Visa Intelligent Commerce
Visa Intelligent Commerce ist das Programm von Visa für Einkäufe, die ein KI-Agent im Auftrag eines Karteninhabers erledigt. Der Agent sucht ein Produkt, wählt es aus und bezahlt mit Visa-Kartendaten in Form eines Tokens, den der Karteninhaber dafür freigegeben hat. Der Karteninhaber legt vorher fest, wie viel der Agent ausgeben darf und unter welchen Bedingungen er kaufen darf.
Das Programm verbindet kartenausgebende Banken, Händler und die Entwickler von KI-Agenten über Schnittstellen von Visa. Ein Token ersetzt die Kartennummer, ein Passkey auf dem Gerät des Karteninhabers bestätigt die Zustimmung, und eine signierte Web-Anfrage zeigt dem Händler, ob ein registrierter Agent oder ein schädlicher Bot anfragt. Über einen MCP-Server greifen KI-Modelle direkt auf die Schnittstellen des Programms zu.
Agentische Token, Ausgabelimits und Passkeys
Beim Start in San Francisco am 30. April 2025 beschrieb Visa Karten für KI, bei denen Token die Kartendaten ersetzen und die bestätigen, dass der gewählte Agent für den Verbraucher handeln darf. Verbraucher legen Ausgabelimits und Bedingungen fest, Visa setzt sie als Transaktionskontrollen um und erhält dafür Handelssignale in Echtzeit, die auch bei Streitfällen helfen. Als erste Partner des Programms nannte Visa Anthropic, IBM, Microsoft, Mistral AI, OpenAI, Perplexity, Samsung und Stripe.
Im Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2025 beschreibt Visa die Plattform als Paket von APIs (auf Englisch) mit tokenisierten Zahlungsdaten und Authentifizierung für Transaktionen, die Agenten auslösen. Laut demselben Bericht hat ein Pilotprojekt 2025 echte Transaktionen mit agentischen Token im E-Commerce und in Unternehmensumgebungen abgewickelt. Legt ein Agent für eine Person einen neuen Token an, können Visa Payment Passkeys bestätigen (auf Englisch), dass der Token auf ihrer Zustimmung beruht und zum richtigen Gerät und zur richtigen Identität gehört. Diese Agenten-Token bauen auf der Netzwerk-Tokenisierung auf, die in mobilen Wallets und hinterlegten Kartendaten die Kartennummer durch einen Token ersetzt.
Wie Händler vertrauenswürdige Agenten erkennen
Händler sperren automatisierten Verkehr gegen Betrug und Scraping, und solche Filter würden auch den Einkaufsagenten eines Kunden aussperren. Mit dem Trusted Agent Protocol, das Visa im Oktober 2025 zusammen mit Cloudflare vorstellte, signiert ein registrierter Agent seine Web-Anfragen, sodass der Händler ihn von einem schädlichen Bot unterscheiden kann. Visa führt die registrierten Agenten in seinem Agent Directory, und im Dezember 2025 nannte Visa Akamai als jüngsten Unterstützer (auf Englisch) des Protokolls.
Am 8. April 2026 stellte Visa Intelligent Commerce Connect vor (auf Englisch), eine einzige Integration auf der Visa Acceptance Platform, die mit jedem Netzwerk, Protokoll und Token-Tresor funktioniert. Händler können damit Zahlungen annehmen, die Agenten über das Trusted Agent Protocol, das Machine Payments Protocol, das Agentic Commerce Protocol oder das Universal Commerce Protocol auslösen, mit Visa-Karten und mit Karten anderer Netzwerke. Den Pilotbetrieb führt Visa mit Aldar, AWS, Diddo, Highnote, Mesh, Payabli und Sumvin, und im Lauf des Jahres 2026 sollen weitere Partner hinzukommen.
Der Visa MCP Server und das Acceptance Agent Toolkit
Das Model Context Protocol ist ein offener Standard, über den KI-Modelle externe Werkzeuge und Datenquellen aufrufen. Der Visa MCP Server (auf Englisch) gibt Entwicklern über dieses Protokoll Zugriff auf die APIs von Visa Intelligent Commerce, und Visa will ihn auf weitere Teile seines API-Angebots ausdehnen. Das Visa Acceptance Agent Toolkit setzt auf dem Server auf, läuft als Pilot und lässt Entwickler und Fachanwender Agenten in normaler Sprache anweisen.
Im Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2025 ordnet Visa den MCP-Server der Zugangsebene seines Angebots Visa as a Service zu, neben APIs auf Abruf und vollständig verwalteten Lösungen. Der Bericht beschreibt den Server als Verbindung zwischen KI-Systemen und der Infrastruktur des Zahlungsnetzes von Visa.
Von Pilotprojekten zu echten Käufen
Bis zum 18. Dezember 2025 hatten Visa und seine Partner Hunderte von Transaktionen abgeschlossen, die Agenten auslösten (auf Englisch), und Visa zählte weltweit mehr als 100 Partner. Pilotprojekte in den USA liefen mit Skyfire, Nekuda, PayOS und Ramp, und für den asiatisch-pazifischen Raum und Europa waren Pilotprojekte ab Anfang 2026 geplant. In den Vereinigten Arabischen Emiraten arbeitete Visa mit dem Immobilienunternehmen Aldar an Agenten-Zahlungen für wiederkehrende Gebühren.
Am 10. Juni 2026 kündigte Visa eine strategische Zusammenarbeit mit OpenAI an (auf Englisch), die Teil von Visa Intelligent Commerce ist. Visa-Zahlungen sollen in Angebote von OpenAI eingebaut werden, mit tokenisierten Visa-Daten, Autorisierung in Echtzeit und Betrugsüberwachung innerhalb der Limits und Freigaben, die der Nutzer festlegt.
Visa Intelligent Commerce in Europa
Europa einschließlich Großbritannien war die erste Region von Visa Agentic Ready, einem Programm, das Visa im März 2026 startete, damit kartenausgebende Banken Zahlungen durch Agenten in ihren eigenen Systemen mit ausgewählten Händlern testen können. Zu den ersten Kartenherausgebern gehörten die Commerzbank und die DZ Bank in Deutschland sowie Barclays, Erste Bank Oesterreich, HSBC UK, Nexi Group, Banco Santander und Revolut.
Auf dem Visa Payments Forum in Paris am 2. Juli 2026 meldete Visa echte Käufe durch KI-Agenten mit mehr als 30 europäischen Kartenherausgebern, darunter comdirect, Commerzbank, Deutsche Kreditbank (DKB), ING und S-Payment. Zu den Händlern gehörten das Kölner Unternehmen Cleverbridge, lastminute.com, Frasers und BrickDepot, die die Agenten über das Trusted Agent Protocol und das Agent Directory erkannten. Jede Transaktion war mit Visa Payment Passkeys abgesichert, die den Kartenherausgebern helfen, die europäischen Regeln zur starken Kundenauthentifizierung zu erfüllen.
Kommende Payments-Events in Deutschland
Was ist Visa Intelligent Commerce?
Visa Intelligent Commerce ist das Angebot von Visa für Zahlungen durch KI-Agenten, das Zahlungsdaten, Kontrollen, Authentifizierung und Schutzmechanismen in automatisierte Einkäufe einbaut (auf Englisch). Ein Agent bezahlt mit einem Token, den der Karteninhaber freigegeben hat, innerhalb der Limits, die der Karteninhaber vorher festgelegt hat.
Sieht der KI-Agent die Kartennummer?
Der Agent arbeitet mit einem Token statt mit der Kartennummer, wie Visa es beim Start des Programms für seine Karten für KI beschrieben hat. Der Token bestätigt zudem, dass der gewählte Agent für den Karteninhaber handeln darf, und ein Passkey bindet ihn an Zustimmung, Gerät und Identität dieser Person.
Was ist Visa Agentic Ready?
Visa Agentic Ready ist ein weltweites Programm, das im März 2026 zuerst in Europa startete und in dem Kartenherausgeber Zahlungen durch Agenten unter realen Bedingungen testen. Die erste Phase prüft, ob die Banken für solche Zahlungen bereit sind, und mit dem Ausbau des Programms sollen weitere Partner hinzukommen.
Wie erreichen Entwickler den Visa MCP Server?
Entwickler verbinden sich über das Visa Developer Center (auf Englisch), in dem nur berechtigte Nutzer mit einem freigegebenen Projekt Zugang zu Visa Intelligent Commerce erhalten. Der MCP-Server lässt dann einen KI-Agenten oder ein großes Sprachmodell die APIs von Visa Intelligent Commerce direkt aufrufen.
Welche deutschen Banken machen mit?
Zu den deutschen Kartenherausgebern bei den echten Käufen im Juli 2026 gehörten comdirect, Commerzbank, Deutsche Kreditbank, ING und S-Payment. Die DZ Bank zählte im März 2026 zu den ersten Teilnehmern des Programms Agentic Ready. Visa bezeichnet das Angebot als noch in der Einführung, deshalb können sich Funktionen und Verfügbarkeit bis zur endgültigen Version ändern.
Visa Intelligent Commerce und Finance Loop
Finance Loop behandelt Zahlungen, die KI-Agenten für Karteninhaber auslösen, im Track Zahlungsverkehr und digitales Geld, zusammen mit Karten-Token und den Protokollen, mit denen sich Agenten ausweisen. Visa, das Unternehmen hinter dem Programm, arbeitet mit Finance Loop als Event- und Netzwerkpartner zusammen.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.