PostFinance
PostFinance ist eine Schweizer Bank mit Sitz in Bern und eine hundertprozentige Tochter der Schweizerischen Post. Rund 2,4 Millionen Privat- und Geschäftskunden nutzen ihre Konten, Karten, Zahlungsdienste und Anlageprodukte, die meisten über das Onlinebanking E-Finance oder die PostFinance App. Die Postgesetzgebung verpflichtet PostFinance, die Grundversorgung im Zahlungsverkehr in der ganzen Schweiz sicherzustellen.
PostFinance geht auf den Postcheck- und Giroverkehr zurück, dessen erstes Konto 1906 in Basel eröffnet wurde. Seit 2013 hat das Unternehmen eine Bewilligung als Bank und Wertpapierhaus unter der Aufsicht der FINMA, und seit 2015 gehört es zu den vier systemrelevanten Banken der Schweiz. Das Postgesetz erlaubt PostFinance nicht, selbst Kredite oder Hypotheken an Dritte zu vergeben.
Zahlungsverkehr und Instant Payments
PostFinance ist die führende Anbieterin im Zahlungsverkehr der Schweiz und wickelte 2025 fast 1,5 Milliarden Zahlungstransaktionen im In- und Ausland ab. Ende Juni 2026 lagen bei PostFinance Kundengelder von 117,5 Milliarden Franken, davon 92,2 Milliarden Franken auf Konten, und die angelegten Vermögen erreichten 25,3 Milliarden Franken.
Seit August 2024 können alle Kundinnen und Kunden von PostFinance Instant Payments empfangen, also Überweisungen in Franken, die rund um die Uhr innert Sekunden ankommen. Geschäftskunden empfangen bis zu 20.000 Franken pro Instant Payment, an jedem Tag des Jahres mit gleicher Valuta. Auch Einzahlungen am Postschalter gehören zur Grundversorgung, und PostFinance rechnet in diesem Bereich weiter mit Verlusten, im ersten Halbjahr 2026 waren es 65 Millionen Franken.
PostFinance Checkout für Onlineshops
PostFinance Checkout ist die Zahlungslösung von PostFinance für Onlineshops und kommt in drei Varianten. Checkout All-in-One ist das Startpaket für Shops mit bis zu 200.000 Franken Jahresumsatz und kostet 14,90 Franken im Monat plus 2,5 Prozent pro Transaktion. Shops akzeptieren damit die Wallet PostFinance Pay und TWINT sowie Karten von Visa und von Mastercard, dazu Apple Pay und Click to Pay, mit Wallee Group als vorkonfiguriertem Akzeptanzpartner.
Das E-Com Bundle für Shops ab 200.000 Franken Umsatz senkt die Gebühr für PostFinance Pay und TWINT auf 1,3 Prozent pro Transaktion. Mit Checkout Flex wählt ein Shop seine Akzeptanzpartner selbst und ergänzt Zahlarten wie PayPal, American Express oder Rechnungen per eBill und QR-Rechnung. Kostenlose Plug-ins verbinden PostFinance Checkout mit Shopsystemen wie Shopware, WooCommerce, Magento 2 und PrestaShop.
TWINT-Beteiligung
TWINT ist die Schweizer Bezahl-App fürs Smartphone und hat mehr als 6 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. PostFinance hält eine Beteiligung an der TWINT AG als Kooperationsbeteiligung, ebenso an der SIX Group und an SWIFT. Die weiteren Eigentümer von TWINT sind BCV, Raiffeisen, UBS, die Zürcher Kantonalbank, der Finanzinfrastruktur-Konzern SIX und das Zahlungsunternehmen Worldline.
Bargeldbezüge an Postschaltern und Postomaten gingen 2024 um 10 Prozent zurück, weil mehr Kundinnen und Kunden mit Karte oder mit Apps wie TWINT bezahlen. Die PostFinance Card trägt heute zusätzlich die Marke Debit Mastercard und funktioniert damit in Geschäften und online, in der Schweiz und im Ausland.
Kryptohandel, Verwahrung und Staking
PostFinance öffnete den Kryptohandel für ihre Kundschaft am 21. Februar 2024 und war damit die erste systemrelevante Bank der Schweiz mit diesem Angebot. Der Dienst läuft mit der FINMA-regulierten Kryptobank Sygnum, verwahrt die Coins in der Schweiz und erlaubt den Handel rund um die Uhr in E-Finance oder der App, ohne eigene Wallet. Einzelaufträge und Krypto-Sparpläne beginnen bei 50 US-Dollar, und das Angebot wuchs auf 22 Kryptowährungen, als im Februar 2026 sechs weitere Coins dazukamen, darunter Stellar und der Stablecoin USDC.
Bis Februar 2026 eröffneten Kundinnen und Kunden mehr als 36.000 Krypto-Depots und tätigten über 565.000 Trades. Das Staking von Ethereum folgte im Januar 2025 ab 0,1 ETH, und seit Mitte August 2026 können Kunden ohne feste Laufzeit staken und eine Position jederzeit selbst beenden. Seit Mai 2026 können auch Firmenkunden sowie Inhaber eines Partnerkontos die 22 Kryptowährungen handeln und Ethereum staken.
Yuh, Rating und Hypotheken über Partner
PostFinance und Swissquote starteten die Finanz-App Yuh 2021 als Joint Venture, 2025 übernahm Swissquote den Anteil von PostFinance. Yuh hatte mehr als 300.000 Nutzerinnen und Nutzer und schrieb 2024 erstmals schwarze Zahlen. Standard & Poor's bewertet PostFinance mit AA und stabilem Ausblick, im Einklang mit der Bonität der Eigentümerin, der Schweizerischen Post.
Weil das Postgesetz ihr die Kreditvergabe verbietet, spürt PostFinance den Margendruck stärker als andere Schweizer Banken. Hypotheken vermittelt PostFinance in Kooperation mit Partnerbanken wie der Münchener Hypothekenbank und Valiant, die das gesamte Kreditrisiko tragen. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte PostFinance einen Gewinn von 103 Millionen Franken nach den Rechnungslegungsvorschriften für Banken.
Kommende Events zu Payments und digitalem Geld
Ist PostFinance eine Bank?
PostFinance ist eine Bank, und die FINMA erteilte ihr 2013 die Bewilligung als Bank und Wertpapierhaus, als sie zur privatrechtlichen Aktiengesellschaft wurde. Sie nimmt Kundengelder entgegen, führt Zahlungskonten und verkauft Anlageprodukte, darf aber nach dem Postgesetz keine eigenen Kredite oder Hypotheken vergeben.
Wem gehört PostFinance?
Die Schweizerische Post AG hält alle Aktien der PostFinance AG, die damit eine hundertprozentige Tochter des Postkonzerns ist. Die Postgesetzgebung und die strategischen Ziele des Bundesrats für die Post bestimmen, was PostFinance tun darf.
Bitcoin kaufen bei PostFinance
Wer ein Konto bei PostFinance und den steuerlichen Wohnsitz in der Schweiz hat, kann in E-Finance oder der PostFinance App Bitcoin kaufen und verkaufen, ab 50 US-Dollar pro Auftrag. Für die Eröffnung des Krypto-Depots akzeptiert PostFinance eine Schweizer Identitätskarte, einen Schweizer Pass oder die Ausländerausweise B, C und C1.
Gebühren im Kryptohandel
Die Handelsgebühr bei PostFinance beginnt bei 0,95 Prozent und sinkt ab 250.000 US-Dollar auf 0,75 Prozent und ab 1 Million US-Dollar auf 0,55 Prozent. Das Krypto-Depot kostet 0,15 Prozent pro Jahr plus Mehrwertsteuer, ab 500.000 Franken weniger, und die Staking-Gebühr beträgt 20 Prozent der Erträge, mindestens 1 US-Dollar pro Quartal.
PostFinance und Finance Loop
Finance Loop behandelt Zahlungsbanken, Instant Payments und Bezahl-Apps wie TWINT im Bereich Zahlungsverkehr und digitales Geld. PostFinance war Partner des CV Summit 2026, der Konferenz, die CV Labs am 29. und 30. September 2026 im Kongresshaus Zürich ausrichtete.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.