Dynex
Dynex ist ein Schweizer Technologieunternehmen, das Quanten- und quantengetriebene Computer baut und deren Rechenleistung als Cloud-Dienst verkauft. Unternehmen schicken schwierige Optimierungs- und Simulationsaufgaben an die Dynex-Plattform, die sie auf eigenen Chips, auf emulierten Qubits oder auf Quantenprozessoren anderer Anbieter rechnet. Dynex bezeichnet dieses Geschäftsmodell als Quantum-as-a-Service und kürzt es mit QaaS ab.
Dynex arbeitet außerdem direkt mit Unternehmen an einzelnen Geschäftsproblemen: Ein Workshop klärt die Frage, danach baut und testet Dynex einen Prototyp und bringt ihn in den Produktivbetrieb. Zur Hardware gehören Apollo, ein analoger Chip mit 10.000 probabilistischen Qubits, der bei Raumtemperatur arbeitet, und Zeus, ein Quantenprozessor auf Diamantbasis, den Dynex noch entwickelt.
Quantengetriebenes Rechnen als Cloud-Dienst
Die Dynex-Plattform (auf Englisch) ist Qubit-agnostisch: Entwickler beschreiben ein Problem einmal, etwa als QUBO- oder Ising-Modell, und eine Orchestrierungsschicht wählt die Hardware, die es rechnet. Die Backends sind die Apollo-Chips von Dynex, CPU- und GPU-Knoten, die Quantenschaltkreise emulieren, und Quantenprozessoren anderer Anbieter. Nach Angaben von Dynex bewältigt die Emulation bis zu eine Million algorithmische Qubits für Gatterschaltkreise und für Quantum Annealing.
Apollo ist ein analoger Mixed-Signal-CMOS-Chip, dessen 10.000 p-Qubits unter kontrolliertem Zufall zwischen 0 und 1 wechseln. Der Chip braucht keine Kryokühlung, und sein analoger Kern verbraucht etwa ein halbes Watt, wie das Apollo-Paper (auf Englisch) zeigt, das Forscher von Dynex im Juni 2026 auf arXiv veröffentlichten. Bei einem dreidimensionalen Spinglas-Benchmark mit 2.687 Spins meldet das Paper niedrigere Grundzustandsenergien als veröffentlichte Referenzdaten supraleitender Quantenannealer.
Portfoliooptimierung, Rückversicherung und Rohstoffhandel
Portfoliooptimierung ist eine klassische Aufgabe der Finanzbranche, weil die Zahl möglicher Kombinationen mit der Zahl der Anlagen exponentiell wächst. Dynex hat ein durchgerechnetes Beispiel zur Optimierung eines Aktienportfolios (auf Englisch) veröffentlicht, das als Quantenalgorithmus auf der QaaS-Plattform läuft. Für einen Fondsberater meldet Dynex ein Plus von 16 Prozent von Januar bis zum 19. März 2026, während der Nasdaq im selben Zeitraum 4 Prozent verlor.
In einer Fallstudie zur Rückversicherung (auf Englisch) stellte Apollo Vertragsportfolios zusammen und wog Kapitalrendite, Tail Value at Risk, Kapitalbedarf und Nettoprämie gegeneinander ab. Laut Dynex erreichte diese Suche im Zielbereich von 30 bis 50 Millionen eine bis zu 500 Prozent höhere Abdeckung beim Kapitaleinsatz als Tabellenkalkulationen. Für einen Energiehändler kombinierte Dynex eine Quanten-Wetterprognose über 14 Tage (auf Englisch) mit einem Machine-Learning-Bot, der Rohöl der Sorte WTI handelt.
Quantum Keys und Quantensensoren
Am 3. September 2026 kündigte Dynex den Marktstart der Quantum Keys (auf Englisch) an, Hardware, die aus physikalischen Quantenprozessen Zufallsdaten für Verschlüsselungsschlüssel erzeugt. Der USB Quantum Key Generator liefert 136 Kilobit pro Sekunde aus dem Lawinenrauschen zweier Zener-Dioden-Kanäle. Die PCI Quantum Key Appliance liefert bis zu 250 Megabit pro Sekunde aus Licht, das ein Strahlteiler auf zwei Fotodioden verteilt.
Quantum Keys liefern den Zufall für die Schlüsselerzeugung, während Post-Quanten-Kryptografie die Algorithmen ersetzt, die diese Schlüssel verwenden. Mit derselben Ankündigung kamen zwei NV-Diamant-Quantensensoren, die kleine Änderungen von Magnetfeldern und Temperatur bei Raumtemperatur messen. Dynex verkauft beide Produktlinien über seinen Webshop, mit internationalem Versand und Zahlung auf Rechnung.
Unternehmen in Baar und Geschäftsleitung
Hinter Dynex steht die Dynex Quantum Technologies AG, eine Schweizer Aktiengesellschaft mit Sitz in Baar im Kanton Zug. Die Gesellschaft trägt diesen Namen seit April 2026 und stand vorher als Topan MapuFin AG im Handelsregister. Der Kanton Zug ist das Zentrum des Crypto Valley, das von Zug bis Zürich und in weitere Kantone reicht.
Daniela Herrmann hat Dynex gegründet, führt das Unternehmen als CEO und präsidiert den Verwaltungsrat der Schweizer Gesellschaft. Sie studierte Wirtschaft an der Universität St. Gallen (auf Englisch) und hat einen MBA der Universität Zürich. Dynex hat ein Team von mehr als 60 Personen und arbeitet mit der Technischen Universität Graz an Materialien für den Zeus-Prozessor.
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Was ist Dynex Quantum Computing?
Dynex Quantum Computing ist der Rechendienst von Dynex, der Aufgaben von Kunden auf dem Apollo-Chip, auf Quantenemulation und auf externen Quantenprozessoren rechnet. Entwickler nutzen ihn über das Dynex SDK (auf Englisch), eine Sammlung quelloffener Python-Werkzeuge für Quantengatter-Schaltkreise und Quantum Annealing.
So funktioniert der Apollo-Chip
Der Apollo-Chip rechnet mit p-Qubits, also stochastischen binären Einheiten, deren Zustand unter festen Eingaben und kontrolliertem Zufall zwischen 0 und 1 wechselt. Dynex nennt den Ansatz quantengetriebenes neuromorphes Rechnen (auf Englisch), weil der Chip über die kontinuierliche physikalische Dynamik gekoppelter Elemente zu einer Lösung findet.
Was ist Quantum as a Service?
Quantum as a Service bedeutet, dass ein Unternehmen Quanten- oder quantengetriebene Rechenleistung über die Cloud mietet und nach Nutzung bezahlt, ohne die Hardware zu kaufen oder zu betreiben. Dynex verkauft den Zugang im Abonnement und ergänzt ihn um Projektarbeit, bei der seine Entwickler die ganze Lösung für ein Geschäftsproblem bauen.
Dynex Coin: Was wurde aus DNX?
DNX ist der Utility Coin der Dynex-Blockchain (auf Englisch), die im September 2022 ohne ICO und ohne Premine startete und höchstens 110 Millionen Coins umfasst. Miner stellen GPU-Leistung nach einem Proof-of-Useful-Work-Algorithmus bereit, sodass das Mining selbst Rechenaufgaben löst. Im Februar 2026 öffnete Dynex die Bewerbung für Paragon, ein privates Programm, das den geplanten Ausstieg aus dem Utility Token auf dem Weg zu einer institutionellen Unternehmensstruktur begleitet.
Quantencomputing und Deep Tech im Finanzwesen
Dynex und Finance Loop
Finance Loop behandelt Quantencomputing und die Recheninfrastruktur von Banken im Track Digitale Infrastruktur und Souveränität. Portfoliooptimierung, wie Dynex sie für Fondsberater und Rückversicherer rechnet, gehört zum Track Investment und digitale Vermögenswerte. Dynex war Silber-Partner des CV Summit 2026 in Zürich, bei dem Gründerin und CEO Daniela Herrmann zu den Vortragenden gehörte.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.