Geldwäschebekämpfung in Deutschland
Geldwäschebekämpfung in Deutschland beruht auf dem Geldwäschegesetz (GwG): Eine Bank, ein Zahlungsdienstleister oder Kryptoanbieter, der Geldwäsche vermutet, muss das unverzüglich der FIU melden, egal um welchen Betrag. Der jüngste FIU-Jahresbericht zählt 374.693 solcher Meldungen, und das neue EU-Regelwerk samt AMLA in Frankfurt ändert den Rahmen.
Das deutsche Geldwäschegesetz
Das Geldwäschegesetz (GwG) legt die Pflichten aller Verpflichteten fest: Banken und Zahlungsinstitute, Lebensversicherer, Vermögensverwalter und Kryptodienstleister, aber auch Immobilienmakler, Notare und Güterhändler. Geldwäsche selbst ist eine Straftat nach Paragraf 261 StGB. Für Banken kommt Paragraf 25h des Kreditwesengesetzes hinzu, der Monitoringsysteme für auffällige Zahlungen verlangt, und dort arbeitet die meiste RegTech in deutschen Banken.
Die Kundenprüfung zu Beginn einer Geschäftsbeziehung, von der Identität bis zum wirtschaftlich Berechtigten, behandelt die Seite KYC in Deutschland. Hier geht es um das, was danach kommt: Monitoring, Verdachtsmeldung und die Behörden, die sie erhalten.
Verdachtsmeldungen und die FIU
Nach Paragraf 43 GwG muss ein Verpflichteter der FIU melden, wenn Tatsachen darauf hindeuten, dass ein Vermögensgegenstand aus einer Vortat der Geldwäsche stammt, eine Transaktion mit Terrorfinanzierung zusammenhängt oder ein Kunde verschwiegen hat, ob er für einen wirtschaftlich Berechtigten handelt. Die Meldung ist unverzüglich fällig, unabhängig vom Wert des Vermögensgegenstands oder der Höhe der Transaktion.
Die deutsche FIU, die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen, gehört zum Zoll und nimmt Meldungen über ihr Portal goAML an. Laut einer Zusammenfassung des jüngsten Jahresberichts von PayTechLaw zählte sie 374.693 Verdachtsmeldungen, rund 41 Prozent mehr als im Vorjahr. Von etwa 160.000 bei goAML registrierten Verpflichteten meldeten in dem Jahr nur 4.062. Die FIU setzt nun verbindliche Inhaltsvorgaben: XML als Pflichtformat, Pflichtfelder wie Blockchain-Transaktions-IDs bei Krypto und Grundbuchdaten bei Immobilien.
Was die FATF in Deutschland fand
Die Financial Action Task Force hat Deutschland zuletzt in ihrem Länderbericht (auf Englisch) geprüft. Sie bescheinigte deutliche Reformen und ein gutes Risikoverständnis bei Immobilien, Banken und virtuellen Vermögenswerten und verlangte mehr Ressourcen und Priorität in der Praxis. Der Bericht nennt die starke Bargeldnutzung ohne allgemeine Bargeldobergrenze und das Risiko, dass illegales Bargeld in Immobilien oder Edelmetalle fließt.
Er warnte zudem, der Fokus auf Immobilien und Bargeld könne andere Risiken verdecken, etwa komplexe Firmengeflechte mit Brief- und Auslandsgesellschaften, und die Strafverfolgung konzentriere sich eher auf natürliche Personen als auf ausländische Täter und professionelle Helfer. Das erklärt, warum die deutsche Aufsicht heute genauer nach Eigentümerketten und Auslandszahlungen fragt.
Vom GwG zum EU-Geldwäschepaket
Das GwG setzt EU-Richtlinien um. Die EU hat nun ein einheitliches Regelwerk beschlossen, die Verordnung (EU) 2024/1624 (AMLR), die ab dem 10. Juli 2027 direkt in jedem Mitgliedstaat gilt; viel vom GwG geht darin auf. Die neue EU-Geldwäschebehörde AMLA sitzt in Frankfurt am Main und wird eine Gruppe großer grenzüberschreitender Finanzfirmen direkt beaufsichtigen, die BaFin weiter alle anderen. Was die AMLR für Kryptodienstleister bedeutet, steht auf der Seite Krypto-AML, für Zahlungsinstitute auf Finanzkriminalität im Zahlungsverkehr.
Kommende Events zu AML und Compliance in Deutschland
Finance Loop, der Treffpunkt für Geldwäscheprävention
Finance Loop ist Treffpunkt für Geldwäschebeauftragte, Ermittler und die Leute, die Monitoring- und Screening-Software bauen. Es verbindet die Finanz-, IT- und KI-Communitys in Deutschland, Österreich und der Schweiz, mit Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.
Finance Loop unterstützt When Banks Say 'No', ein Seminar im NEXTOWER in Frankfurt, bei dem Dr. Julia Pfeil von Dentons über Zahlungen unter Sanktions- und Geldwäscherecht spricht und ein dritter Vortrag zeigt, wie Blockchain-Forensik Kryptoflüsse verfolgt. Beim Bybit EU Crypto Evening im TechQuartier, unterstützt von Finance Loop, ging es um Compliance unter MiCAR.
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Was regelt das Geldwäschegesetz?
Das Geldwäschegesetz (GwG) ist das deutsche Gesetz gegen Geldwäsche. Es nennt die Verpflichteten, regelt ihre Kundenprüfung und internen Sicherungsmaßnahmen und verlangt Verdachtsmeldungen an die FIU nach Paragraf 43. Vieles davon geht in die EU-Verordnung AMLR über, sobald sie gilt.
Was macht die FIU in Deutschland?
Die FIU nimmt Verdachtsmeldungen der Verpflichteten über das Portal goAML an, analysiert sie und gibt relevante Fälle an die Strafverfolgung weiter. Sie gehört zum Zoll und veröffentlicht jedes Jahr einen Bericht zu Zahl und Art der Meldungen.
Was macht die AMLA in Frankfurt?
Die AMLA, die EU-Geldwäschebehörde mit Sitz in Frankfurt am Main, koordiniert die nationalen Aufseher und wird eine Gruppe großer grenzüberschreitender Finanzfirmen direkt beaufsichtigen. Alle anderen beaufsichtigen weiter nationale Behörden wie die BaFin.
Gibt es ein AML-Meetup in Frankfurt?
AML-Themen laufen in Frankfurt meist in Payments- und Compliance-Seminaren wie When Banks Say 'No' und bei Krypto-Compliance-Abenden. Für eine Weiterbildung bietet der Certified Compliance Professional der Frankfurt School einen AML-Schwerpunkt. Termine stehen in der Event-Übersicht.
Geldwäschebekämpfung und Finance Loop
Geldwäschebekämpfung gehört zum Track Risk & Compliance von Finance Loop. Das Seminar When Banks Say 'No' in Frankfurt, unterstützt von Finance Loop, verbindet Sanktions- und Geldwäscherecht mit Zahlungspraxis und Krypto-Forensik.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk mit dem Ziel, die Adoption neuer Technologien im Finanzwesen voranzutreiben, etwa KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, in drei Themenfeldern Know-how und persönliche Netzwerke aufzubauen: Investment & Digital Assets, Payments & Digital Money und Risk & Compliance.