Rapyd

Rapyd ist ein Zahlungsunternehmen, über das Firmen mit einer einzigen Anbindung Zahlungen von Kunden annehmen und Geld an Verkäufer und Lieferanten in vielen Ländern senden. Händler akzeptieren Karten und Hunderte lokale Zahlarten wie digitale Wallets, Überweisungen und Bargeldgutscheine aus mehr als 190 Ländern. Rapyd begann 2016 als Projekt für eine E-Wallet und nennt sein Modell heute Fintech as a Service.

Onlinehändler, Marktplätze, Reiseunternehmen und Softwareanbieter nutzen Rapyd, wenn sie in vielen Märkten verkaufen oder auszahlen und dafür einen einzigen Anbieter wollen. Firmen können außerdem Konten, Wallets und Karten von Rapyd in ihre eigenen Apps einbauen, während Rapyd die Zahlungswege und die Lizenzen dahinter betreibt. Arik Shtilman, einer der Gründer von Rapyd, führt das Unternehmen als CEO.

Zahlungen online und im Geschäft annehmen

Rapyd nimmt Zahlungen in mehr als 150 Währungen an, von Kunden in mehr als 190 Ländern und Märkten, mit eingebauter Währungsumrechnung. Neben Karten gehören digitale Wallets, Überweisungen, Stablecoins und Bargeldgutscheine zu den lokalen Zahlarten, und Rapyd nennt Autorisierungsraten von bis zu 97 Prozent. Rapyd ist lizenzierter Acquirer für Visa und Mastercard in Großbritannien, der EU, Lateinamerika, Hongkong, Israel und Singapur und akzeptiert auch American Express.

Onlinehändler binden Rapyd über die Payments-API, eine gehostete Checkout-Seite, Zahlungslinks oder ein virtuelles Terminal an. Für den Verkauf im Laden vermietet Rapyd Kartenterminals, und wer ein Terminal nur für eine Weile braucht, kann es kurzfristig mieten. Seit dem 24. Juni 2025 können Händler in Großbritannien und Irland kontaktlose Zahlungen mit dem iPhone annehmen, über Tap to Pay in der Rapyd Pay App und ohne zusätzliche Hardware.

Auszahlungen mit Disburse

Rapyd Disburse ist die Auszahlungsplattform von Rapyd und sendet Geld in mehr als 190 Länder und in mehr als 120 Währungen, an Firmen, an Verbraucher und zwischen Privatpersonen. Das Geld kann auf ein Bankkonto, über ein Echtzeit-Zahlungsnetz, auf die Wallet eines Drittanbieters, als Stablecoin oder auf eine Debit- oder Kreditkarte gehen. Kartenauszahlungen laufen rund um die Uhr über Visa Direct und Mastercard Send, sodass ein Verkäufer oder ein Gig-Worker das Geld binnen Minuten erhält.

Marktplätze bezahlen mit Disburse ihre Verkäufer, und Plattformen bezahlen damit Auftragnehmer und Lieferanten in anderen Ländern. Für solche grenzüberschreitenden Zahlungen zwischen Firmen ist Rapyd an lokale Clearingsysteme in mehr als 190 Ländern angebunden und kann Tausende Auszahlungen gleichzeitig senden.

Wallets, Konten und Kartenausgabe

Rapyd Wallet ist eine elektronische Wallet zum Empfangen, Aufbewahren und Auszahlen von Geld, aufgebaut aus einer Client-Wallet für das Unternehmen und Nutzer-Wallets darunter. Ein Marktplatz kann für jeden Verkäufer eine Nutzer-Wallet eröffnen, Guthaben in mehreren Währungen halten und Geld zwischen Wallets verschieben, bevor er es auf ein Bankkonto auszahlt. Rapyd beschreibt das Produkt als digitales Hauptbuch und digitale Wallet mit Währungsumrechnung, die Firmen in ihre eigenen Apps einbauen.

Die Karten-API von Rapyd funktioniert über mehrere Länder hinweg und gibt physische Karten ebenso aus wie virtuelle Kreditkarten. Marktplätze können Konten anlegen und Karten ausgeben, um ihre Verkäufer zu bezahlen, und Rapyd eröffnet außerdem Geschäftskonten in mehreren Währungen und virtuelle Konten für Firmen, die Geld aus dem Ausland erhalten. Ein Anbieter, der solche lizenzierten Funktionen für andere Unternehmen betreibt, arbeitet nach dem Modell Fintech as a Service, dem Begriff, den Rapyd für sich selbst verwendet.

E-Geld-Lizenzen in Island und Großbritannien

Rapyd arbeitet als Gruppe regulierter Gesellschaften, und die Gesellschaft für den Europäischen Wirtschaftsraum ist Rapyd Europe hf. in Island. Die Zentralbank von Island beaufsichtigt Rapyd Europe hf. als E-Geld-Institut unter der Identifikationsnummer 500683-0589. Seit dem 29. Januar 2020 führt die estnische Finanzaufsicht ihre grenzüberschreitenden Dienste in der EU, von der Ausgabe von E-Geld und dem Acquiring von Kartenzahlungen bis zur Zahlungsauslösung und zu Kontoinformationen.

In Großbritannien ist Rapyd Payments Limited ein E-Geld-Institut mit Zulassung der Financial Conduct Authority unter der Nummer 900688. Außerhalb Europas lizenziert die Monetary Authority of Singapore die Rapyd Holding Pte. Ltd. als Major Payment Institution, und die Rapyd Payments Israel Ltd. hat eine Lizenz für Zahlungsdienste der israelischen Wertpapieraufsicht. Die Rapyd HK Limited hat eine Lizenz als Money Service Operator in Hongkong, und die Rapyd Financial Technology US Inc. ist in den USA bei FinCEN als Money Services Business registriert.

Korta, Valitor und PayU GPO

Rapyd hat sein Acquiring-Geschäft in Europa mit zwei Übernahmen von Zahlungsunternehmen in Island aufgebaut. Am 7. Juli 2020 schloss Rapyd den Kauf von Korta ab, einem isländischen Kartendienstleister, der als europäischer Acquirer lizenziert und Hauptmitglied von Visa und Mastercard war. Danach vereinbarte Rapyd den Kauf von Valitor von der Arion Bank für 100 Millionen Dollar, eines 1983 gegründeten Zahlungsunternehmens mit Händlern in Island, Großbritannien und Irland. Die Arion Bank meldete am 30. Juni 2022, dass die isländische Wettbewerbsbehörde und die Finanzaufsicht der Zentralbank von Island den Verkauf genehmigt hatten.

Am 1. August 2023 vereinbarte Rapyd den Kauf von PayU GPO, der Global Payment Organisation von PayU, vom niederländischen Technologieinvestor Prosus für 610 Millionen Dollar. Die Geschäfte von PayU in Indien, der Türkei und Südostasien waren nicht Teil des Kaufs, und PayU GPO war damals in mehr als 30 Ländern tätig. Im März 2025 schloss Rapyd den Kauf von PayU GPO in Lateinamerika und Afrika ab, womit das Karten-Acquiring in Mexiko, Brasilien, Argentinien, Chile, Kolumbien und Peru sowie Märkte wie Nigeria und Südafrika hinzukamen.

Kommende Payments-Termine in Europa

Was ist Rapyd?

Rapyd ist ein Zahlungsdienstleister, der Firmen die Annahme von Zahlungen und Auszahlungen auf einer Plattform verkauft, zusammen mit Konten und Karten für die eigenen Produkte. Arik Shtilman hat Rapyd mitgegründet und führt das Unternehmen als CEO, und Garðar Stefánsson ist CEO von Rapyd Europe.

Ist Rapyd reguliert?

Rapyd erbringt seine Dienste über lizenzierte Gesellschaften der Gruppe und in Ländern ohne eigene Lizenz über regulierte Netzwerkpartner. Im Europäischen Wirtschaftsraum ist Rapyd Europe hf. ein E-Geld-Institut unter Aufsicht der Zentralbank von Island, und in Großbritannien hat Rapyd Payments Limited eine E-Geld-Zulassung der Financial Conduct Authority.

Verträge für Unternehmen in Deutschland

Beim Onboarding entscheidet Rapyd, welche Gesellschaft der Gruppe einen Kunden betreut, und ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland kommt zur europäischen Gesellschaft. Der Vertrag folgt dann den Bedingungen für den Europäischen Wirtschaftsraum, und die Dienste fallen unter die E-Geld-Lizenz der Rapyd Europe hf. in Island.

Stablecoin-Zahlungen und -Auszahlungen

Seit dem 9. September 2025 verkauft Rapyd Stablecoin Payment Solutions, mit denen Firmen Stablecoin-Zahlungen annehmen und in Fiatgeld umtauschen. Firmen können außerdem Auszahlungen in Stablecoins senden und ihre Abrechnung in Stablecoins erhalten, und Rapyd erbringt diese Dienste über regulierte Drittanbieter.

Büros in Europa

Rapyd hat Büros in London, Amsterdam und Island, außerdem in Tel Aviv, Dubai, San Francisco, Miami, Hongkong und Singapur. Im Jahr 2026 kam Rapyd auf die Liste der Hurun UK Unicorns mit 80 privaten Unternehmen aus Großbritannien, die mindestens eine Milliarde Dollar wert sind. FXC Intelligence nahm Rapyd zum siebten Mal in Folge in die Cross-Border Payments 100 auf, und Sarel Tal von Rapyd nahm die Auszeichnung auf der Money20/20 Europe in Amsterdam entgegen.

Rapyd und Finance Loop

Finance Loop behandelt grenzüberschreitende Auszahlungen und E-Geld-Lizenzen im Bereich Zahlungsverkehr und digitales Geld. Finance Loop erklärt das Modell hinter Rapyd in seinem Überblick zu Fintech as a Service, bei dem ein lizenzierter Anbieter Konten, Zahlungen und Karten betreibt, die andere Unternehmen unter ihrer eigenen Marke verkaufen.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.

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