Bitkom
Bitkom ist der Verband der Digitalwirtschaft in Deutschland und wurde im Oktober 1999 in Berlin gegründet. Mehr als 2.200 Unternehmen sind Mitglied, darunter mehr als 1.000 kleine und mittlere Firmen, rund 700 Tech-Startups und die Hälfte der 40 DAX-Konzerne. Bitkom bezeichnet sich als wichtigsten Digitalverband Deutschlands und als größten europäischen Thinktank zu Digitalthemen.
Bitkom vertritt seine Mitglieder gegenüber Bundesregierung und Bundestag, schreibt Positionspapiere und veröffentlicht Umfragen dazu, wie Unternehmen digitale Technik einsetzen. Die Mitglieder arbeiten in Arbeitskreisen zu Feldern von KI und Daten über Sicherheit und öffentliche Verwaltung bis zur digitalen Souveränität. Erklärtes Ziel von Bitkom ist es, Deutschland zu einem führenden Digitalstandort zu machen.
Mitglieder und Beitritt
Die mehr als 2.200 Mitgliedsunternehmen von Bitkom reichen vom Tech-Startup bis zum Weltkonzern, und die Hälfte der 40 DAX-Konzerne ist Mitglied. Mehr als 1.000 Mitglieder sind kleine und mittlere Firmen, rund 700 sind Tech-Startups, die in denselben Gremien arbeiten wie die Konzerne. Banken und Fintechs beteiligen sich über den Arbeitskreis FinTechs & Digital Banking, zu dessen aktiven Mitgliedern Commerzbank, Deutsche Bank, N26, Klarna, Stripe und Visa gehören.
Die Bitkom Servicegesellschaft bietet Mitgliedern und anderen Unternehmen Leistungen über eigene Bereiche an. Die Bitkom Akademie bildet Fach- und Führungskräfte zu IT-Themen und digitalen Trends weiter, und Bitkom Research erstellt die Marktforschung hinter den Umfragen des Verbands.
Präsident, Präsidium und Geschäftsleitung
Ralf Wintergerst, Vorsitzender der Geschäftsführung von Giesecke+Devrient, ist Präsident von Bitkom. Vizepräsidenten sind Michael Hagspihl von der Deutschen Telekom, Christina Raab von Accenture, zugleich Schatzmeisterin, Tanja Rückert von Bosch und Thomas Saueressig von SAP. Die Mitglieder des Präsidiums arbeiten persönlich und ehrenamtlich für zwei Jahre und können wiedergewählt werden.
Weitere Mitglieder des Präsidiums kommen von Microsoft, Vodafone, Telefónica, Samsung, Nokia, Schwarz Digits, Helsing und Flix. Auch Aiga Senftleben, Mitgründerin und Geschäftsführerin des Fintechs Billie, gehört dem Präsidium an. Bernhard Rohleder leitet die Geschäftsstelle von Bitkom seit der Gründung 1999 als Hauptgeschäftsführer, gemeinsam mit einer Geschäftsleitung für Finanzen, Politik, Technologie und Recht.
KI in deutschen Unternehmen
Bitkom fragt deutsche Unternehmen jedes Jahr, wie sie KI einsetzen. In der am 14. September 2026 veröffentlichten Umfrage nutzten 57 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten KI, nach 36 Prozent ein Jahr zuvor und 20 Prozent zwei Jahre zuvor. Weitere 38 Prozent planten oder diskutierten den Einsatz, und nur noch 4 Prozent sagten, KI sei für sie kein Thema.
Dieselbe Umfrage unter 603 Unternehmen zeigt, wie weit der Weg für die meisten Firmen noch ist, denn nur 3 Prozent schöpfen das Potenzial von KI nach eigener Einschätzung stark aus. Präsident Ralf Wintergerst sagte dazu, wer nur eine Lizenz kaufe, habe KI eingekauft, aber noch nichts verändert. Bitkom bringt das Thema auf seinen AIDAQ-Gipfel in Berlin zu KI, Daten und Quantencomputing mit rund 2.500 Teilnehmenden und 220 Sprechern.
Kommende Fintech- und Finanz-Events in Deutschland
Arbeitskreise zu Fintech, Digital Banking und Blockchain
Der Arbeitskreis FinTechs & Digital Banking versteht sich als zentrale Anlaufstelle für Unternehmen, die den digitalen Finanzsektor in Deutschland gestalten wollen. Zu den Themen gehören die Modernisierung der Finanzregulierung, KI im Finanzwesen, Cloud-Dienste für Banken, eIDAS und digitale Identitäten für KYC, Open Finance und die private Altersvorsorge. Im Vorstand sitzen unter anderem Christoph Kuban von Revolut, Sascha Dewald von der DKB, Lea Maria Siering von Zalando Payments und Verena Thaler von Raisin.
Der Arbeitskreis Blockchain versteht sich als Sprachrohr und Plattform für die Blockchain-Technologie in Deutschland, mit Themen von Token und Tokenisierung bis zur selbstbestimmten Identität. Im Vorstand sitzen Anika Patz von YPOG, Benedikt Faupel von Bitpanda Asset Management, Carolin Hartmann von der LBBW, Matthias Hirtschulz von d-fine, Michael Kirchmayer von der Boerse Stuttgart, Valerie von Lucke von der Commerzbank und Sven Wagenknecht von BTC-ECHO.
Digitaler Euro und Wahlfreiheit beim Bezahlen
Bitkom unterstützt den digitalen Euro und forderte in seiner Stellungnahme zur Anhörung im Finanzausschuss des Bundestages im Februar 2024 eine zügige Einführung. Die Stellungnahme nennt eine Bitkom-Umfrage, nach der 82 Prozent der deutschen Unternehmen eine Ausgabe durch die EZB befürworten, während 65 Prozent ohne einen digitalen Euro eine Dominanz privater Digitalwährungen erwarten. Bitkom verlangt einen klaren Status als gesetzliches Zahlungsmittel und klar festgelegte Rollen für Zentralbanken und Intermediäre, und es sieht programmierbare Zahlungen als Innovationstreiber, etwa für Maschinen, die Ersatzteile selbst bestellen und bezahlen.
In einem Positionspapier vom Juli 2024 forderte Bitkom, dass jedes Geschäft, jedes Gewerbe und jede Behörde in Deutschland neben Bargeld mindestens eine digitale Zahlungsmethode akzeptiert. Das Papier verlangt außerdem, Mindestbeträge für Kartenzahlungen abzuschaffen und Händler bei der Einführung digitaler Zahlungen mit staatlichen Programmen zu fördern.
Digitale Souveränität und Rechenzentren
Seit 2025 veröffentlicht Bitkom eine Berichtsreihe zur digitalen Souveränität, und die erste Ausgabe ergab: 96 Prozent der Unternehmen in Deutschland beziehen digitale Technologien oder Leistungen aus dem Ausland. Von diesen Unternehmen sehen sich 90 Prozent als abhängig von den Importen. Dieselbe Frage stellt sich in Banken, die Kernsysteme in die Cloud verlagern, wo souveräne Cloud-Angebote Daten und Betrieb unter europäischer Kontrolle halten.
Eine Studie des Borderstep Instituts für Bitkom zählt 2.980 Megawatt Rechenzentrumsleistung in Deutschland im Jahr 2025, 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Raum Frankfurt, der größte Standort für Rechenzentren in Deutschland, kommt auf mehr als 1.100 Megawatt und damit auf über ein Drittel der Kapazität im Land. Bitkom erwartet, dass KI-Rechenzentren bis 2030 rund 40 Prozent der gesamten Kapazität in Deutschland stellen.
Events in Berlin: DigiFin, AIDAQ und TRANSFORM
Bitkom richtet seine großen Events in Berlin aus, darunter TRANSFORM zur digitalen Transformation und AIDAQ zu KI, Daten und Quantencomputing. Für Banken und Fintechs ist DigiFin der wichtigste Termin, den Bitkom gemeinsam mit Payment & Banking im Kosmos in Berlin veranstaltet. Die DigiFin bringt rund 500 Entscheiderinnen und Entscheider aus Politik, Finanzwirtschaft und Tech in 45 Sessions zusammen und vergibt die Auszeichnung Fintech des Jahres.
Die Smart Country Convention in Berlin ist das Event von Bitkom zu digitaler Verwaltung und Smart Cities. Der eIDAS Summit behandelt digitale Identitäten und Vertrauensdienste, die für die EUDI-Wallet und für KYC in Banken wichtig sind. Kleinere Konferenzen von Bitkom widmen sich Rechenzentren, digitaler Gesundheit und dem Datenschutz.
Adresse in Berlin
Die Geschäftsstelle von Bitkom liegt in der Albrechtstraße 10 in 10117 Berlin-Mitte, und der Verband ist beim Amtsgericht Charlottenburg eingetragen unter der Nummer 19542 NZ. Auch die Bitkom Servicegesellschaft und die gemeinnützige DFA Digital für alle, die jedes Jahr den Digitaltag organisiert, haben ihren Sitz in Berlin.
Bitkom und Finance Loop
Mitglieder von Finance Loop in Banken, Zahlungsdienstleistern und Fintechs arbeiten an den Fragen, die die Arbeitskreise von Bitkom gegenüber der Politik vertreten, vom digitalen Euro und digitalen Identitäten bis zu KI unter der KI-Verordnung der EU. Finance Loop bespricht diese Fragen mit Fachleuten bei seinen Events im Schwerpunkt Zahlungsverkehr und digitales Geld.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.