Bizum
Bizum ist der mobile Bezahldienst der spanischen Banken: Wer Geld an eine andere Person senden will, gibt in der Banking-App nur deren Handynummer ein. Das Geld liegt nach etwa zehn Sekunden auf dem Konto des Empfängers, weil jede Zahlung als Echtzeitüberweisung zwischen zwei Bankkonten läuft. Bizum steckt in den Apps von 39 Banken und Finanzunternehmen in Spanien und Andorra, sodass Kunden ihre bisherige Bank behalten.
Spanische Banken starteten Bizum 2016 und besitzen bis heute die Bizum S.L., die Gesellschaft hinter Dienst und Marke. Neben Zahlungen zwischen Personen deckt Bizum Onlinekäufe, kontaktloses Bezahlen im Laden und Spenden ab, und Unternehmen zahlen darüber Gewinne und Erstattungen aus. Über 30 Millionen Menschen in Spanien und Andorra nutzen den Dienst, rund 60 Prozent der spanischen Bevölkerung, und 2025 leisteten sie 1,237 Milliarden Zahlungen.
Eigentümer und teilnehmende Banken
Die großen in Spanien tätigen Banken gründeten die Bizum S.L. am 27. Juni 2016, und heute halten 22 spanische Kreditinstitute Anteile an der Gesellschaft (auf Spanisch), zusammen rund 96 Prozent des spanischen Bankenmarkts. Ángel Nigorra ist Generaldirektor der Bizum S.L., die die Regeln des Dienstes festlegt, während jede Bank Bizum ihren eigenen Kunden in ihrer Banking-App anbietet.
Die Liste der teilnehmenden Institute (auf Englisch) umfasst 39 Namen, von CaixaBank, Banco Santander, BBVA und Banco Sabadell bis zu Regionalbanken wie Kutxabank, Ibercaja und Cajamar. Auch internationale und digitale Banken bieten Bizum an, darunter die Deutsche Bank, ING, bunq, N26, Trade Republic und Revolut. Die andorranischen Banken Creand und MoraBanc stehen ebenfalls auf der Liste, und Zahlungen zwischen Spanien und Andorra laufen genauso wie Zahlungen innerhalb Spaniens.
Zahlungen zwischen Personen per SEPA Instant
Für eine Zahlung zwischen zwei Personen genügt die Handynummer des Empfängers, und das Geld kommt innerhalb von zehn Sekunden auf dem anderen Konto an (auf Englisch). Die Banco de España erklärt (auf Spanisch), dass die Telefonnummer als Alias für die IBAN des Empfängers steht und die Zahlung deshalb als SEPA-Echtzeitüberweisung läuft. Die Verrechnung zwischen den Banken erfolgt im spanischen Clearingsystem SNCE, das Iberpay betreibt. Nutzer können bei einem Kontakt auch Geld anfordern, der die Anfrage dann sieben Tage lang in der Banking-App annehmen oder ablehnen kann.
Bizum wickelt den Großteil der Echtzeitüberweisungen in Spanien ab: 2024 lag sein Anteil an allen Echtzeitzahlungen im Land bei rund 90 Prozent, wie Bizum, Bancomat und SIBS (auf Spanisch) angeben. 2025 tätigten die Nutzer 1,237 Milliarden Transaktionen im Wert von 67,7 Milliarden Euro (auf Spanisch), im Schnitt 3,4 Millionen pro Tag. Der stärkste einzelne Tag war der Black Friday am 28. November 2025 mit fast 5,3 Millionen Transaktionen.
Zahlungen in Onlineshops und im Laden
An der Kasse funktioniert Bizum als Pay by Bank: Der Kunde wählt Bizum als Zahlart, gibt seine Telefonnummer ein und bestätigt die Zahlung in der Banking-App (auf Englisch), ohne Kartendaten einzutippen. Abonnements und regelmäßige Einkäufe laufen genauso, nachdem der Kunde Bizum einmal beim Händler hinterlegt hat. 2025 wuchsen die Onlinekäufe mit Bizum um 82,1 Prozent auf 105,6 Millionen im Wert von 5,4 Milliarden Euro, und die Banken schlossen 28.600 neue Onlinehändler an. Händler und Banken schätzen den Anteil von Bizum am spanischen E-Commerce auf 20 bis 30 Prozent.
Kontaktloses Bezahlen im Laden kam 2026 hinzu: Der Kunde hält das Handy ans Kartenterminal und zahlt per NFC direkt vom Konto, entweder in der Banking-App oder in Bizum Pay, der Wallet von Bizum, die auch Karten aufnimmt. Im September 2026 konnten fast 20 Millionen Nutzer im Laden bezahlen (auf Spanisch), und 75 Prozent der Bankterminals in Spanien akzeptierten Bizum, bei mehr als 1,6 Millionen Händlern. Ein Händler behält in der Regel sein Kartenterminal und lässt Bizum von seiner Bank freischalten. In den Lottoannahmestellen von Loterías y Apuestas del Estado zahlen Kunden mit einem QR-Code, den sie in der Banking-App erzeugen.
Zahlungen ins Ausland mit Bancomat Pay und MB WAY
Bizum, Bancomat aus Italien und SIBS, der portugiesische Betreiber von MB WAY, haben die European Payments Alliance gegründet, kurz EuroPA. Seit dem 31. März 2025 schalten die Banken der vier Länder Überweisungen zwischen Spanien, Andorra, Italien und Portugal (auf Englisch) frei, in Spanien zuerst Banco Santander, Abanca und Openbank. Der Absender gibt weiterhin nur eine Handynummer in der gewohnten Banking-App ein, und der Empfänger in Italien oder Portugal braucht kein Bizum-Konto. 2025 tätigten Nutzer mehr als 69.400 solcher Auslandsüberweisungen im Wert von 5,7 Millionen Euro, und an 90 Prozent davon war Bizum auf der Sender- oder Empfängerseite beteiligt.
Am 30. September 2026 gründeten Bizum, Bancomat, SIBS, Vipps MobilePay und die European Payments Initiative mit ihrer Wallet Wero das European Network for Payments (auf Spanisch). Das gemeinsame Unternehmen mit Sitz in Madrid gehört den fünf Partnern zu gleichen Teilen und betreibt den Hub, der rund 130 Millionen Nutzer in 13 Ländern verbinden soll. Zuerst kommen Überweisungen zwischen Personen, und Zahlungen in Onlineshops und am Point of Sale folgen in späteren Phasen.
Kommende Payments-Termine in Europa
Was ist Bizum und wie funktioniert es?
Bizum ist ein Bezahldienst der spanischen Banken, der Geld innerhalb von Sekunden von einem Bankkonto auf ein anderes bringt. Der Nutzer aktiviert ihn einmal in der Banking-App mit der Handynummer, die zum Konto gehört, und bezahlt danach andere Personen, Onlineshops und Geschäfte mit dieser Nummer oder per Handy am Terminal.
Spenden, Gewinne und Erstattungen
Gemeinnützige Organisationen, die bei Bizum registriert sind, erhalten Spenden über einen fünfstelligen Code (auf Englisch), und rund 15.000 Organisationen machen mit. Unternehmen können ihren Kunden über Bizum auch Geld schicken, etwa für Gewinne, Aktionen und Erstattungen (auf Englisch) an alle, die den Dienst nutzen.
Geld senden nach Portugal, Italien und Andorra
Ein Nutzer in Spanien schickt Geld an MB-WAY-Nutzer in Portugal und an Bancomat-Pay-Nutzer in Italien mit denselben Schritten wie im Inland, also nur mit der Handynummer. Zwischen Spanien und Andorra nutzen beide Seiten Bizum selbst, weil andorranische Banken wie Creand und MoraBanc den Dienst in ihren Apps anbieten.
Anbindung für Onlineshops
Ein Händler schließt Bizum über seine Bank ab, die die kommerziellen Konditionen festlegt, und bindet es über ein zertifiziertes Bank-Zahlungsgateway oder ein Plugin für sein Shopsystem an. Bizum bietet Händlern außerdem eine digitale Identifizierung (auf Englisch), mit der sich Kunden per Telefonnummer und Banking-App in einem Shop registrieren und anmelden.
Bizum in Deutschland: N26, Revolut und Wero
N26, Revolut, bunq und Trade Republic stehen auf der Liste der Institute, die Bizum anbieten, und ein Kunde aktiviert den Dienst dort in der App mit der Handynummer seines Kontos. Sparkassen und Volksbanken stehen nicht auf dieser Liste, doch Kunden deutscher Banken mit Wero sollen Bizum-Nutzer über den Hub des European Network for Payments erreichen, der mit Überweisungen zwischen Personen beginnt.
Bizum und Finance Loop
Finance Loop behandelt Bizum im Bereich Zahlungsverkehr und digitales Geld, zusammen mit Echtzeitüberweisungen, Wero und dem digitalen Euro. Finance Loop verfolgt das Bündnis von Bizum mit Bancomat und SIBS in seinem Überblick zur European Payments Alliance, einschließlich des geplanten Hubs mit Wero und der nationalen Apps aus Polen, Griechenland und den nordischen Ländern.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.