eco Verband der Internetwirtschaft
eco ist der Verband der Internetwirtschaft in Deutschland und wurde 1995 von einer Gruppe von Internetpionieren unter dem Namen Electronic Commerce Forum gegründet. Mit rund 1.000 Mitgliedsunternehmen bezeichnet sich eco als größten Verband der Internetwirtschaft in Europa. Die Mitglieder betreiben Netze, Rechenzentren, Cloud- und Hosting-Dienste sowie Domains, vom kleinen regionalen Anbieter bis zum globalen Cloud-Konzern.
eco vertritt seine Mitglieder gegenüber der deutschen und europäischen Politik und arbeitet an Regeln für Netze, Datenschutz, IT-Sicherheit und künstliche Intelligenz. Über die Tochter DE-CIX, die den Internetknoten in Frankfurt betreibt, ist eco selbst Teil der Branche, die es vertritt. Der Verband betreibt eine Beschwerdestelle für illegale Inhalte im Netz und richtet Konferenzen zu Rechenzentren und Sicherheit aus.
Mitglieder und Beitritt
Zu den rund 1.000 Mitgliedern von eco gehören globale Cloud-Anbieter wie Amazon Web Services, Google, Microsoft und Cloudflare sowie Rechenzentrumsbetreiber wie Equinix, Digital Realty und NTT Global Data Centers. Mitglieder aus der Finanzbranche sind die IT-Dienstleister Finanz Informatik Technologie Service und Sparkassen-IT, die Auskunftei SCHUFA und das House of Finance der Goethe-Universität Frankfurt.
Die meisten Mitglieder sind Netzbetreiber und Hosting-Firmen aus Deutschland, und auf der Mitgliederliste stehen auch Telekommunikationsunternehmen aus Österreich, Slowenien, Serbien und der Türkei. Die Mitglieder arbeiten in Kompetenzgruppen, etwa in der Gruppe Sicherheit, die jedes Jahr die IT-Sicherheitsumfrage von eco durchführt.
Vorstand und Geschäftsführung
Rechtsanwalt Oliver J. Süme ist Vorstandsvorsitzender von eco und zuständig für Politik, Recht und Regulierung. Klaus Landefeld ist stellvertretender Vorsitzender und zuständig für Infrastruktur und Netze, und zum Vorstand gehören außerdem Silke Kanes für SaaS, Diversity und Unternehmenskultur, Felix Höger für Online-Services und Cloud Computing sowie Norbert Pohlmann für IT-Sicherheit.
Alexander Rabe und Andreas Weiss sind die Geschäftsführer von eco. Philipp Ehmann leitet das Hauptstadtbüro in Berlin und den Bereich Politik, Recht und Regulierung, während Lars Steffen für Internationales, digitale Infrastrukturen und Resilienz zuständig ist.
DE-CIX und der Internetknoten in Frankfurt
eco ist alleiniger Gesellschafter von DE-CIX, das 1995 gegründet wurde und seinen Knoten in Frankfurt als weltweit führende Interconnection-Plattform bezeichnet. Bei DE-CIX Frankfurt tauschen mehr als 1.000 Netze Daten aus, und der Zugang ist in mehr als 30 Rechenzentren im Raum Frankfurt möglich. Banken können über einen solchen Knoten die Internetanbieter ihrer Kunden direkt erreichen und sich ohne Umweg über das offene Internet mit Cloud-Anbietern verbinden.
Kommende Fintech- und Finanz-Events in Deutschland
Rechenzentren und digitale Infrastruktur
Die Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen arbeitet unter dem Dach von eco und vertritt Rechenzentrumsbetreiber gegenüber der Politik. Im Juni 2026 kritisierte die Allianz die geplante Novelle des Energieeffizienzgesetzes, weil ein starrer Betriebs-PUE von 1,2 für Rechenzentren praxisfern sei und Investitionen gefährde. Eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Allianz ergab, dass die Mehrheit der Bevölkerung den Ausbau von Rechenzentren in Deutschland befürwortet.
Der sechste Data Center Expert Summit von eco fand im Juni 2026 im area3 in Dreieich bei Frankfurt statt, mit Fachleuten aus Rechenzentren, Energie, Planung, Netzen und Verwaltung. Die Data Center Roadshow von eco macht auch in Frankfurt Station, dem größten Markt für Rechenzentren in Deutschland.
KI in Unternehmen: Studien und Regulierung
Eine Studie von IW Consult im Auftrag von eco vom Juli 2026 schätzt, dass KI-gestützte Produktinnovationen und neue Dienstleistungen schon heute mehr als 120 Milliarden Euro Umsatz erzeugen. Laut Studie liegt die Stärke Deutschlands in Industrieanwendungen, und der Vorstandsvorsitzende Oliver J. Süme sieht bei Industrial AI einen echten Wettbewerbsvorteil für Deutschland.
In einer Civey-Umfrage unter 500 Unternehmen für eco im Herbst 2026 gaben 54 Prozent an, KI-Agenten bereits zu nutzen oder zu testen, doch nur 5 Prozent würden Agenten vollständig autonom entscheiden lassen. Als Schutz nannten 47 Prozent eine automatische Notabschaltung und 45 Prozent eine strikte Vergabe von Rollen und Rechten. Vor dem Start der Transparenzpflichten der KI-Verordnung am 2. August 2026 forderte eco einheitliche, technisch umsetzbare Standards und eine europaweit abgestimmte Durchsetzung.
Cloud, Gaia-X und digitale Souveränität
eco leitete das deutsche Projekt für die Gaia-X Federation Services, GXFS-DE, das Open-Source-Dienste für Identität, Vertrauen und Datenaustausch in Gaia-X-Ökosystemen entwickelt hat. Im Juli 2023 wechselten diese Komponenten zur Eclipse Foundation, wo sie unter dem Namen XFSC weiterlaufen, und Andreas Weiss von eco war Projektleiter von GXFS-DE. Auch der Verband EuroCloud Deutschland arbeitet unter dem Dach von eco.
Banken stehen vor denselben Fragen, wenn sie Kernsysteme in die Cloud verlagern und dabei die Kontrolle über Daten und Anbieter behalten müssen. Die Gaia-X-Datenräume für das Finanzwesen und souveräne Cloud-Angebote sind zwei europäische Antworten auf dieses Problem.
IT-Sicherheit und Beschwerdestelle
Die Kompetenzgruppe Sicherheit von eco führt jedes Jahr eine IT-Sicherheitsumfrage unter Unternehmen durch, und in der jüngsten Ausgabe meldete knapp ein Drittel spürbare Folgen durch Cybervorfälle. eco stellt das Thema bei den Internet Security Days vor, die im Rahmen des it-sa Congress in Nürnberg stattfinden.
Seit 1996 prüft die eco Beschwerdestelle Hinweise auf illegale Inhalte im Netz und fordert Anbieter zur Löschung auf. Im Jahr 2025 prüfte sie 51.358 Hinweise, stellte in 30.035 Fällen einen Rechtsverstoß fest und erreichte bei webbasierten Inhalten eine Löschquote von 98,58 Prozent.
Büros in Köln und Berlin
Der Hauptsitz von eco liegt in der Lichtstraße 43h in 50825 Köln, wo auch die Beschwerdestelle arbeitet. Das Hauptstadtbüro von eco liegt in der Französischen Straße 48 in 10117 Berlin und kümmert sich um die politische Arbeit des Verbands.
eco und Finance Loop
Banken und Zahlungsdienstleister in Frankfurt betreiben ihre Systeme in den Rechenzentren und Clouds, die Mitglieder von eco betreiben, und ihre Cloud-Verträge fallen heute unter DORA. Finance Loop bespricht diese Fragen mit Fachleuten bei seinen Events im Schwerpunkt Digitale Infrastruktur und Souveränität.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.