Risikomanagement in Frankfurt
In Frankfurt sitzen die Aufseher über die Bankrisiken des Euroraums: die EZB-Bankenaufsicht, der Europäische Ausschuss für Systemrisiken, die Versicherungsaufsicht EIOPA, die Deutsche Bundesbank und ein Standort der BaFin. Ein Risikomanager einer bedeutenden Bank arbeitet nach den Regeln der EZB, bei allen anderen Banken gelten die MaRisk der BaFin. Termine stehen im Kalender unten.
Warum so viel Risikoaufsicht in Frankfurt sitzt
Risikomanagement in einer Bank heißt, mögliche Verluste zu messen und zu begrenzen: durch Kreditnehmer, die nicht zahlen (Kreditrisiko), durch Kurse, die sich gegen die Positionen bewegen (Marktrisiko), durch fehlende Liquidität (Liquiditätsrisiko) und durch Fehler in Prozessen, bei Menschen und Systemen (operationelles Risiko). In Frankfurt sitzen die Prüfer dieser Arbeit nah dran. Die EZB-Bankenaufsicht beaufsichtigt die bedeutenden Banken des Euroraums direkt von ihrer Frankfurter Zentrale aus, und der bei der EZB angesiedelte Europäische Ausschuss für Systemrisiken beobachtet die Risiken des ganzen Finanzsystems. Auch die europäische Versicherungsaufsicht EIOPA hat ihren Sitz in der Stadt.
Für kleinere deutsche Banken ist die Aufsicht national. Die BaFin mit Sitz in Bonn und Frankfurt und die Deutsche Bundesbank mit Zentrale in Frankfurt teilen sich die laufende Aufsicht: Die Bundesbank übernimmt die meisten Prüfungen und Analysen, die BaFin trifft die Entscheidungen. Der Risikoverantwortliche einer Sparkasse und der einer Großbank zwei Straßen weiter können so verschiedenen Aufsehern berichten und doch dieselben Risiken messen.
MaRisk: das deutsche Regelwerk für das Risikomanagement
Die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) sind das Rundschreiben der BaFin dazu, wie eine deutsche Bank ihr Risikomanagement organisiert: Risikostrategie, Risikotragfähigkeit, Stresstests, Risikocontrolling, Compliance-Funktion und Interne Revision. Es konkretisiert § 25a des Kreditwesengesetzes (KWG) und ist prinzipienorientiert, eine kleine Genossenschaftsbank setzt es also einfacher um als ein Großinstitut.
BaFin und Bundesbank haben das Rundschreiben mit der MaRisk-Novelle unter dem Titel „Mehr Proportionalität“ erneut überarbeitet: Die Anforderungen sind noch prinzipienorientierter, die Komplexität ist deutlich geringer, und kleine sowie sehr kleine Banken bekommen weitere Erleichterungen. Die Novelle davor hatte die europäischen Leitlinien zu Zinsänderungs- und Credit-Spread-Risiken im Anlagebuch umgesetzt. Wer im Risikocontrolling einer deutschen Bank arbeitet, liest die MaRisk neben den EU-Kapitalregeln nach Basel III, die festlegen, wie viel Kapital jedes Risiko braucht.
Wer in Frankfurt am Risikomanagement arbeitet
Die größte Gruppe sind die Risikoteams der Banken: Kreditrisikoanalysten, die Kreditnehmer einstufen, Marktrisikoteams, die den Value at Risk der Handelsbücher berechnen, Treasury- und Liquiditätsteams sowie die Teams für nichtfinanzielle Risiken wie operationelle, IT- und Auslagerungsrisiken. Um sie herum arbeiten Prüfer, Beratungen und Datenanbieter. d-fine, eine Beratung mit Hauptsitz in Frankfurt, beschreibt ihre Arbeit als „analytical, quantitative and technological“ und zählt Banken, Versicherer und Asset Manager zu ihren Kunden.
Der Berufsstand hat in der Stadt auch einen eigenen Verband. Das Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung (FIRM) nennt sich „die erste Adresse im Risikomanagement“. Nach eigener Darstellung sind fast alle großen Kreditinstitute aus dem deutschsprachigen Raum dabei, dazu die Deutsche Börse, Beratungen, Unternehmen und das Land Hessen. Grundlage der Arbeit ist der Austausch der Mitglieder mit Wissenschaft und Aufsicht.
Risikomanagement in Frankfurt lernen
Die Frankfurt School of Finance & Management bietet eine Reihe von Weiterbildungen zu Regulierung und Risikomanagement. Ihr Certified Expert in Risk Management (auf Englisch) behandelt Kredit-, Markt-, Liquiditäts- und operationelle Risiken und übt Stresstests, Szenarioanalysen und Portfolioüberwachung. Der Onlinekurs hat 10 Einheiten über etwa sechs Monate, mit Hausarbeiten und Abschlussprüfung. Dazu kommen ein Zertifikat zum Klimarisikomanagement (auf Englisch) und ein Programm zu Risikomanagement, Corporate Governance und Compliance, das auch zum Diploma in Risk Management zählt.
Wer neu einsteigt, lernt zuerst die vier Risikoarten und wie aus jeder eine Kapitalzahl wird, dann Risikoinventur und Risikotragfähigkeit nach MaRisk. Die Antworten zu Kreditrisiko und Liquiditätsrisiko im Wissensbereich sind ein kurzer Einstieg.
Woran Risikomanager in Frankfurt jetzt arbeiten
Nichtfinanzielle Risiken sind nach oben gerückt. Seit DORA gilt, haben IT-Risiken, Cybervorfälle und das Risiko von IT-Lieferanten eine eigene EU-Verordnung, und die IKT-Risikokontrollfunktion prüft sie neben Kredit- und Marktrisiken. Deshalb ist Cybersicherheit in Banken heute Vorstandsthema. Klima- und Umweltrisiken sind das zweite Thema: Die Frankfurt School lehrt sie als eigenes Fach, und die Aufsicht erwartet sie in der Risikoinventur.
Das dritte Thema sind Modelle. Banken nutzen maschinelles Lernen im Kreditscoring und in der Betrugserkennung, und die KI-Verordnung stuft Kreditscoring für Verbraucher als Hochrisiko ein, also treffen sich Modellrisikomanagement und KI-Governance in derselben Abteilung. Quantencomputing ist ein längerfristiges Thema: Es könnte Simulationen für Risikomodelle beschleunigen und bedroht die Verschlüsselung von Bankdaten, mehr dazu unter Quantencomputing in Frankfurt.
Kommende Events zu Risk und Compliance in Frankfurt
Risikomanagement und Finance Loop in Frankfurt
Finance Loop ist der Treffpunkt für Risikomanager, Compliance-Verantwortliche und die IT- und Datenleute, die ihre Werkzeuge bauen. Das Netzwerk verbindet die Finance-, IT- und KI-Communitys in Frankfurt und hat Events auch in München, Berlin und Hamburg.
Finance Loop organisierte das Frankfurt Quantum Finance Forum an der Frankfurt School mit, zusammen mit der Deutschen Bundesbank und IBM; Themen waren Risikomodelle und das Quantenrisiko für die Verschlüsselung. d-fine gehört zu den Event- und Netzwerkpartnern von Finance Loop. Beim Side Event der AI Week Frankfurt, präsentiert von Finance Loop mit Frankfurt Main Finance, ging es um vertrauenswürdige KI und KI gegen Finanzkriminalität. Finance Loop ist Mitglied bei Frankfurt Main Finance, viele Abende finden im TechQuartier statt.
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Was ist Risikomanagement in einer Bank?
Es ist die Arbeit, die Risiken einer Bank zu erkennen, zu messen, zu begrenzen und zu berichten, vor allem Kredit-, Markt-, Liquiditäts- und operationelle Risiken. In Deutschland regeln die MaRisk die Organisation dieser Arbeit, die EU-Kapitalregeln das Kapital je Risiko. Die Antwort zum Risikomanagement in Banken geht die Funktionen durch.
Wer beaufsichtigt das Risikomanagement der Banken in Frankfurt?
Die EZB-Bankenaufsicht beaufsichtigt die bedeutenden Banken direkt, von Frankfurt aus. Weniger bedeutende Banken beaufsichtigen BaFin und Bundesbank, die auch in den gemeinsamen Aufsichtsteams der EZB für die großen deutschen Banken mitarbeiten.
Was behandelt der Certified Expert in Risk Management der Frankfurt School?
Kredit-, Markt-, Liquiditäts- und operationelle Risiken, die Regulierung und praktische Arbeit mit Stresstests, Szenarioanalysen und Portfolioüberwachung. Laut Frankfurt School läuft er online über etwa sechs Monate in 10 Einheiten mit Kurztests, drei Hausarbeiten und einer Abschlussprüfung.
Was ist das Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung?
FIRM ist ein Frankfurter Verband für Risikomanagement und Regulierung in der Finanzbranche. Zu den Mitgliedern gehören die meisten großen Banken des deutschsprachigen Raums, die Deutsche Börse, Beratungen und das Land Hessen; der Verband organisiert den Austausch mit Wissenschaft und Aufsicht.
Gibt es ein Risikomanagement-Meetup in Frankfurt?
Finance Loop veranstaltet in Frankfurt Abende, an denen sich Risk-, Compliance- und Technologieleute aus Banken und Fintechs treffen, oft im TechQuartier. Die Termine stehen im Kalender auf dieser Seite.
Risikomanagement in Frankfurt und Finance Loop
Risikomanagement gehört zum Themenfeld Risk & Compliance von Finance Loop. Finance Loop organisierte das Frankfurt Quantum Finance Forum mit Frankfurt School, Bundesbank und IBM und arbeitet mit der Frankfurter Beratung d-fine als Event- und Netzwerkpartner. Risk-Leute treffen sich bei Finance-Loop-Events in Frankfurt und in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld und Risk & Compliance.