Projekt Agora

Project Agorá ist ein Projekt der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), in dem Zentral- und Geschäftsbanken grenzüberschreitende Zahlungen auf einer gemeinsamen programmierbaren Plattform testen. Tokenisierte Bankeinlagen und tokenisierte Zentralbankreserven liegen dort nebeneinander, sodass eine Zahlung zwischen zwei Ländern in einem atomaren Schritt abgewickelt wird. Termine stehen im Kalender unten.

Das Zahlungsproblem hinter Agorá

Eine Auslandszahlung läuft über eine Kette von Korrespondenzbanken, jede mit eigenem Register und eigenen Annahmeschlusszeiten, und jeder Schritt ist eine eigene Nachricht, die abgeglichen werden muss. Agorá, griechisch für Marktplatz, legt das Geld mehrerer Währungen und Banken auf eine Plattform. Die BIZ beschreibt sie auf ihrer Projektseite (auf Englisch) als gemeinsame programmierbare Plattform für grenzüberschreitende Großbetragszahlungen, organisiert mit dem Institute of International Finance, mit acht Zentralbanken und über 40 Finanzinstituten.

Die BIZ sieht Agorá nicht als Ersatz für das Korrespondenzbankgeschäft, wie Cointelegraph zum Projektbericht (auf Englisch) schreibt. Das Design behält das zweistufige System bei, in dem Zentralbanken Reserven und Geschäftsbanken Einlagen ausgeben; darin sieht die BIZ die Grenze zu Stablecoins.

Das Unified Ledger: Aufbau der Plattform

Die Plattform verbindet ein vereinheitlichendes Register mit Registern je Rechtsraum. Darauf liegen tokenisierte Zentralbankreserven und tokenisierte Bankeinlagen, und Smart Contracts steuern den Ablauf: Compliance-Prüfungen, bedingte Zahlungsauslöser und die Abwicklung beider Seiten. Nachrichten folgen ISO 20022, mit pacs.008 und pacs.009 für Zahlungen und camt.053 für Kontoauszüge, damit die Plattform Daten mit den RTGS- und Kernbankensystemen der Banken austauschen kann. Ziel ist atomare Abwicklung rund um die Uhr. Das Projekt prüft außerdem Settlement-Finalität, Geldwäscheprüfung und Datenschutz.

Das Konzept des Unified Ledger hat die BIZ zuerst vorgeschlagen. Das Eurosystem stellt dieselbe Designfrage in seinem Strang Appia, der ein gemeinsames Netz gegen mehrere verbundene abwägt.

Was der Echtgeld-Test zeigte

Die Projektseite der BIZ meldet einen Test mit echtem Geld im Juli 2026. 28 Institute und Zentralbanken aus Asien, Europa und Nordamerika spielten 17 Szenarien mit 30 Transaktionen über zusammen rund 800.000 Franken durch, in Franken, Euro, Pfund, Yen, Won und US-Dollar. Getestet wurden Zahlungen in einer Währung zwischen Firmen, zwischen Banken und innerhalb einer Gruppe, Zahlungen in zwei Währungen und Devisengeschäfte Zug um Zug. Eine Zahlung brauchte im Schnitt etwa 80 Sekunden, obwohl der Prototyp nicht an RTGS- oder Kernbankensysteme angebunden war.

Getestet haben die Bank of England, die Banque de France für das Eurosystem, die Bank of Japan, die Bank of Korea und die Schweizerische Nationalbank. Unter den Geschäftsbanken waren die Deutsche Bank und Eurex Clearing aus Frankfurt sowie UBS, PostFinance und die Basler Kantonalbank aus der Schweiz. SIX war operativer Betreiber, Kaleido Technologieanbieter. Der Projektbericht Project Agorá: a shared programmable platform for wholesale cross-border payments (auf Englisch) erschien im Mai 2026; die Tests gehen weiter, mit mehr Gewicht für private Firmen.

Kommende Events zu digitalem Geld und Zahlungen in Deutschland

Finance Loop und Projekt Agora

Venturebloxx und Finance Loop bereiten den Bericht The Future of Money in Europe vor, mit Beiträgen etwa von J.P. Morgan Kinexys und Commerzbank zum Wettbewerb von tokenisierten Einlagen, Stablecoins und CBDCs. Finance Loop ist strategischer Partner der Digital Euro Association, deren Digital Euro Conference in Frankfurt Wholesale-CBDC und programmierbares Geld behandelt. Das deutsche Gegenstück zur Einlagenseite von Agorá ist der Commercial Bank Money Token von Deutscher Bank, Commerzbank, DZ Bank, UniCredit und Helaba, beschrieben auf der Seite zu tokenisierten Einlagen.

Was ist Project Agorá?

Ein Projekt des BIS Innovation Hub, organisiert mit dem Institute of International Finance. Acht Zentralbanken und über 40 Finanzinstitute testen darin grenzüberschreitende Großbetragszahlungen auf einer gemeinsamen Plattform mit tokenisierten Reserven und Einlagen.

Wer nimmt an Project Agorá teil?

Am Echtgeld-Test waren Bank of England, Banque de France für das Eurosystem, Bank of Japan, Bank of Korea und die Schweizerische Nationalbank beteiligt, dazu Banken wie Deutsche Bank, BNP Paribas, CaixaBank, UBS, Citi und JPMorgan Chase sowie Eurex Clearing. Die vollständige Liste steht auf der Projektseite der BIZ.

Nutzt Project Agorá XRP?

Nein. Die Plattform führt tokenisierte Zentralbankreserven und tokenisierte Bankeinlagen in Landeswährungen. Die BIZ nennt Kaleido als Technologieanbieter und SIX als operativen Betreiber; eine Kryptowährung gehört nicht zum Design.

Was ist ein Unified Ledger?

Eine gemeinsame programmierbare Plattform, auf der Zentralbankgeld, Bankgeld und andere tokenisierte Werte nebeneinander liegen, sodass eine Zahlung und der bezahlte Wert in einem Schritt abgewickelt werden. Die BIZ hat das Konzept vorgeschlagen, Agorá testet es für Auslandszahlungen.

Projekt Agora und Finance Loop

Finance Loop behandelt Project Agorá im Themenfeld Payments & Digital Money, neben tokenisierten Einlagen, Wholesale-CBDC und Auslandszahlungen. Finance Loop bringt Fachleute von Banken, Zentralbanken, Zahlungsdienstleistern und Marktinfrastrukturen bei Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg zusammen.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk mit dem Ziel, die Adoption neuer Technologien im Finanzwesen voranzutreiben, etwa KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, in vier Themenfeldern Know-how und persönliche Netzwerke aufzubauen: Investment & Digital Assets, Payments & Digital Money, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risk & Compliance.

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