorsitzenden der OSBA gewählt und führt den Vorstand bis heute. Daniel Gerber und Stefan Zosel von Capgemini Deutschland sind stellvertretende Vorsitzende, und Diego Calvo de Nó von Proventa ist Finanzvorstand im geschäftsführenden Vorstand. Der erweiterte Vorstand hat elf weitere Mitglieder, darunter Führungskräfte von SUSE, Bechtle, Heinlein Support und EGroupware.

Der Sitz des Verbands ist am Pariser Platz 6a in 10117 Berlin, direkt am Brandenburger Tor. Die Geschäftsstelle in Berlin koordiniert alle Anfragen der Mitglieder und ist die Schnittstelle zu Politik und Verwaltung.

Sovereign Cloud Stack (SCS)

Vernetzte technische Geräte auf einem Arbeitstisch

Der Sovereign Cloud Stack besteht aus zertifizierbaren Standards und einem modularen Open-Source-Stack auf Basis von Projekten wie OpenStack und Kubernetes, mit dem Anbieter kompatible Cloud-Infrastruktur betreiben können. Peter H. Ganten, Kurt Garloff, Rafael Laguna und Oliver Mauss starteten das Projekt im November 2019, zuerst finanziert von SPRIND, der Bundesagentur für Sprunginnovationen. Von 2021 bis Dezember 2024 förderte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz SCS, und das Projekt lief unter dem Dach der OSBA.

Kommende Fintech- und Finanz-Events in Deutschland

Forum SCS-Standards und zertifizierte Clouds

Seit dem 1. Januar 2025 ist das Forum SCS-Standards in der OSBA für Entwicklung und Qualitätssicherung des Stacks zuständig, nachdem die Bundesförderung endete. Zu den Unterstützern gehören Cloud-Anbieter und Integratoren wie Cloud&Heat, Dataport, OSISM, ScaleUp Technologies, secunet, SysEleven, noris network und plusserver. Der Stack ruht auf zertifizierbaren Standards, der modularen Software und einer Dokumentation, die die Anbieter in offener Zusammenarbeit teilen.

Zu den als SCS-compatible zertifizierten Clouds gehören Cloud&Heat IaaS, ScaleUp Open Cloud, CNDS Public Cloud und REGIO.cloud von OSISM für Infrastrukturdienste. Für Kubernetes sind unter anderem noris Sovereign Cloud, ScaleUp Open Cloud und Syself Autopilot zertifiziert.

Offene Cloud-Standards und Auslagerung in Banken

Offene Cloud-Stacks sind für Banken und Versicherer wegen der Auslagerungsregeln der Finanzaufsicht wichtig. Der Digital Operational Resilience Act verlangt von Finanzunternehmen eine Cloud-Exit-Strategie für IKT-Dienste, die kritische Funktionen unterstützen, und der Data Act gibt Cloud-Kunden ein Recht auf den Anbieterwechsel. Wenn mehrere zertifizierte Anbieter denselben standardisierten Stack betreiben, kann eine Bank einen Wechsel zwischen ihnen mit weniger Umbau planen als den Abschied von einer einzelnen proprietären Plattform.

Digitale Souveränität bei öffentlicher Beschaffung

Die politische Arbeit der OSBA konzentriert sich auf die öffentliche IT und die Regeln, nach denen Behörden Software kaufen. Der Verband fordert Open Source als Standard in öffentlicher Beschaffung, Forschung und Wirtschaftsförderung und betreibt ein Forum für digitale Souveränität zu Open Source im Public Sector. Zum geplanten EU Public Procurement Act hat die OSBA auf Einladung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie Stellung genommen und verlangt, dass die neuen Regeln digitale Souveränität durch Open Source stärken.

Geschichte und Events

Die OSBA geht auf zwei ältere Verbände zurück, den 1997 gegründeten LIVE Linux-Verband und die 2005 gegründete Linux Solutions Group (Lisog). Deren Mitglieder beschlossen im Juli 2011 den Zusammenschluss unter dem Namen OSB Alliance, rückwirkend zum 1. Januar 2011. Bei einer Mitgliederversammlung in Berlin wählte der Verband 2019 seinen heutigen Namen, der die digitale Souveränität im Titel trägt, und 2022 eröffnete er eine eigene Geschäftsstelle.

Jeden Herbst lädt die OSBA Mitglieder und Gäste zu OSBA Connect nach Berlin ein, ihrem jährlichen Netzwerktreffen. Parlamentarische Frühstücke bringen die Open-Source-Branche mit der Politik zusammen, und der Veranstaltungskalender des Verbands enthält auch die Sovereign Cloud Days und die Sicherheitsmesse it-sa in Nürnberg.

Open Source Business Alliance und Finance Loop

Finance Loop behandelt Cloud-Souveränität im Bereich Digitale Infrastruktur und Souveränität, wo Menschen, die in Banken Cloud-Verträge unterschreiben, auf die Betreiber der Plattformen treffen. Die Mitglieder von Finance Loop stellen dort die Fragen, an denen die OSBA für den öffentlichen Sektor arbeitet: Wie hält ein Institut eine funktionierende Exit-Strategie, und welche offenen Standards erlauben einen Anbieterwechsel ohne Umbau der Systeme?

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.

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