Google Cloud
Google Cloud ist das Cloud-Geschäft von Google und vermietet Rechenleistung, Speicher, Datenbanken, Sicherheitsdienste und KI-Modelle an Unternehmen und öffentliche Stellen. Kunden betreiben ihre Anwendungen in Rechenzentren von Google und zahlen für die genutzte Kapazität, sodass sie keine eigenen Server kaufen und betreiben müssen. Google Cloud hat Kunden in mehr als 200 Ländern und Gebieten.
Banken, Börsen und Versicherer gehören zu den Branchen, für die Google Cloud eigene Produkte und Vertragsbedingungen entwickelt. Sie nutzen die Plattform für Handelssysteme, Risikomodelle, aufsichtliches Meldewesen und KI-Assistenten für ihre Mitarbeitenden und können Daten in Regionen wie Frankfurt, Berlin oder Zürich halten. Die Verträge für regulierte Kunden folgen den Auslagerungsregeln der europäischen Aufsicht.
KI-Agenten und AML-Risikowerte für Banken
Google Cloud stellte am 25. August 2026 Gemini Enterprise for Financial Services (auf Englisch) vor, ein KI-Paket für Kapitalmärkte und Firmenkundengeschäft, das als Vorschau startete. Das Paket umfasst einen von Google verwalteten Financial Research Agent, mehr als 50 Skills für Rollen im Finanzwesen und 13 Konnektoren zu Datenquellen wie FactSet, LSEG, MSCI, S&P Global und SEC Edgar. Die Deutsche Bank war Designpartner des Research-Agenten, und die CME Group nutzt das Paket bereits in eigenen Abläufen.
Gegen Finanzkriminalität verkauft Google Cloud Anti Money Laundering AI, eine API, die mit den Kernbankdaten und Verdachtsmeldungen einer Bank trainiert wird. AML AI erstellt monatliche Risikowerte für Privat- und Firmenkunden, mit Erklärungen, die Analysten, Prüfer und Aufsicht nachvollziehen können. Das Modell nutzt nur die Daten, die die Bank liefert, und Banken ersetzen oder ergänzen mit den Werten ihr älteres Transaktionsmonitoring.
Deutsche Bank, Commerzbank und weitere europäische Bankkunden
Die Deutsche Bank und Google Cloud unterzeichneten im Juli 2020 eine Absichtserklärung für eine mehrjährige strategische Partnerschaft, nachdem die Bank im Februar desselben Jahres mehrere Cloud-Anbieter um Vorschläge gebeten hatte. Die Bank wollte ihre bestehenden Systeme schrittweise umstellen und Data Science sowie maschinelles Lernen etwa für Liquiditätsprognosen von Treasury-Kunden nutzen.
Die Commerzbank nutzt Google Cloud seit 2017 und schloss im März 2021 eine fünfjährige strategische Partnerschaft (auf Englisch), um eine große Zahl von Bankanwendungen in die Cloud zu verlagern. Die erste Kundenanwendung auf der Plattform war die „Digitale Kontoanalyse“, mit der Bank und Kunden Kreditanträge schneller bearbeiten. Google Cloud beteiligt sich außerdem an der Collaborative Cloud Audit Group, in der europäische Finanzinstitute Cloud-Anbieter gemeinsam prüfen.
BNP Paribas schloss am 24. September 2026 eine fünfjährige Partnerschaft (auf Englisch), die Gemini-Modelle in LLM@CIB bringt, den internen KI-Assistenten ihrer Firmen- und Institutionenbank mit mehr als 65.000 Nutzern. CaixaBank in Spanien verlängerte am 9. Oktober 2026 ihre Vereinbarung mit Google Cloud (auf Englisch) bis 2033 und will Gemini-Enterprise-Agenten für Dokumentenarbeit und Datenanalyse einsetzen. Im Vereinigten Königreich nutzt die Lloyds Banking Group Gemini und maschinelles Lernen für ihren Kundenservice.
Souveräne Cloud in Deutschland und der Schweiz
Google Cloud betreibt in Deutschland zwei Regionen, Frankfurt (europe-west3) und Berlin (europe-west10), und in der Schweiz die Region Zürich (europe-west6), jeweils mit drei Zonen. Mit der Google Cloud Data Boundary legt ein Kunde die Region fest, in der seine Kerndaten liegen, verwaltet eigene Schlüssel und lässt jeden administrativen Zugriff protokollieren. Das Paket Switzerland Data Boundary hält Daten ohne Aufpreis in Schweizer Regionen, und eine Premium-Variante beschränkt den Supportzugriff auf Personal mit Sitz in der EU.
T-Systems und Google Cloud vereinbarten im September 2021 den Aufbau einer souveränen Cloud für deutsche Organisationen (auf Englisch), in der T-Systems Verschlüsselung und Identitäten verwaltet und den Zugang zu den deutschen Anlagen überwacht. Am 20. Mai 2026 kündigte Thales eine neue souveräne Cloud für Deutschland (auf Englisch) auf Basis von Google Cloud Dedicated an, betrieben auf isolierter Infrastruktur von einer deutschen Gesellschaft, die vollständig Thales gehört. Das Angebot ist in der Vorschau, soll bis Ende 2026 allgemein verfügbar sein und zielt auf die Kriterien C5 und C3A, mit Notfallwiederherstellung über eine Schwesterregion, die S3NS in Frankreich betreibt.
Christoph Böhm, Chief Information Officer und Chief Operating Officer der Deutschen Börse, begrüßte das Thales-Angebot als Weg, stark regulierte Prozesse grenzüberschreitend in der Cloud zu skalieren. Für Verschlusssachen läuft Google Distributed Cloud air-gapped vollständig ohne Internetverbindung und lässt sich von Google nicht aus der Ferne abschalten. Banken, die diese Modelle für eine souveräne Cloud vergleichen, prüfen, wer die Infrastruktur betreibt und welches Recht für den Betreiber gilt.
Universal Ledger, Blockchain-Nodes und Web3-Dienste
Google Cloud Universal Ledger, kurz GCUL, ist ein privates, zugangsbeschränktes Distributed Ledger für Großbetragszahlungen und die Tokenisierung von Vermögenswerten. Die CME Group meldete am 25. März 2025, sie habe die erste Phase von Integration und Tests abgeschlossen (auf Englisch), und plante direkte Tests mit Marktteilnehmern mit dem Ziel, 2026 neue Dienste zu starten. In der Universal Ledger API, noch ein Pre-GA-Angebot, halten Konten Token, die Geschäftsbankengeld abbilden, und ein Clearinghouse setzt die Grenzen, innerhalb derer Token-Manager sie ausgeben und vernichten.
Blockchain Node Engine betreibt dedizierte Blockchain-Nodes als verwalteten Dienst, sodass ein Unternehmen eigene RPC- und WebSocket-Endpunkte erhält und unabhängig von der Zahl der Anfragen eine feste Stundengebühr zahlt. Blockchain RPC ist in der öffentlichen Vorschau und in dieser Zeit kostenlos und bietet gemeinsamen Zugang zu Mainnet und Testnet von Ethereum mit bis zu 100 Anfragen pro Sekunde und 1 Million pro Tag. Das Web3-Startup-Programm von Google Cloud gibt jungen Blockchain-Unternehmen über zwei Jahre bis zu 200.000 US-Dollar an Guthaben für Google Cloud und Firebase.
DORA, BaFin und FINMA: Regeln für die Cloud-Auslagerung
Seit dem 17. Januar 2025 wenden Banken, Versicherer und Wertpapierfirmen in der EU den Digital Operational Resilience Act an, dessen Artikel 30 die Klauseln auflistet, die ein Vertrag mit einem IKT-Anbieter enthalten muss. Für Dienste, die kritische oder wichtige Funktionen unterstützen, verlangt Artikel 28 zudem Exit-Strategien, damit eine Bank zu einem anderen Anbieter wechseln oder den Dienst selbst übernehmen kann. Google Cloud bietet aktualisierte Vertragsbedingungen für Google Cloud, Google Workspace und SecOps-Dienste, die Artikel 30 und den technischen Standard zur Unterauftragsvergabe abdecken, dazu einen Leitfaden für das Informationsregister.
Im November 2025 setzten die Europäischen Aufsichtsbehörden die Google Cloud EMEA Limited samt Tochtergesellschaften auf ihre Liste von 19 benannten Anbietern (auf Englisch), womit das Unternehmen zu den kritischen IKT-Drittdienstleistern unter direkter EU-Aufsicht gehört. Ein federführender Überwacher aus einer der drei Behörden prüft nun, wie der Anbieter IKT-Risiken steuert, und nach Angaben von Google Cloud ersetzt diese Aufsicht nicht die Pflichten (auf Englisch) der einzelnen Finanzunternehmen nach DORA.
In Deutschland erläuterte die BaFin ihre Sicht auf Cloud-Auslagerungen in einer Aufsichtsmitteilung vom Februar 2024, die keine neuen Anforderungen stellt und in Infokästen beschreibt, was sich unter DORA ändert. Google Cloud erklärt, dass seine Verträge für deutsche Finanzinstitute diese Vorgaben abdecken, und veröffentlicht Mappings für Google Cloud und Google Workspace. Für Schweizer Banken und Versicherer ordnet Google Cloud seine Verträge auf dieselbe Weise dem FINMA-Rundschreiben 2018/3 zur Auslagerung zu.
Fintech- und Finanz-Events in Deutschland
Was ist Google Cloud?
Google Cloud ist das Cloud-Computing-Geschäft von Google und verkauft Rechenkapazität, Datenplattformen, Sicherheitsdienste und KI-Modelle wie Gemini an Unternehmen und öffentliche Stellen. Finanzinstitute nutzen es für Handel, Risikoberechnung, Meldewesen und KI-Assistenten, zu Vertragsbedingungen für regulierte Unternehmen.
DORA-Vertragsbedingungen für Banken und Versicherer
Google Cloud bietet Finanzunternehmen in der EU aktualisierte DORA-Vertragsbedingungen, die Artikel 30 der Verordnung und den technischen Standard zur Unterauftragsvergabe abdecken. Kunden erhalten diese Bedingungen über ihre Ansprechperson bei Google Cloud, und Google Cloud veröffentlicht zusätzlich Mappings, die zeigen, wie seine Verträge Artikel 30 erfüllen.
Cloud-Regionen in Frankfurt, Berlin und Zürich
Die Google-Cloud-Region in Frankfurt trägt den Code europe-west3, die Region Berlin heißt europe-west10 und die Region Zürich europe-west6. Jede der drei Regionen hat drei Zonen, sodass eine Bank eine Anwendung auf getrennte Zonen verteilen kann, ohne Daten aus Deutschland oder der Schweiz zu bewegen.
Was ist GCUL?
GCUL steht für Google Cloud Universal Ledger, ein zugangsbeschränktes Distributed Ledger, das Google Cloud Finanzinstituten für Zahlungen und tokenisierte Vermögenswerte anbietet. Die CME Group testete es für Großbetragszahlungen und die Tokenisierung von Vermögenswerten, und die API steht als Pre-GA-Angebot bereit.
Souveräne Cloud mit T-Systems und Thales
T-Systems und Google Cloud vereinbarten im September 2021, souveräne Cloud-Dienste für deutsche Unternehmen, den öffentlichen Sektor und das Gesundheitswesen bereitzustellen. Thales folgte im Mai 2026 mit einer eigenen deutschen Gesellschaft, die Google Cloud Dedicated auf isolierter Infrastruktur mit Personal vor Ort betreiben wird.
Google Cloud und Finance Loop
Finance Loop behandelt Cloud-Anbieter, Datenresidenz und die DORA-Aufsicht über IKT-Dienstleister im Bereich Digitale Infrastruktur und Souveränität, zu dem die souveränen Cloud-Angebote für Banken in Deutschland und der Schweiz gehören. Google Cloud war Partner des CV Summit 2026, der Blockchain- und KI-Konferenz von CV Labs im Kongresshaus Zürich am 29. und 30. September 2026.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.