Was der Anbieter betreibt und was bei der Bank bleibt
BitGo (auf Englisch) beschreibt Crypto as a Service als Betriebsmodell: Der Anbieter betreibt das Krypto- und Fiat-Backend, die Bank oder das Fintech besitzt Oberfläche und Kundenbeziehung. Die Module sind Verwahrung, Wallets mit Schlüsselverwaltung, Handel, Staking, Transfers, Fiat-Anbindung und ein Freigabemodell mit Rollen, Limits und Adresslisten. BitGo weist auch darauf hin, dass die Aufsichtspflicht beim Institut bleibt.
Für eine Bank geht es um Zeit und Kosten. Sie baut Schlüsselverwaltung, Onboarding und Transaktionskontrollen nicht selbst, und ihre Kunden kaufen Krypto in der App, in der schon ihr Konto liegt.
Anbieter, die Banken in Deutschland nutzen
Boerse Stuttgart Digital nennt sich modularen One-Stop-Shop für Kryptohandel und Verwahrung; sie verwahrt die Coins für meinKrypto der DZ BANK und liefert der DekaBank Liquidität. Tangany in München verkauft Verwahrung als Dienst per API und nennt mehr als 60 institutionelle Kunden. Bitpanda liefert Technik für Handel und Verwahrung an Banken wie die LBBW. Crypto Finance aus der Gruppe Deutsche Börse handelt für Firmenkunden der Commerzbank und ist Partner der KBC in Belgien.
Globale Anbieter verkaufen dasselbe Modell. BitGo startete am 22. Mai 2025 eine Crypto-as-a-Service-Plattform für Fintechs und Banken, betrieben über die BitGo Bank & Trust, laut Pressemitteilung (auf Englisch).
Wer welche Lizenz braucht
Der Anbieter hat die Lizenz für seinen Teil: Boerse Stuttgart Digital, Tangany und Bitpanda haben MiCA-Lizenzen für die Verwahrung. Die Bank, die ihren Kunden Krypto verkauft, braucht zusätzlich eine eigene Erlaubnis. Ein Kreditinstitut kann die Aufsicht nach Artikel 60 MiCA notifizieren, andere Firmen brauchen eine volle CASP-Lizenz.
meinKrypto zeigt die Aufteilung: Die DZ BANK hält die MiCA-Zulassung für die Plattform, jede Volksbank notifiziert die BaFin, Boerse Stuttgart Digital verwahrt die Coins. Für Staking as a Service behandelt die Seite zu Staking-Anbietern in Europa dieselben Fragen.
Kommende Events zu Digital Assets in Deutschland
Krypto-Dienstleister bei Events von Finance Loop
Tangany ist Eventpartner von Finance Loop, und ein Sprecher von Tangany stand auf dem Programm der Digital Finance Night, die Finance Loop während der Crypto Assets Conference ausrichtete. Blockdaemon, Anbieter von institutionellem Staking und Node-Infrastruktur, ist ebenfalls Partner von Finance Loop.
Investment & digitale Vermögenswerte
Risk & Compliance
Was ist Crypto as a Service?
Ein Modell, bei dem ein lizenzierter Anbieter Verwahrung, Handel und Compliance für Kryptowerte betreibt und eine Bank oder ein Broker sie unter eigener Marke in der eigenen App anbietet.
Welche Banken in Deutschland nutzen Crypto as a Service?
Die Volksbanken nutzen Boerse Stuttgart Digital über meinKrypto der DZ BANK, die LBBW nutzt Bitpanda, die DekaBank bezieht Liquidität von Boerse Stuttgart Digital. Die Commerzbank handelt über Crypto Finance und verwahrt selbst.
Ist Crypto as a Service dasselbe wie White Label Krypto?
Fast. White Label meint oft die Software, eine Börse oder Wallet unter der Marke des Käufers. Bei Crypto as a Service betreibt der Anbieter auch regulierte Teile wie Verwahrung und Liquidität, wie Boerse Stuttgart Digital für meinKrypto.
Crypto as a Service und Finance Loop
Finance Loop behandelt Crypto as a Service im Themenfeld Investment & Digital Assets. Tangany ist Eventpartner und Blockdaemon Partner von Finance Loop, und Finance Loop bringt Verwahr- und Plattformteams von Banken und Anbietern bei Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg zusammen.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk mit dem Ziel, die Adoption neuer Technologien im Finanzwesen voranzutreiben, etwa KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, in vier Themenfeldern Know-how und persönliche Netzwerke aufzubauen: Investment & Digital Assets, Payments & Digital Money, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.