Raiffeisen Schweiz

Raiffeisen Schweiz ist die Genossenschaft an der Spitze der Raiffeisen Gruppe, der größten genossenschaftlichen Bankengruppe der Schweiz. Die Gruppe besteht aus 208 eigenständigen Raiffeisenbanken mit 748 Geschäftsstellen, und jede dieser Banken ist eine Genossenschaft im Besitz ihrer Mitglieder. Die 208 Raiffeisenbanken wiederum sind zu 100 Prozent Eigentümerinnen von Raiffeisen Schweiz.

Privathaushalte und Unternehmen nutzen die Raiffeisenbanken für Hypotheken, Sparen, Zahlungsverkehr, Vorsorge und Anlagen, und die Gruppe zählt 3,77 Millionen Kundinnen und Kunden sowie mehr als zwei Millionen Genossenschafter. Raiffeisen Schweiz legt die Strategie der Gruppe fest, steuert Risiken, Liquidität und Eigenmittel und übernimmt als Zentralbank der Raiffeisenbanken Tresorerie-, Handels- und Transaktionsfunktionen.

Hypotheken, Sparen und Firmenkundengeschäft

Die Raiffeisen Gruppe konzentriert sich auf den Schweizer Markt, und fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung setzt bei Vorsorge, Anlagen, Wohnen und Finanzieren auf eine Raiffeisenbank. Firmenkunden nutzen die Banken für Kredite und Zahlungsverkehr, für Zins-, Devisen- und Edelmetallhandel sowie für Kapitalmarktgeschäfte und Corporate Finance. Mehr als 12.000 Mitarbeitende arbeiten in allen Regionen der Schweiz für die Gruppe.

Im Jahr 2025 wuchsen die Hypothekarforderungen der Gruppe um 4,6 Prozent auf 230,9 Milliarden Franken, und Raiffeisen kam damit auf einen Marktanteil von 18,4 Prozent bei Schweizer Hypotheken. Für das erste Halbjahr 2026 meldete die Gruppe einen Gewinn von 659,3 Millionen Franken, Kundeneinlagen von 228,7 Milliarden Franken und rund 45.000 neu eröffnete Wertschriftendepots. Basil Heeb präsidiert seit dem 19. Juni 2026 den Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz, und Gabriel Brenna führt die Geschäftsleitung als Vorsitzender.

Krypto als Baustein in Raiffeisen Rio

Raiffeisen Rio ist die digitale Vermögensverwaltung, die Kundinnen und Kunden der Raiffeisenbanken nutzen können. Nach wenigen Fragen ermittelt Rio ein Risikoprofil und stellt ein global diversifiziertes Kernportfolio aus Aktien und Obligationen zusammen. Seit dem 21. April 2026 lässt sich dieses Kernportfolio um die Fokusthemen Kryptowährungen, Gold und Immobilien ergänzen, und die Mindestanlage für Rio sank von 5.000 auf 500 Franken. Jedes Fokusthema erhält eine Gewichtung von fünf Prozent des investierten Kapitals.

Beim Fokusthema Kryptowährungen hält Rio die Quote von fünf Prozent mit automatischen Zu- und Verkäufen in einer Bandbreite von 2,5 Prozentpunkten nach oben und unten. Die Bank führt die Kryptowerte als Depotwerte im Wertschriftendepot, weshalb Wallet-Funktionen wie Peer-to-Peer-Zahlungen entfallen. Raiffeisen hält fest, dass sie keine Anlagemeinung zu Kryptowährungen hat und keine Empfehlungen dazu abgibt. Im April 2026 führte Raiffeisen außerdem das Rundungssparen ein, das Zahlungen mit der Raiffeisen-Debitkarte oder Raiffeisen TWINT aufrundet und die Differenz in einen Fondssparplan oder in Rio investiert.

Die Sandbox für einen Franken-Stablecoin

Am 8. April 2026 startete Raiffeisen eine Sandbox für einen Schweizer-Franken-Stablecoin, gemeinsam mit der Bank UBS, der Post-Tochter PostFinance und der Digital-Asset-Bank Sygnum. Von Beginn an dabei waren auch die Zürcher Kantonalbank, die BCV und die Swiss Stablecoin AG, die die technische Infrastruktur für die Ausgabe des Stablecoins bereitstellt. Eine Sandbox ist eine Live-Umgebung mit Schutzmechanismen wie einem eingeschränkten Teilnehmerkreis und Betragslimiten, in der die Partner Anwendungsfälle vor einem Marktentscheid testen.

Am 8. September 2026 begann die Testphase, und die Partner nahmen SIX und TWINT neu auf, womit die Initiative neun Schweizer Unternehmen umfasst. Die Tests laufen mit dem CHFD, einem eins zu eins an den Schweizer Franken gekoppelten Stablecoin, der in der Sandbox seit Ende Juni 2026 technisch live ist. Die CHFD Infrastruktur AG, eine Tochter der Swiss Stablecoin AG, betreibt die Plattform, auf der die Anwendungsfälle erprobt werden. Neben automatisierten Transaktionen zwischen Finanzinstituten und der tokenisierten Abwicklung digitaler Vermögenswerte testen die Partner programmierbare Zahlungen, die Betrug auf Online-Marktplätzen senken, den fairen Zugang zu Eventtickets fördern oder Auszahlungen der öffentlichen Hand beschleunigen könnten. Die Testphase dauert voraussichtlich bis Ende 2026, danach wollen die Partner eine Übersicht über die Ergebnisse veröffentlichen.

Instant-Zahlungen und die Beteiligung an SIX

Seit dem 20. August 2024 können alle Privat- und Firmenkunden mit E-Banking-Zugang Instant-Zahlungen senden und empfangen, und Raiffeisen gehörte zu den ersten Schweizer Banken, die beides anbieten. Eine Instant-Zahlung ist innerhalb von zehn Sekunden auf dem Konto des Empfängers, rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr, in Franken zwischen Schweizer Konten und bis 20.000 Franken pro Zahlung. Zum Start verarbeitete Raiffeisen jährlich mehr als 180 Millionen Zahlungen über das E-Banking, und über 66 Prozent der Logins kamen von mobilen Geräten.

Die SIX Group, Betreiberin der Schweizer Börse, gehört rund 150 Banken, und Raiffeisen hält daran eine Beteiligung von 5,5 Prozent. Raiffeisen bezieht verschiedene Dienstleistungen von SIX, darunter die Verarbeitung des Inlandzahlungsverkehrs über das Swiss Interbank Clearing System SIC, Kartentransaktionen und elektronische Rechnungen. An der TWINT AG, dem Unternehmen hinter der Schweizer Bezahl-App, ist die Gruppe mit 4 Prozent beteiligt.

Eine digitale Bail-in-Anleihe für institutionelle Anleger

Am 21. Mai 2026 platzierte Raiffeisen Schweiz erstmals eine digitale Bail-in-Anleihe am Schweizer Kapitalmarkt, mit einem Volumen von 200 Millionen Franken und einem Coupon von 1,44 Prozent. Die Anleihe läuft sieben Jahre mit einer vorzeitigen Kündigungsoption nach sechs Jahren und wird seit dem 22. Juni 2026 unter der ISIN CH1537606795 an der SIX Swiss Exchange gehandelt. Die digitale Anleihe hat denselben rechtlichen Status und dasselbe Rating wie eine herkömmliche Bail-in-Anleihe von Raiffeisen Schweiz, und ihre Mindeststückelung von 100.000 Franken richtet sie an institutionelle und professionelle Anleger.

Bail-in-Anleihen bauen verlustabsorbierende Mittel auf, die Raiffeisen unter den Schweizer Regeln für systemrelevante Banken braucht. Raiffeisen Schweiz war bei der Transaktion selbst als Lead Manager tätig, und von Fitch wurde für die Anleihe ein A-Rating erwartet.

Finanz- und Technologie-Events in der Schweiz

Was ist Raiffeisen in der Schweiz?

Raiffeisen in der Schweiz ist eine Gruppe aus 208 Genossenschaftsbanken und ihrer gemeinsamen Genossenschaft Raiffeisen Schweiz, die die Gruppe von St. Gallen aus führt. Wer einen Anteilschein einer Raiffeisenbank kauft, wird Mitglied, und jedes Mitglied hat nur eine Stimme, unabhängig von der Zahl seiner Anteilscheine. Raiffeisen erbringt seit 1900 Bankdienstleistungen in der Schweiz, und Pfarrer Johann Evangelist Traber gründete die erste Schweizer Raiffeisenkasse in Bichelsee im Kanton Thurgau.

In Kryptowährungen anlegen

Kundinnen und Kunden der Raiffeisenbanken legen über das gleichnamige Fokusthema in Raiffeisen Rio in Kryptowährungen an, ab einer Anlage von 500 Franken. Das Fokusthema hält fünf Prozent des investierten Kapitals, und die Bank führt die Kryptowerte im Wertschriftendepot der Kundin oder des Kunden, ohne die Funktionen einer Wallet.

Raiffeisen TWINT für mobiles Bezahlen

Raiffeisen TWINT steht seit dem 30. Mai 2017 zum Download bereit und bucht Zahlungen direkt vom Bankkonto der Kundin oder des Kunden ab. TWINT ist die Schweizer Bezahl-App für Online-Shops, Geschäfte und Geldüberweisungen unter Freunden, und Raiffeisen hält 4 Prozent an der TWINT AG.

Hauptsitz in St. Gallen

Raiffeisen Schweiz hat ihren Hauptsitz am Raiffeisenplatz 4 in 9001 St. Gallen in der Ostschweiz. Von St. Gallen aus übernimmt Raiffeisen Schweiz als Zentralbank der 208 Raiffeisenbanken die Tresorerie-, Handels- und Transaktionsfunktionen der ganzen Gruppe.

Studie zu KI in Schweizer Unternehmen

Im Mai 2025 veröffentlichte das Economic Research von Raiffeisen Schweiz eine Studie zu KI in der Praxis, nach der Schweizer Unternehmen künstliche Intelligenz noch kaum systematisch nutzen. Die Studie nennt Energiesparen, Qualitätskontrolle und Auftragsabwicklung als Felder, in denen KI bereits konkreten Nutzen bringt, etwa mit Kameras für die Qualitätskontrolle in der Produktion oder Systemen, die E-Mail-Bestellungen automatisch einlesen.

Raiffeisen Schweiz und Finance Loop

Finance Loop behandelt Stablecoins und Instant-Zahlungen im Bereich Zahlungsverkehr und digitales Geld, zu dem die Franken-Stablecoin-Sandbox von Raiffeisen Schweiz gehört. Raiffeisen war Partner des CV Summit 2026, der Konferenz von CV Labs zu digitalen Vermögenswerten und KI, am 29. und 30. September 2026 im Kongresshaus Zürich.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.

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