Kartenzahlung in Deutschland

An deutschen Kassen ist die girocard noch die meistgenutzte Karte: 2025 entfielen 40,5 Prozent des Umsatzes im Einzelhandel auf sie, während Debitkarten von Visa und Mastercard am stärksten wuchsen. Bargeld nutzen die Menschen noch bei 45 Prozent der Alltagszahlungen. Wer Kartenzahlungen bei Banken, Acquirern und Fintechs baut, trifft sich bei Finance-Loop-Events; Termine stehen im Kalender unten.

Wie Deutschland zahlt: Bargeld, girocard und internationale Karten

Laut der Studie der Bundesbank zum Zahlungsverhalten in Deutschland 2025 wurden 55 Prozent der erfassten Einkäufe unbar bezahlt, erstmals mehr als die Hälfte. Bargeld kam noch bei 45 Prozent der Zahlungen zum Einsatz, aber nur bei 23 Prozent des Umsatzes. Die Debitkarte, meist die girocard, lag bei 26 Prozent der Zahlungen und 28 Prozent des Umsatzes; mobile Zahlungen erreichten 10 Prozent.

An den Kassen des Einzelhandels entfielen 2025 laut EHI Retail Institute 65,1 Prozent des Umsatzes auf Karten. Die girocard kam auf 40,5 Prozent, einen Punkt weniger als im Vorjahr. Internationale Debitkarten von Visa und Mastercard legten um 2,5 Punkte auf 9,4 Prozent zu, Kreditkarten hielten 8,2 Prozent. Von allen unbaren Zahlungen an der Kasse liefen 19,3 Prozent mobil.

Die girocard und das Ende von Maestro

Die girocard ist das Debitkartensystem der deutschen Kreditwirtschaft, betrieben von EURO Kartensysteme in Frankfurt. Ihre Website nennt rund 100 Millionen Karten und 8,3 Milliarden Transaktionen im Jahr 2025. Viele sagen noch EC-Karte. Sie funktioniert an deutschen Terminals und Geldautomaten; für Zahlungen im Ausland trägt die Karte eine zweite, internationale Marke.

Lange war das Maestro. Seit dem 1. Juli 2023 dürfen Banken und Sparkassen keine neuen Karten mit Maestro-Funktion mehr ausgeben, und girocard nannte Debit Mastercard, V Pay und Visa Debit als übliche Nachfolger, manche Banken setzen auf zwei getrennte Karten. Da die meisten Karten vier Jahre gelten, laufen die letzten girocards mit Maestro etwa Ende 2027 aus.

Was eine Kartenzahlung den Händler kostet

Bei jeder Kartenzahlung fällt ein Interchange-Entgelt an, das die Bank des Händlers (der Acquirer) an die kartenausgebende Bank zahlt. Die EU-Interchange-Verordnung (EU) 2015/751 deckelt es für Verbraucherkarten auf 0,2 Prozent des Betrags bei Debitkarten und 0,3 Prozent bei Kreditkarten. Dazu kommen Scheme-Gebühren und die Marge des Acquirers; zusammen zahlt der Händler das Händlerentgelt.

Online laufen Kartenzahlungen über die starke Kundenauthentifizierung, die das Paket aus PSD3 und PSR mit klareren Regeln für Händlerzahlungen beibehält. Eine Karte im Handy-Wallet arbeitet mit einem Token statt der Kartennummer, erklärt in der Antwort zur Tokenisierung im Zahlungsverkehr. Visa wickelt einen Teil der Zahlungen zwischen Banken in Stablecoins ab, und Wero, das Wallet der European Payments Initiative, tritt mit Zahlungen von Konto zu Konto gegen Karten an.

Müssen Geschäfte in Deutschland Karten annehmen?

Ob ein Geschäft unbare Zahlung anbieten muss, ist eine politische Frage. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD steht, dass „grundsätzlich Bargeld und mindestens eine digitale Zahlungsoption schrittweise angeboten werden sollen“. Eine Methode nennt der Vertrag nicht; ein Kartenterminal wäre ein Weg, das zu erfüllen. Lizenzen und Zahlungswege dahinter beschreibt die Seite zum Zahlungsverkehr in Deutschland.

Kommende Payments-Events in Deutschland

Finance Loop, der Treffpunkt für Kartenzahlungen

Finance Loop ist der Treffpunkt für alle, die in Deutschland Kartenzahlungen betreiben: Kartenausgeber bei Banken und Sparkassen, Acquirer, Zahlungsinstitute und Fintechs, die auf Kartennetzen aufbauen. Es verbindet die Finance-, IT- und KI-Communitys in Deutschland, Österreich und der Schweiz, mit Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.

Visa ist Event- und Netzwerkpartner von Finance Loop. In Frankfurt, wo Finance Loop in Zusammenarbeit mit dem TechQuartier entsteht, sitzen EURO Kartensysteme, der Betreiber der girocard, und VR Payment, das Kartengeschäft der Genossenschaftsbanken. Die Seite zu Payments in Frankfurt beschreibt das Karten- und Händlergeschäft der Stadt.

Capital & Code

Capital & Code ist eine eintägige Konferenz in Frankfurt zu Stablecoins, tokenisierten Fonds und Payments, ausgerichtet von AllUnity. Im Panel zur Zukunft des Bezahlens sprechen Dorothea Ysenburg von Mastercard und Eva-Maria Lindig von PayPal mit AllUnity und Worldline, auch über Zahlungen durch KI-Agenten. Finance Loop ist Medienpartner der Konferenz.

Nutzen Deutsche Kreditkarten?

Ja, an der Kasse aber selten. Kreditkarten kamen 2025 auf 8,2 Prozent des Einzelhandelsumsatzes, die girocard auf 40,5 Prozent, so das EHI. Online sind sie fast überall: Visa akzeptieren 94,3 Prozent und Mastercard 94,1 Prozent der 1.000 größten deutschen Onlineshops, ergab der E-Commerce-Report 2026 des EHI.

Was unterscheidet girocard und Debitkarte?

Die girocard ist auch eine Debitkarte, läuft aber über das deutsche girocard-System und ist für deutsche Terminals gebaut. Eine Debit Mastercard oder Visa Debit läuft über ein internationales Kartennetz und funktioniert im Ausland und online überall dort, wo das Netz akzeptiert wird. Viele deutsche Banken vereinen beides auf einer Karte.

Kann man in Deutschland überall mit Karte zahlen?

Nein. In der Bundesbank-Studie für 2025 war bei 86 Prozent der erfassten Einkäufe vor Ort eine unbare Zahlung möglich, Bargeld wurde in 94 Prozent angenommen.

Wie hoch ist das Interchange-Entgelt in Deutschland?

Für in der EU ausgegebene Verbraucherkarten deckelt die Interchange-Verordnung es auf 0,2 Prozent bei Debitkarten und 0,3 Prozent bei Kreditkarten. Firmenkarten fallen nicht unter den Deckel. Die Gesamtkosten des Händlers enthalten auch Scheme-Gebühren und das Entgelt des Acquirers.

Kartenzahlung und Finance Loop

Kartenzahlungen gehören bei Finance Loop zum Track Payments & digitales Geld. Visa ist Event- und Netzwerkpartner von Finance Loop, und Mastercard und PayPal sprechen bei Capital & Code, wo Finance Loop Medienpartner ist. Termine stehen auf der Event-Seite.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld und Risk & Compliance.

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