BLIK

BLIK ist das mobile Bezahlsystem der polnischen Banken, betrieben von der Gesellschaft Polski Standard Płatności in Warschau. Kunden zahlen direkt vom Girokonto in der App ihrer eigenen Bank und brauchen dafür weder eine Zahlungskarte noch eine separate Wallet. An der Online-Kasse oder am Terminal im Geschäft tippt der Kunde einen sechsstelligen Code aus der Banking-App ein und bestätigt die Zahlung dort.

Derselbe Code funktioniert auch für Bargeldabhebungen am Geldautomaten ohne Karte, und Geld an eine andere Person lässt sich allein mit deren Telefonnummer senden. Händler nehmen BLIK über ihre Zahlungsdienstleister an, während die Banken die Funktion in die Apps einbauen, die ihre Kunden bereits nutzen. Im Jahr 2025 kamen 2,9 Milliarden BLIK-Transaktionen zusammen, und das System läuft inzwischen auch in der Slowakei.

Eigentümer, Betreiber und Aufsicht der Notenbank

Sechs polnische Banken vereinbarten 2013 den Aufbau eines gemeinsamen mobilen Bezahlsystems, und BLIK startete am 9. Februar 2015, nachdem die polnische Nationalbank den Betrieb 2014 genehmigt hatte. Heute betreibt die Aktiengesellschaft Polski Standard Płatności in Warschau das System, und ihre Aktionäre sind Alior Bank, Bank Millennium, Erste Bank Polska, ING Bank Śląski, mBank, PKO Bank Polski und Mastercard. Die Erste Bank Polska ist die frühere Santander Bank Polska, und Mastercard wurde 2020 siebter Aktionär, nach einer Partnerschaft, die 2019 begonnen hatte.

Die polnische Nationalbank stufte BLIK im März 2023 als bedeutendes Massenzahlungssystem ein. Am 9. September 2026 hob die Notenbank BLIK in die Kategorie der systemrelevanten Zahlungssysteme (auf Polnisch), weil in vier aufeinanderfolgenden Quartalen über BLIK die meisten Zahlungsaufträge aller polnischen Massenzahlungssysteme liefen. Für 2025 meldete Polski Standard Płatności Erlöse von 489,5 Millionen Złoty und einen Nettogewinn von 198,1 Millionen Złoty.

Sechsstelliger Code, kontaktlos zahlen und Überweisung per Handy

Eine normale Zahlung beginnt mit einem einmaligen sechsstelligen Code, der zwei Minuten lang gilt, nachdem der Kunde ihn in der Banking-App erzeugt hat. Der Kunde gibt den Code an der Online-Kasse, am Terminal im Geschäft oder am Geldautomaten ein und bestätigt den Betrag anschließend in der App. Beim Bezahlen mit QR-Code scannt der Zahler einen Code, den der Händler zeigt, während er bei BLIK den Code aus der Bank-App zur Kasse bringt. Das Geld geht direkt vom Girokonto ab, damit ist BLIK eine Form von Pay by Bank ganz ohne Kartennummer.

Die Partnerschaft mit Mastercard brachte kontaktloses Bezahlen an gewöhnlichen Kartenterminals, und sechs große Banken boten kontaktloses BLIK ab 2021 in der Breite an. Kontaktlose Zahlungen machten 2025 48 Prozent der BLIK-Zahlungen im Geschäft aus, und 3,9 Millionen Nutzer hatten die Funktion aktiviert. Die PKO Bank Polski schloss am 30. Juli 2026 die erste kontaktlose BLIK-Zahlung mit einem iPhone ab, in einem Pilotprojekt in ihrer App für Kinder.

Die Überweisung aufs Handy, bekannt als BLIK P2P, schickt Geld an eine andere Person, die in einer Banking-App ihre Telefonnummer für BLIK registriert hat. Nutzer machten 2025 insgesamt 735,1 Millionen solcher Überweisungen, und Ende Juni 2026 waren 20,7 Millionen Menschen dafür registriert. Am 9. September 2026 kaufte ein KI-Assistent im polnischen Onlineshop Your KAYA ein Produkt mit BLIK über PayU, in einem Pilotprojekt für Zahlungen durch KI-Agenten, innerhalb von Grenzen, die der Nutzer vorher in der Banking-App festgelegt hatte.

Nutzer und Transaktionen

Im Jahr 2025 führten Nutzer 2,9 Milliarden BLIK-Transaktionen über 441,5 Milliarden Złoty aus, umgerechnet 104,9 Milliarden Euro, und die Zahl der aktiven Konten stieg bis Ende Dezember auf 20,7 Millionen. Auf Onlineshops entfielen 1,4 Milliarden dieser Zahlungen und auf Terminals im Geschäft 704,5 Millionen, dazu kamen 79 Millionen Abhebungen und Einzahlungen am Geldautomaten. Seit dem Start hat das System insgesamt 10 Milliarden Transaktionen über 1,4 Billionen Złoty abgewickelt.

Im ersten Halbjahr 2026 kamen 1,6 Milliarden Transaktionen über 244,8 Milliarden Złoty zusammen, im Schnitt 8,7 Millionen am Tag, und Ende Juni waren 21,6 Millionen Nutzer aktiv. Online-Zahlungen machten in diesem Zeitraum 48,5 Prozent aller BLIK-Transaktionen aus. Polski Standard Płatności beziffert den Anteil von BLIK auf mehr als 70 Prozent aller Transaktionen im polnischen Onlinehandel.

Slowakei, Rumänien und die European Payments Alliance

Polski Standard Płatności schloss im Mai 2023 nach Zustimmung der slowakischen Nationalbank den Kauf der slowakischen Zahlungsplattform VIAMO ab und benannte die Gesellschaft in BLIK SK um. In der Slowakei starteten BLIK-Zahlungen im September 2024 mit der Tatra banka als erster Bank, und mBank SK folgte im September 2026 als zweite Bank. In Rumänien erteilte die Notenbank der BLIK Romania S.A. am 1. Oktober 2024 die Erlaubnis für den Betrieb des Systems, wobei Online-Zahlungen die erste Phase bilden sollen.

BLIK trat im Mai 2025 der European Payments Alliance bei, dem Verbund nationaler mobiler Bezahldienste, zu dem auch Bizum aus Spanien gehört. Am 12. November 2025 empfing ein Kunde der Santander Bank Polska die erste Pilotüberweisung in Euro von einem Nutzer von MB WAY in Portugal über das SEPA-Instant-Verfahren. Im Mai 2026 bekräftigte BLIK sein Interesse am Interoperabilitätsprojekt der Mitglieder des Bündnisses und der European Payments Initiative, des Unternehmens hinter der Wallet Wero. Überweisungen zwischen Privatpersonen über die verbundenen Apps sind für 2026 und 2027 geplant, Zahlungen im Geschäft über das Netz werden ab 2027 erwartet.

Kommende Payments-Termine in Europa

Was ist BLIK und wie funktioniert es?

BLIK ist ein mobiles Bezahlsystem polnischer Banken, mit dem Kunden über die App ihrer eigenen Bank direkt vom Girokonto zahlen. Der Kunde erzeugt in der App einen sechsstelligen Code, gibt ihn an der Kasse, am Terminal oder am Geldautomaten ein und bestätigt die Zahlung in der App, danach belastet die Bank das Konto.

Bezahlen in Deutschland und anderen Ländern

Ein Shop in Deutschland kann Zahlungen polnischer Kunden über Anbieter wie Stripe annehmen, bei dem Händler in mehr als 30 Ländern BLIK seit September 2026 automatisch anbieten können. Polski Standard Płatności arbeitet außerdem seit 2020 mit Adyen und PPRO zusammen, um das Verfahren in internationale Onlineshops zu bringen. Der Zahler braucht ein Konto bei einer Bank, die BLIK anbietet, was Banken in Polen und der Slowakei tun, und Revolut bietet BLIK seinen Kunden in Polen an, seit das Unternehmen das Verfahren im November 2024 einführte.

BLIK und Wero im Vergleich

Beide Systeme bewegen Geld direkt vom Bankkonto des Zahlers und kommen ohne Kartennummer aus. Eine BLIK-Zahlung nutzt an der Kasse den sechsstelligen Code aus der Banking-App, während Nutzer von Wero Geld an eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse senden und online über ihre Bank-App oder die Wero-App zahlen. BLIK läuft in Polen in Złoty und in der Slowakei in Euro, Wero läuft in Euro in Belgien, Deutschland, Frankreich und Luxemburg. Nach den gemeinsamen Plänen von EuroPA und EPI sollen Nutzer beider Dienste einander künftig grenzüberschreitend Geld schicken können.

Abonnements und spätere Zahlung

Händler können Abonnements mit wiederkehrenden Zahlungen über BLIK abrechnen, die Ende 2025 acht Banken unterstützten. Im ersten Halbjahr 2026 machten Nutzer 3,6 Millionen solcher Zahlungen, und mehr als 100 Händler boten sie an, darunter OpenAI und Allegro. Mit BLIK Pay Later zahlt ein Kunde einen Einkauf erst später, und vier Banken boten diese spätere Zahlung Ende 2025 an.

BLIK und Finance Loop

Finance Loop behandelt BLIK im Bereich Zahlungsverkehr und digitales Geld, zusammen mit Echtzeitüberweisungen, Wero und dem digitalen Euro. Finance Loop verfolgt die grenzüberschreitenden Pläne von BLIK in seinem Überblick zur European Payments Alliance, die die nationalen Bezahl-Apps aus Polen, Spanien, Italien, Portugal, Griechenland und den nordischen Ländern verbindet.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.

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