RedStone Oracle
RedStone ist das Oracle, das Securitize ausgewählt hat, um tokenisierte Fonds von BlackRock, Apollo und Hamilton Lane für DeFi zu bewerten. Es signiert Daten offchain, die Anwendung holt sie in ihre eigene Transaktion, dazu kommen Push-Feeds für Kreditmärkte. Bei DefiLlama liegt RedStone nach abgesichertem Wert auf Platz drei.
Was RedStone ist und wer es betreibt
RedStone wurde im April 2021 gegründet, Mitgründer sind Jakub Wojciechowski und Marcin Kazmierczak. Laut Dokumentation erreicht RedStone mehr als 200 Protokolle auf über 110 Chains und ordnet seine Produkte in drei Schichten: Marktdaten, Kapitaleffizienz und Risikoanalyse. Die dritte Schicht kam per Zukauf: RedStone übernahm die Onchain-Ratingplattform Credora und führt sie als Credora by RedStone weiter, berichtet Ian Allison bei CoinDesk (auf Englisch).
Wie RedStone neben den anderen großen Netzwerken wie Chronicle abschneidet, zeigt die Liste der Top-Oracle-Netzwerke.
Tokenisierte Fonds: NAV- und Proof-of-Reserve-Feeds
Im klassischen Finanzgeschäft wächst RedStone über Fondstokenisierung. Securitize, Emittent tokenisierter Fonds für Institutionen, wählte RedStone als primären Datenanbieter für bestehende und künftige Produkte, darunter den Apollo Diversified Credit Securitize Fund (ACRED), den USD Institutional Digital Liquidity Fund (BUIDL) von BlackRock und den Senior Credit Opportunities Fund (SCOPE) von Hamilton Lane. Die Feeds machen diese Fonds in Kreditprotokollen wie Compound, Morpho und Spark nutzbar, berichtet Daniel Kuhn in The Block (auf Englisch).
Den Nettoinventarwert eines privaten Fonds liefert ein einziger Fondsverwalter, ein Abgleich mehrerer Marktpreise ist also nicht möglich. Dafür veröffentlichten Securitize und RedStone das Trusted Single Source Oracle: Jedes NAV-Update trägt Signatur, Zeitstempel und einen Hash, der es mit dem vorigen verknüpft, erklärt Margaux Nijkerk bei CoinDesk (auf Englisch).
Die Proof-of-Reserve-Feeds holen Reservedaten aus APIs von Verwahrern und Börsen, von Fondsverwaltern wie CACEIS, aus Kontoauszügen und Smart Contracts und veröffentlichen sie onchain als Preisfeed. RedStone nennt NAV- und Reserve-Feeds für tokenisiertes Gold, T-Bills, Unternehmensanleihen, Private-Credit-Vaults sowie Liquid-Staking- und Restaking-Token. Die Dokumentation warnt, dass ein Sekundärmarktpreis eines tokenisierten Assets über die Liquidität manipulierbar ist und für Kreditmärkte wenig taugt. Auf Canton Network, der Blockchain mit über 6 Billionen Dollar tokenisierter Werte wie Treasury-Repos und Konsortialkredite, wurde RedStone primärer Datenanbieter, berichtet Krisztian Sandor bei CoinDesk (auf Englisch). Mehr zur Fondsseite: tokenisierte Fonds.
Wie RedStone Daten liefert: Pull, Push und Bolt
Die Grundform von RedStone ist das Pull-Modell. Im Pull-Modell signieren Datenanbieter Preise offchain, die Anwendung hängt das signierte Paket an die Transaktion des Nutzers, und der Vertrag prüft Signaturen und Zeitstempel, bevor er den Median bildet. Das Protokoll legt fest, wie viele Signaturen es verlangt, und RedStone empfiehlt einen Upgrade-Pfad, um Datenanbieter schnell zu tauschen. Gas fällt nur für genutzte Preise an.
Für Kreditmärkte, die einen onchain gespeicherten Preis erwarten, betreibt RedStone ein Push-Modell auf Basis des Pull-Modells: Ein Relayer schreibt den Preis im Takt oder bei Überschreiten einer Abweichungsschwelle onchain. Relayer sind erlaubnisfrei, jeder kann einen betreiben, weil der Vertrag die signierten Daten prüft. Push-Feeds laufen auf EVM-Chains, Starknet und Fuel. RedStone Bolt bedient Chains mit sehr kurzen Blockzeiten, RedStone Live streamt Aktien-, Devisen-, Rohstoff- und Kryptokurse offchain an Handelssysteme. Ethereum.org beschreibt RedStone als spezialisiert auf Preisfeeds für Liquid-Staking-Token, Liquid-Restaking-Token und Bitcoin-Staking-Derivate. Institutionelle Referenzkurse sind ein anderer Markt, siehe Krypto-Kursdaten-Anbieter.
Chains, Protokolle und abgesicherter Wert
Im Oracle-Ranking von DefiLlama ist RedStone nach Total Value Secured (TVS) das drittgrößte Oracle-Netzwerk, mit 4,33 Milliarden Dollar in 90 Protokollen (September 2026). Die RedStone-Seite bei DefiLlama zeigt SparkLend als größten Nutzer mit 1,87 Milliarden Dollar, 43 Prozent, gefolgt von Lista DAO mit 1,12 Milliarden, HyperLend mit 401 Millionen und dem Kreditprotokoll cap mit 289 Millionen Dollar. Auch Gearbox und SoSoValue Indexes lesen RedStone-Feeds.
DefiLlama führt RedStone auf Ethereum, BSC, Hyperliquid L1, Avalanche, Mantle, Arbitrum, Sei, TON, Base, Sonic, Blast und Mode. Die Website von RedStone nennt 9,12 Milliarden Dollar, mehr als das Doppelte. DefiLlama zählt nur den Wert in den DeFi-Protokollen, die es erfasst.
Der RED-Token und Staking
RED ist der native Utility-Token des RedStone-Netzwerks. Inhaber können ihn staken, um die Datenfeeds abzusichern; die Staking-Erträge in RED schätzt RedStone auf etwa 6 bis 11 Prozent, dazu Prämien von Partnern wie EigenLayer. RedStone nennt Coinbase, Revolut, Binance, Kraken und Upbit als Handelsplätze für RED, und die Website verlinkt ein MiCA-Whitepaper zum Token. RED-Staking läuft über EigenLayer, das Restaking-Protokoll von Ethereum, auf dem RedStone als erster großer Oracle-Anbieter einen Validierungsdienst startete, berichtet Alex O'Donnell bei Cointelegraph (auf Englisch).
RedStone Atom versteigert in verdeckten Auktionen das Recht auf ein Preis-Update, das Liquidationen auslöst, bevor es onchain geht; der Wert geht so an das Kreditprotokoll und nicht an MEV-Bots (RedStone-Dokumentation).
Risiken und wie ein Protokoll RedStone prüft
Im Pull-Modell liegt viel Sicherheit im Vertrag des Protokolls selbst: Zahl der Signaturen, erlaubtes Alter eines Zeitstempels und Liste der zugelassenen Signierer legt das integrierende Team fest. Wer sie locker setzt, trägt das Risiko selbst. Der zweite Punkt ist Konzentration: SparkLend steht für 43 Prozent des Werts, den DefiLlama RedStone zuordnet. Bei tokenisierten Fonds hängt ein NAV-Feed an einem Verwalter, das Trusted Single Source Oracle soll das nachprüfbar machen.
Ein Risikoteam prüft Signaturschwelle und Zeitfenster der eigenen Integration, Takt und Abweichungsschwelle jedes Push-Feeds, die Lücke zwischen 9,12 Milliarden laut RedStone und 4,33 Milliarden laut DefiLlama und ob ein tokenisiertes Asset über NAV, Reservedaten oder einen dünnen Sekundärmarkt bewertet wird. Dass es nie Fehlbewertungen gab, sagt RedStone selbst. Die typischen Fehlerfälle stehen auf der Seite Oracle-Netzwerke.
Kommende Blockchain- und Digital-Assets-Events
Oracles und DeFi bei Finance Loop
Oracle-Netzwerke gehören zum Track Investment & digitale Vermögenswerte von Finance Loop. Finance Loop veranstaltete in Frankfurt ein Panel zu dezentralen Oracle-Netzwerken für Smart Contracts, ein Vorab-Event der Crypto Assets Conference von Frankfurt School und Deutscher Börse. Die Events behandeln Fonds und Kreditmärkte, die diese Feeds lesen, von tokenisierten Fonds bis DeFi Lending. Termine stehen im Eventkalender. Gesponsert wurde das Panel von Chainlink; dessen Oracle-Netzwerk beschreibt die Chainlink-Seite.
Investment & digitale Vermögenswerte
Risk & Compliance
Was ist das RedStone Oracle?
RedStone ist ein Blockchain-Oracle, das Preise, Nettoinventarwerte und Reservedaten an Smart Contracts auf über 110 Chains liefert. Im Pull-Modell bringt die Anwendung signierte Daten in ihre eigene Transaktion, im Push-Modell liegen die Preise für Kreditmärkte onchain bereit.
Wofür wird der RED-Token genutzt?
RED ist der Utility-Token des RedStone-Netzwerks. Inhaber staken ihn, um das Oracle abzusichern, und erhalten Staking-Erträge in RED. Protokolle, die das Pull-Modell einbinden, holen die signierten Daten mit API-Keys von RedStone.
Wer gründete RedStone?
RedStone wurde im April 2021 gegründet. CoinDesk nennt Jakub Wojciechowski und Marcin Kazmierczak als Mitgründer.
Bietet RedStone Proof of Reserve?
Ja. RedStone Proof of Reserve übernimmt geprüfte Reserve- oder NAV-Daten von Verwahrern, Fondsverwaltern, Kontoauszügen oder Smart Contracts und veröffentlicht sie onchain als Feed, der im Takt und bei Wertänderung aktualisiert. Als Referenz nennt RedStone den Feed für LBTC von Lombard, einen Liquid-Staking-Token auf Bitcoin.
RedStone und Finance Loop
NAV- und Reserve-Feeds für tokenisierte Fonds gehören zum Track Investment & digitale Vermögenswerte von Finance Loop, neben den DeFi-Kreditmärkten, die diese Preise lesen. Finance Loop brachte Oracle-Netzwerke vor der Crypto Assets Conference auf ein Frankfurter Panel und behandelt tokenisierte Fonds und DeFi Lending in Events und Seiten.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld und Risk & Compliance.