Krypto-Banken

Krypto-Banken sind Banken, die ihren Kunden Dienstleistungen rund um Kryptowährungen anbieten. Dazu können der Kauf und Verkauf von Bitcoin oder Ether und die Verwahrung der digitalen Bestände gehören. Kunden nutzen solche Angebote über ihre Bankbeziehung, während die Bank die technische Abwicklung selbst übernimmt oder einen spezialisierten Anbieter einbindet.

Für die Verwahrung müssen private Schlüssel geschützt werden, die Übertragungen auf einer Blockchain ermöglichen. Handel und Verwahrung können dabei auf mehrere Unternehmen verteilt sein, deren Verantwortung für Kunden erkennbar bleiben muss. Die EU-Verordnung MiCA regelt Kryptowerte-Dienstleistungen und enthält auch einen eigenen Zugang für Kreditinstitute.

Hardware-Wallet im Bankschließfach

Deutschland: Genossenschaftsbanken, Sparkassen, Landesbanken

Die Volks- und Raiffeisenbanken bieten meinKrypto in der VR Banking App an, mit Bitcoin, Ether, Litecoin und Cardano; die DZ BANK hält die MiCA-Zulassung, Boerse Stuttgart Digital verwahrt die Coins. Die Sparkassen haben entschieden, Bitcoin und Ether in der Sparkassen-App anzubieten, gebaut von der DekaBank, die schon Krypto für institutionelle Kunden handelt.

Zwei Banken begannen mit Unternehmen. Die Commerzbank verwahrt Bitcoin und Ether für Firmenkunden mit eigener Lizenz und handelt über Crypto Finance. Die LBBW baut Verwahrung und Handel für Firmenkunden auf Technik von Bitpanda. Für Privatkunden startete Openbank, die Digitalbank von Santander, am 16. September 2025 den Kryptohandel in Deutschland, mit Bitcoin, Ether, Litecoin, Polygon und Cardano, 1,49 Prozent Gebühr je Order und ohne Verwahrgebühr, so die Pressemitteilung von Santander (auf Englisch).

Europa: Frankreich und Belgien

In Frankreich schaltete die Groupe BPCE am 8. Dezember 2025 den Kryptohandel in den Apps von Banque Populaire und Caisse d'Épargne frei, über ihre Tochter Hexarq. Cointelegraph (auf Englisch) nannte 2,99 Euro Monatsgebühr und 1,5 Prozent je Order, rund zwei Millionen Kunden in der ersten Welle und später alle zwölf Millionen Privatkunden.

In Belgien kündigte die KBC den Handel mit Bitcoin und Ether auf ihrer Plattform Bolero an, mit Crypto Finance als Partner (auf Englisch). Das Modell ist geschlossen: Kunden können Coins nicht an externe Wallets senden oder von dort empfangen, die privaten Schlüssel bleiben bei der KBC.

Bauen oder kaufen, und die Erlaubnis

Eine Bank baut den Dienst selbst oder kauft ihn ein. Commerzbank und DekaBank verwahren auf eigener Infrastruktur. Volksbanken, LBBW und KBC nutzen für Verwahrung oder Handel Crypto as a Service. Der Spezialist hat eine eigene Lizenz für seinen Teil.

Für die Bank selbst gibt es nach MiCA zwei Wege. Nach MiCA Artikel 60 kann ein Kreditinstitut die Aufsicht notifizieren und danach Kryptowerte-Dienstleistungen erbringen. Eine Firma ohne Banklizenz braucht eine volle CASP-Lizenz. Openbank nutzt eine spanische MiCA-Lizenz und bietet damit auch in Deutschland an.

Kommende Events zu Digital Assets in Deutschland

Banken und Krypto bei Events mit Finance Loop

Deutsche Bank, Commerzbank und DZ Bank sprachen auf dem Zahlungs-Panel des Frankfurt Forum on Digital Assets & Applications, die DekaBank auf dem Panel zu DLT-Marktinfrastruktur. Verwahrung und MiCAR-Compliance standen auf dem Programm des Forum für Digitale Vermögenswerte, bei dem Finance Loop Partner war.

Welche deutsche Bank bietet Krypto an?

Krypto bieten die Volks- und Raiffeisenbanken mit meinKrypto, die Sparkassen mit dem Angebot der DekaBank, Commerzbank und LBBW für Firmenkunden sowie Openbank für Privatkunden an. Die DekaBank handelt Krypto für institutionelle Kunden.

Brauchen Banken eine MiCA-Lizenz für Krypto?

Ein Kreditinstitut braucht keine eigene Lizenz. Das Kreditinstitut notifiziert die Aufsicht nach Artikel 60 MiCA mindestens 40 Arbeitstage vor dem ersten Dienst. Eine Firma ohne Banklizenz braucht eine volle CASP-Zulassung.

Darf eine Bank Krypto für Kunden verwahren?

Commerzbank und DekaBank haben Kryptoverwahrlizenzen nach dem Kreditwesengesetz, Banken ohne eigene Verwahrung nutzen lizenzierte Verwahrer wie Boerse Stuttgart Digital.

Banken, Krypto und Finance Loop

Finance Loop behandelt die Krypto-Angebote der Banken im Themenfeld Investment & digitale Vermögenswerte und die Erlaubnisse dahinter im Themenfeld Risiko & Compliance. Die DZ BANK ist Event- und Netzwerkpartner von Finance Loop, und Finance Loop veranstaltet Events zu Verwahrung und digitalen Assets in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk, das die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen fördert, etwa KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, in vier Themenfeldern Know-how und persönliche Netzwerke aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr & digitales Geld, Digitale Infrastruktur & Souveränität und Risiko & Compliance.

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