dwpbank
Kauft ein Kunde einer Sparkasse oder Volksbank einen Fonds, laufen Order, Abwicklung und Depot oft über die dwpbank, die Deutsche WertpapierService Bank. Sie ist die Wertpapierbank hinter rund 1.000 Banken in Deutschland. Mit wpNex können diese Banken Bitcoin und Ether im eigenen Online-Banking anbieten, und die dwpbank hat MiCAR-Erlaubnisse für Handel und Verwahrung von Kryptowerten.
Wertpapierabwicklung für deutsche Banken
Die Deutsche WertpapierService Bank AG, kurz dwpbank, wickelt Wertpapiergeschäfte für deutsche Banken ab. Sie entstand 2003 aus der Fusion von bws bank und WPS Bank und hat ihren Hauptsitz in Eschborn bei Frankfurt. Laut ihrer Unternehmensseite nutzen rund 1.000 Institute die dwpbank als Outsourcing-Partner für Wertpapierservices: 309 Sparkassen und vier Landesbanken, die DZ BANK mit 692 angeschlossenen Kreditgenossenschaften und 17 Privat- und Geschäftsbanken.
Kunden der dwpbank sind Banken. Der Anleger hat mit seiner Bank zu tun, die dwpbank wickelt im Hintergrund ab. 2025 erfasste sie laut ihren Jahreszahlen rund 63,3 Millionen Wertpapiertransaktionen, nach 53,6 Millionen im Jahr 2024. Ende 2025 führte sie rund 5,4 Millionen Depots mit 2,38 Billionen Euro verwahrten Wertpapieren. Zur Gruppe gehören die Berliner Brokerage-Plattform lemon.markets, die dwp Service GmbH in Halle (Saale) und die dwp Software Kft. in Budapest.
Wertpapierabwicklung für Banken: von WP2 zu WP3
Das Hauptgeschäft der dwpbank ist die Wertpapierabwicklung für ihre Kundeninstitute: Depotdaten, Orderabwicklung von der Annahme bis zur Verwahrung, Kapitalmaßnahmen und Aktionärskommunikation sowie Back- und Middle-Office-Arbeit, die sie BOSC-Services nennt. Die Leistungsübersicht nennt außerdem den Direkthandel mit mehr als 15 Handelspartnern und die Abwicklung von Strafzahlungen nach der EU-Zentralverwahrerverordnung (CSDR).
Die meisten Kundeninstitute arbeiten heute mit WP2. Der Nachfolger WP3 ist nach Worten der dwpbank modular und cloud-nativ, gebaut aus rund 400 Microservices, die sich einzeln erweitern lassen. Als eine der Änderungen, die die Plattform tragen muss, nennt die dwpbank den Wechsel der EU zum T+1-Settlement im Oktober 2027. Im September 2026 wählte DAB BNP Paribas die dwpbank für Orderrouting, Abwicklung und Verwahrung im Geschäft mit Finanzintermediären.
Digitale Wertpapiere: D7 und finledger
Anleihen ohne Papierurkunde erreichen die Kundeninstitute der dwpbank über D7, die digitale Nachhandelsplattform der Gruppe Deutsche Börse. Über diese Anbindung begab die NORD/LB eine fünfjährige Anleihe vollständig digital nach dem Gesetz über elektronische Wertpapiere, erklärt auf der Seite zum eWpG. Die dwpbank bearbeitet jährlich rund 650.000 Emissionen für ihre Kundeninstitute und will sie nach und nach alle über D7 führen.
Schuldscheindarlehen nehmen einen zweiten Weg. Die dwpbank entwickelte mit DekaBank, DZ BANK und Helaba die Blockchain-Plattform finledger für diese Darlehen, wie das IT Finanzmagazin berichtete. Ihre Emissionsservices sind heute an finledger angebunden.
wpNex: Kryptohandel für Sparkassen und Volksbanken
wpNex ist die Plattform der dwpbank für digitale Vermögenswerte. Der Name kommt von Nexus, Verbindung, und die Plattform verbindet das klassische Wertpapiergeschäft mit dem Kryptohandel. Eine Bank bindet sie über die Schnittstelle an, die sie für Wertpapiere schon nutzt, und ihre Kunden sehen Bitcoin und Ether neben Fonds und Aktien im gewohnten Online-Banking. Sie brauchen keine eigene Wallet und keine Private Keys und zahlen vom Girokonto, ohne vorher Geld auf ein separates Konto zu überweisen, wie die wpNex-Seite beschreibt.
Die dwpbank startete wpNex im März 2023. Erster Kunde war die MLP Banking AG, die im Pilot Bitcoin kaufte und ihn später ihren Kunden anbot. Ether folgte im Dezember 2024, weitere ERC-20-Token sind als Nächstes geplant. tradias, heute Teil von Boerse Stuttgart Digital, führt die Orders aus. Tangany verwahrt die kryptografischen Schlüssel, Kaiko liefert die Marktdaten und Crypto Risk Metrics die ESG-Daten je Asset.
MiCAR-Erlaubnisse für Handel und Verwahrung
Die BaFin erteilte der dwpbank eine Erlaubnis nach MiCAR für die Ausführung von Aufträgen über Kryptowerte für Kunden. Die dwpbank handelt dabei als Kommissionärin für die Banken und Sparkassen, die wpNex nutzen. Eine zweite Erlaubnis, bekannt gegeben am 28. September 2026, umfasst die Verwahrung und Verwaltung von Kryptowerten und Transferdienstleistungen. Damit hat wpNex neben dem Handel eine eigene Verwahrung. Die dwpbank übernimmt auch Meldungen für ihre Kundeninstitute, darunter die Daten, die Krypto-Transfers nach der Travel Rule mitführen, und die Steuermeldungen nach DAC8.
Mit der Verwahrerlaubnis entwickelt die dwpbank nach eigenen Angaben gemeinsam mit angeschlossenen Sparkassen ein Kryptoangebot für deren Kunden, als Baustein einer vollständig integrierten Kryptolösung in der Sparkassen-Finanzgruppe. Die Seite zu Sparkasse und Krypto beschreibt den Beschluss der Sparkassen und die Rolle der DekaBank. Die Seite zu Volksbank und Krypto beschreibt meinKrypto, das Angebot der Genossenschaftsbanken.
Kommende Events zu Wertpapieren und Digital Assets
dwpbank-News
dwpbank erhält MiCAR-Erlaubnis für Kryptoverwahrung und Transferdienstleistungen: Die BaFin erlaubt der dwpbank, Kryptowerte für Kunden zu verwahren, und wpNex erhält eine eigene Verwahrung.
Neues Ökosystem für Wertpapierservices deckt gesamte Breite an Marktanforderungen ab: Die dwpbank schließt den Kauf von lemon.markets ab, beide Firmen treten weiter eigenständig auf.
Neue modulare Depotwelt der dwpbank adressiert Anlegerbedürfnisse passgenau: modulare Depotmodelle für Kundeninstitute, gebaut auf WP3.
dwpbank startet mit „wpNex“ Plattform für digitale Vermögenswerte: der Start von wpNex mit dem ersten Bitcoin-Kauf der MLP.
Investment & digitale Vermögenswerte
Digitale Infrastruktur & Souveränität
Risk & Compliance
Was macht die dwpbank?
Die dwpbank wickelt Wertpapiergeschäfte für andere Banken ab: Orders, Settlement, Depots und Kapitalmaßnahmen. Rund 1.000 Banken und Sparkassen in Deutschland haben diese Arbeit an sie ausgelagert. Über wpNex übernimmt sie dasselbe für Handel und Verwahrung von Kryptowerten.
Ist die dwpbank für Krypto reguliert?
Ja. Die dwpbank ist eine von der BaFin beaufsichtigte Bank und hat MiCAR-Erlaubnisse für die Ausführung von Krypto-Orders für Kunden, für Verwahrung und Verwaltung von Kryptowerten und für Transferdienstleistungen.
Wer nutzt die dwpbank?
Die dwpbank nennt 309 Sparkassen, vier Landesbanken, die DZ BANK mit 692 Genossenschaftsbanken und 17 Privat- und Geschäftsbanken als Kunden. DAB BNP Paribas und die MLP Banking AG gehören zu den Instituten aus ihren Pressemitteilungen.
Wem gehört lemon.markets?
Der dwpbank. Die Berliner Brokerage-as-a-Service-Plattform ist seit dem Abschluss des Kaufs am 30. September 2025 eine Tochter der dwpbank. Beide Firmen treten weiter unter eigenem Namen am Markt auf.
Banken und Krypto in Deutschland
Firmen und Wertpapierinfrastruktur
dwpbank und Finance Loop
Finance Loop behandelt die Kryptoangebote der Sparkassen und Genossenschaftsbanken und die Wertpapierinfrastruktur dahinter im Track Investment & digitale Vermögenswerte. Finance Loops Seite zu Boerse Stuttgart Digital nennt die dwpbank unter den Kunden, die tradias in das fusionierte Unternehmen einbrachte.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.