Börsenhandel in Frankfurt
Frankfurt hat zwei Aktienmärkte unter einem Börsendach: Xetra, das elektronische Orderbuch, dessen Kurse in den DAX eingehen, und die Börse Frankfurt, an der Spezialisten rund 1,5 Millionen Wertpapiere von 8 bis 22 Uhr handeln. Die Eurex ergänzt Futures und Optionen. Termine stehen im Kalender unten.
Xetra, Börse Frankfurt und Eurex
Der Aktienhandel in Deutschland läuft zum größten Teil in Frankfurt, auf Handelsplätzen der Gruppe Deutsche Börse. Xetra ist ein vollelektronisches Orderbuch: Eine Bank oder ein Broker schickt eine Kauf- oder Verkaufsorder, und das System führt sie ohne Makler gegen die beste Gegenorder aus. Xetra handelt laut dem Handelskalender der Deutschen Börse montags bis freitags von 9 bis 17:30 Uhr, und aus den Xetra-Kursen wird der DAX berechnet.
Die Börse Frankfurt arbeitet anders. Spezialisten betreuen das Orderbuch und garantieren die Ausführung zum bestmöglichen Preis. Gelistet sind dort rund 1,5 Millionen Wertpapiere, von Aktien und Anleihen über ETFs und ETNs bis zu Fonds, Optionsscheinen und Zertifikaten. Gehandelt wird von 8 bis 22 Uhr, Anleihen bis 17:30 Uhr. Nach 17:30 Uhr, wenn Xetra geschlossen hat, ist die Börse Frankfurt noch offen.
Die Eurex ist die Terminbörse derselben Gruppe, mit Futures und Optionen auf Indizes, Anleihen und Einzelaktien. Eurex Clearing tritt als zentrale Gegenpartei zwischen Käufer und Verkäufer, Clearstream wickelt die Wertpapiere ab. Wie Emittenten und Anleger diese Plätze nutzen, steht auf der Seite zum Kapitalmarkt in Frankfurt.
Wer den Handel in Frankfurt überwacht
Die Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt, betrieben von der Deutsche Börse AG. Ihre Organe folgen dem Börsengesetz: Die Geschäftsführung lässt Händler zu, setzt den Handel aus und stellt Preise fest, und ein Börsenrat aus 16 gewählten Mitgliedern bestellt und überwacht sie.
Die Handelsüberwachungsstelle ist ein unabhängiges Organ der Börse. Sie überwacht Xetra, den Spezialistenhandel der Börse Frankfurt und die Eurex Deutschland, prüft Unregelmäßigkeiten und meldet Ergebnisse an die Börsenaufsichtsbehörde im hessischen Wirtschaftsministerium. Verdacht auf Insiderhandel und Marktmanipulation verfolgt die BaFin auf Bundesebene. Ein Händler in Frankfurt steht damit unter der Aufsicht der Börse, des Landes Hessen und der BaFin.
Maschinen, Co-Location und das Rechenzentrum FR2
Viele Orders an Xetra und Eurex berührt kein Mensch. Die Deutsche Börse betreibt die zentralen Backends beider Handelsplätze im Rechenzentrum Equinix FR2 in Frankfurt, und Handelsfirmen können über ihren Co-Location-Service eigene Server im selben Gebäude aufstellen. Co-Location ist der latenzarme Zugang, den Artikel 4 Absatz 1 Nr. 40 MiFID II für den Hochfrequenzhandel nennt.
Wer einen Algorithmus über Preis, Menge oder Zeitpunkt einer Order entscheiden lässt, betreibt algorithmischen Handel im Sinne der MiFID II. In Deutschland verlangt Paragraf 80 Absatz 2 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) Systeme, die den Markt nicht stören, mit Handelsschwellen und Obergrenzen. Regeln, BaFin-Erlaubnis für den Hochfrequenzhandel und KI-Modelle erklärt die Seite zum algorithmischen Handel in Deutschland und die Antwort Was ist KI-Trading?.
Krypto und tokenisierte Wertpapiere an Frankfurter Plätzen
Dieselbe Infrastruktur trägt heute digitale Vermögenswerte. An Xetra handeln Anleger Krypto-ETNs von 16 Anbietern auf 24 Kryptowährungen und 23 Körbe, Eurex Clearing cleart die Geschäfte. Die Eurex listet Futures und Optionen auf die FTSE-Indizes für Bitcoin und Ethereum, darunter Nano-Futures über ein Hundertstel Bitcoin. Für Banken betreibt die Devisenplattform 360T mit 3DX einen Krypto-Spotmarkt für Institutionen, verwahrt von Crypto Finance (Deutschland). Die Seite zur Deutschen Börse bei Krypto und Digital Assets beschreibt jede Einheit.
Tokenisierte Wertpapiere haben eigene Plätze in Frankfurt. 21X hat eine BaFin-Lizenz nach dem DLT-Pilotregime der EU für Handel und Abwicklung tokenisierter Wertpapiere, und 360X, getragen von Deutscher Börse und Commerzbank, wickelte mit DekaBank und Union Investment den ersten Sekundärhandel der digitalen Siemens-Anleihe ab. Mehr dazu unter Tokenisierung in Frankfurt.
Kommende Trading- und Kapitalmarkt-Events in Frankfurt
Finance Loop und der Börsenhandel in Frankfurt
Finance Loop ist in Frankfurt der Treffpunkt für Händler, Quants, Spezialisten für Marktstruktur und die Technikteams dahinter. Es verbindet die Finanz-, IT- und KI-Communitys in Deutschland, Österreich und der Schweiz, mit Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg, und entsteht in Zusammenarbeit mit TechQuartier und Frankfurt Main Finance.
Finance Loop war Partner der Crypto Assets Conference von Frankfurt School und Gruppe Deutsche Börse sowie von Frankfurt Digital Finance. Es unterstützte das AI & Financial Market Data Meetup in Paris mit zwei Senior Quantitative Developers der Deutschen Bank und dem Leiter Financial Engineering von Amundi, und es arbeitet mit Finteda, einem Praktiker-Netzwerk, das als Frankfurter Meetup für Fintech-Entwickler, Quants und Data Engineers begann.
Wann ist Börsenhandel in Frankfurt?
Xetra handelt montags bis freitags von 9 bis 17:30 Uhr. Die Börse Frankfurt handelt Aktien, Fonds und börsengehandelte Produkte von 8 bis 22 Uhr, Anleihen von 8 bis 17:30 Uhr. Die Eurex hat eigene Zeiten je Produkt. Die Feiertage, an denen die Börse geschlossen bleibt, stehen im Handelskalender der Deutschen Börse.
Was unterscheidet Xetra und Börse Frankfurt?
Xetra ist ein elektronisches Orderbuch, in dem Orders tagsüber automatisch zusammengeführt werden, und liefert die Kurse für den DAX. An der Börse Frankfurt betreuen Spezialisten das Orderbuch, garantieren die Ausführung zum besten Preis und stellen Kurse bis 22 Uhr. Beide gehören zur Frankfurter Wertpapierbörse und zur Handelsüberwachungsstelle.
Gibt es an der Frankfurter Börse noch ein Parkett?
Ja. Spezialisten der Börse Frankfurt betreuen den Handel auf dem Parkett im Börsengebäude. Der größte Teil des Umsatzes mit deutschen Aktien läuft aber über Xetra, das kein Parkett hat, und über Server im Rechenzentrum FR2.
Gibt es Trading-Events und Meetups in Frankfurt?
Ja. Handel und Marktstruktur sind Thema bei der Crypto Assets Conference, bei Frankfurt Digital Finance und bei Finance-Loop-Meetups im TechQuartier. Kommende Trading-Events in Frankfurt stehen im Kalender oben und im Eventkalender.
Börsenhandel in Frankfurt und Finance Loop
Handel und Marktinfrastruktur gehören zum Themenfeld Investment & Digital Assets. Finance Loop ist Partner der Crypto Assets Conference von Frankfurt School und Gruppe Deutsche Börse und trifft Händler und Quants im TechQuartier.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk mit dem Ziel, die Adoption neuer Technologien im Finanzwesen voranzutreiben, etwa KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, in drei Themenfeldern Know-how und persönliche Netzwerke aufzubauen: Investment & Digital Assets, Payments & Digital Money und Risk & Compliance.