TWINT

TWINT ist die Bezahl-App der Schweiz, und mehr als 6 Millionen Menschen zahlen damit per Smartphone in Schweizer Franken. An der Kasse scannt man einen QR-Code am Terminal oder auf einem Aufkleber und bestätigt den Betrag in der App. Dieselbe App bezahlt in Schweizer Onlineshops und im öffentlichen Verkehr und schickt Freunden und Familie Geld in Echtzeit.

Die TWINT AG entstand 2016 aus der Fusion zweier Vorgängerfirmen und gehört fünf Schweizer Banken sowie SIX und Worldline. Kundinnen und Kunden laden die TWINT App ihrer Bank oder die App TWINT Prepaid und verknüpfen sie mit ihrem Konto. Rund 81 Prozent der Geschäfte in der Schweiz akzeptieren TWINT, und 2025 liefen 901 Millionen Transaktionen über die App.

Bezahlen im Laden, online und unter Freunden

An der Kasse öffnet man die App, scannt den QR-Code am Terminal oder auf einem Aufkleber und bestätigt die Zahlung. Onlineshops bieten TWINT am Computer und auf dem Smartphone an, und Express Checkout übernimmt die Lieferadresse über eine TWINT ID direkt aus der App. In den zwölf Monaten vor dem zehnten Geburtstag von TWINT im September 2026 gab es rund 88 Millionen Zahlungen im öffentlichen Verkehr, und wer einen Parkplatz früher verließ, bekam insgesamt über 15 Millionen Franken zurück.

Geld unter Freunden zu senden kostet nichts und kommt in Echtzeit an, egal welche TWINT App die andere Person nutzt. Man kann Geld bei Kontakten anfordern oder eine Restaurantrechnung aufteilen, sobald der Herausgeber der App die Identität geprüft hat. Mit Später bezahlen begleichen Volljährige mit Wohnsitz in der Schweiz Einkäufe von 10 bis 1000 Franken innerhalb von 30 Tagen, nach einer Bonitätsprüfung durch Swissbilling, eine Marke der CembraPay AG.

Transaktionen und Akzeptanz in der Schweiz

Über TWINT liefen 2025 rund 901 Millionen Transaktionen, nach 773 Millionen im Jahr 2024 und 4 Millionen im Jahr 2017. Etwa 77 Prozent davon waren Einkäufe bei Händlern, 23 Prozent waren Zahlungen zwischen Privatpersonen. Rund 65 Prozent der Händlerzahlungen fanden im Laden statt, die übrigen 35 Prozent online oder aus der Ferne.

Rund 81 Prozent der Geschäfte und mehr als 84 Prozent der Onlineshops in der Schweiz akzeptieren TWINT, und 99 Prozent der Menschen über 16 kennen die App. Im August 2025 überschritt TWINT die Marke von 6 Millionen Nutzerinnen und Nutzern, die zwischen den Apps mehrerer Banken und TWINT Prepaid wählen. Die Studie Brand Asset Valuator vom März 2025 kürte TWINT zur stärksten Marke der Schweiz.

Lastschrift, Zahlungslinks und Ticket-Vorverkauf

Ab 2027 ersetzt die TWINT Direktlastschrift das Verfahren LSV+, das am 30. September 2028 eingestellt wird. In der App erteilen, verwalten und prüfen Nutzer ihre Lastschriftermächtigungen für wiederkehrende Rechnungen wie Krankenkassenprämien, Streaming-Abos und Strom. Einer ausgeführten Lastschrift können sie innerhalb von 30 Tagen widersprechen, und Banken sowie qualifizierte Zahlungsdienstleister binden die Händler an.

Händler können ihrer Kundschaft einen TWINT Zahlungslink per E-Mail, WhatsApp oder Newsletter schicken und ihre Zahlungen in der App TWINT Business Portal verwalten. TWINT Rechnung, eine digitale Lösung für QR-Rechnungen, ist für die App angekündigt. Seit 2025 erhalten Nutzer mit TWINT Prio Tickets Zugang zum Vorverkauf für Konzerte von Live Nation Schweiz, und das Programm läuft 2026 weiter.

Stablecoins, tokenisierte Einlagen und die E-ID

Im Oktober 2025 kündigte TWINT an, seine Plattform zu öffnen für Anbieter regulierter digitaler Währungen, etwa einen durch Franken gedeckten Stablecoin oder tokenisierte Einlagen. Auch Entwickler von Diensten rund um die neue elektronische Identität der Schweiz, die E-ID, sollen die Infrastruktur von TWINT nutzen können. TWINT nahm dazu Gespräche mit Behörden, Regulatoren und Marktteilnehmern auf, und die Nutzer entscheiden selbst, welche dieser Dienste sie in der App verwenden.

Im September 2026 kamen TWINT und SIX als neue Partner zur CHF-Stablecoin-Sandbox, deren Testphase bis Ende 2026 läuft. Die CHFD Infrastruktur AG, eine Tochter der Swiss Stablecoin AG, betreibt die Plattform mit dem Stablecoin CHFD, der 1:1 an den Franken gebunden ist. Die neun Partner, darunter die Banken UBS, PostFinance, Raiffeisen, Zürcher Kantonalbank und BCV sowie die Kryptobank Sygnum, testen die Abwicklung zwischen Instituten und programmierbare Zahlungen mit begrenztem Teilnehmerkreis und Transaktionslimiten. Der Pilot entscheidet nicht darüber, ob ein Franken-Stablecoin eingeführt wird.

Schweizer Zahlungsinfrastruktur und Europa

TWINT fordert für Schweizer Zahlungsanbieter vollen Zugang zu den technischen Schnittstellen der Smartphones und begrüßte die Vorabklärung der Wettbewerbskommission WEKO zum Umgang von Apple mit NFC auf seinen Geräten. Markus Kilb, der CEO von TWINT, nennt die App eine Plattform für den digitalen Alltag. Neben dem Bezahlen speichern Nutzer Kundenkarten wie Migros Cumulus und Coop Supercard in der App, und sie können dort auch digitale Gutscheine kaufen.

2019 war TWINT Gründungsmitglied der European Mobile Payment Systems Association EMPSA mit Sitz in Zürich. Der Verband wollte ermöglichen, dass Nutzer mit ihrer heimischen App auch in anderen Mitgliedsländern bezahlen, und zu seinen Mitgliedern gehörten nationale Apps wie Swish aus Schweden und die norwegische App Vipps. Søren Mose, der Präsident des Verwaltungsrats von TWINT, wurde erster Präsident der EMPSA.

Kommende Events zu Payments und digitalem Geld

Was ist TWINT?

TWINT ist eine Bezahl-App für Schweizer Franken, die ein Smartphone mit einem Bankkonto oder einem Prepaid-Guthaben verbindet. Man bezahlt, indem man einen QR-Code scannt und den Betrag in der App bestätigt, und dieselbe App schickt anderen TWINT-Nutzern Geld in Echtzeit.

Wem gehört TWINT?

Die TWINT AG gehört den Banken BCV, PostFinance, Raiffeisen, UBS und Zürcher Kantonalbank, der Finanzinfrastruktur-Gruppe SIX und dem Zahlungsunternehmen Worldline. Markus Kilb leitet TWINT als CEO, und Søren Mose präsidiert den Verwaltungsrat.

Gebühren für Händler

Ein Händler, der TWINT mit dem QR-Code-Aufkleber annimmt, zahlt 1,3 Prozent jeder Transaktion, ohne Mindestgebühr und ohne feste Monatskosten. Am Zahlterminal legt meist der Zahlungsdienstleister die Gebühr fest, darunter myPOS, Nexi, Payrexx, PostFinance und Worldline.

Wie sicher ist das Bezahlen per App?

Nutzer geben ihre TWINT PIN oder ihren Sicherheitscode nur in der TWINT App ein, denn TWINT, seine Partner und die Banken fragen nie nach dem Sicherheitscode. Wer sich neu registriert, kann erst Geld mit anderen TWINT-Nutzern austauschen, wenn der Herausgeber der App die Identität geprüft hat.

Im Ausland und in Deutschland

Geld senden und in Schweizer Onlineshops bezahlen geht von überall, doch Zahlungen bei Händlern funktionieren nur in Franken und nur bei Geschäften in der Schweiz. TWINT Prepaid akzeptiert Telefonnummern aus Deutschland, Österreich und Liechtenstein, wenn man im jeweiligen Land wohnt, und die anderen App-Herausgeber legen eigene Regeln fest.

TWINT und Finance Loop

Finance Loop behandelt Bezahl-Apps, QR-Code-Zahlungen und tokenisiertes Geld im Bereich Zahlungsverkehr und digitales Geld. TWINT war Partner des CV Summit 2026, der Konferenz, die CV Labs am 29. und 30. September 2026 im Kongresshaus Zürich ausrichtete.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.

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