Raisin
Raisin ist eine Spar- und Investmentplattform aus Berlin, 2012 gegründet, die Kunden mit Banken in der EU, im Vereinigten Königreich und in den USA verbindet. Partnerbanken bieten über die Plattform Tagesgeld und Festgeld an und erhalten so eine breit gestreute Refinanzierungsquelle. Heute verwaltet Raisin mehr als 80 Milliarden Euro von über einer Million Kunden in elf Märkten.
Raisin arbeitet mit rund 300 einlagennehmenden Banken und ergänzt die Einlagen um eine digitale Vermögensverwaltung mit ETF-Portfolios. Zur Gruppe gehören die Raisin SE in Berlin und die Raisin Bank AG in Frankfurt, eine Vollbank, die Banking-as-a-Service für Raisin und andere Unternehmen erbringt. Für Raisin arbeiten mehr als 800 Menschen aus über 75 Ländern.
So funktioniert der Einlagenmarktplatz
Kunden registrieren sich einmal bei Raisin und wählen Einlagen von Partnerbanken aus mehreren europäischen Ländern, geschützt durch die harmonisierte EU-Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Für Banken ist die Plattform ein Refinanzierungskanal zu Sparern im Ausland, und allein 2023 kamen 72 neue Partnerbanken hinzu. Vertriebspartner können ihren eigenen Kunden die Angebote von Raisin zugänglich machen, und das Unternehmen will Open Banking als Standard für Sparen und Investieren etablieren.
Neben Einlagen bietet Raisin Altersvorsorgeprodukte und eine digitale Vermögensverwaltung mit ETF-Portfolios, die 2024 aus dem Robo-Advisor hervorging. Im Jahr 2025 startete Raisin in Deutschland außerdem ein eigenes Tagesgeldkonto.
Raisin Bank in Frankfurt
Im Jahr 2019 kaufte Raisin die frühere MHB-Bank und benannte sie in Raisin Bank AG um, eine Vollbank unter Aufsicht der BaFin mit gesetzlicher Einlagensicherung. Die Raisin Bank versteht sich als Servicebank, die nicht mit ihren Partnern konkurriert, und erbringt Banking-as-a-Service auf einem cloudbasierten Kernbankensystem mit API-first-Ansatz. Im Jahr 2022 übernahm sie den Zahlungsverkehrsbereich des Bankhauses August Lenz (auf Englisch) und damit Dienste für mehr als 4.500 Geldautomaten in Deutschland.
Mirko Siepmann und Marco Lindgens bilden den Vorstand der Raisin Bank, Dr. Frank Freund leitet ihren Aufsichtsrat. Die Bank sitzt in der Niedenau 61-63 in Frankfurt am Main, zu ihren Kunden zählten Fintechs wie Creditshelf, Exporo, Moss und Scalapay.
Gründer und Management
Dr. Tamaz Georgadze, Dr. Frank Freund und Michael Stephan haben Raisin gegründet und führen das Unternehmen heute als CEO, CFO und COO. Katharina Lüth, Chief Client Officer, ergänzt den Vorstand der Raisin SE. Prof. Dr. Axel Weber, früherer Präsident der Bundesbank, leitet den Aufsichtsrat, in den im Oktober 2025 James Oates, Dame Alison Rose und Dr. Michael Diederich eintraten (auf Englisch).
Kommende Fintech- und Finanz-Events in Deutschland
Von WeltSparen zu Raisin
In Deutschland und Österreich hieß die Plattform jahrelang WeltSparen, später WeltSparen by Raisin. Im Juni 2025 führte das Unternehmen eine Marke mit neuem Logo für alle Märkte ein, seit der zweiten Jahreshälfte trägt die deutsche Plattform nur noch den Namen Raisin. Bis dahin hatten Sparer über die Plattform mehr als vier Milliarden Euro an Zinsen erhalten.
Wachstum, Profitabilität und Finanzierung
Im Jahr 2021 fusionierte Raisin mit der Einlagenplattform Deposit Solutions und erreichte in dieser Phase eine Bewertung von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Im März 2023 sammelte das Unternehmen 60 Millionen Euro in einer Series-E-Runde ein (auf Englisch). Für 2023 meldete Raisin den ersten Gewinn: Der Umsatz verdoppelte sich fast auf 158 Millionen Euro, das EBITDA erreichte 20 Millionen Euro und der Nettogewinn eine Million Euro.
Märkte in Europa und den USA
Raisin startete 2014 in Deutschland und kam 2016 nach Österreich, Frankreich und Spanien, 2018 ins Vereinigte Königreich und in die Niederlande, 2019 nach Irland und 2020 in die USA. Polen folgte 2023, und in Finnland startete die Plattform mit Banken aus Lettland, Deutschland und Schweden. Italien wurde im März 2026 zum elften Markt (auf Englisch), dort begann Raisin mit Festgeld von Partnerbanken aus Deutschland, Frankreich und Belgien.
Raisin in Fintech-Verbänden
Raisin engagiert sich in der European Fintech Association, deren ersten Vorstand Marc Roberts, General Counsel von Raisin, als Präsident führte. In Deutschland sitzt Dr. Verena Thaler, Chief of Staff von Raisin, im Vorstand des Arbeitskreises FinTechs & Digital Banking beim Bitkom.
Adresse in Berlin
Die Raisin SE hat ihren Sitz in der Schlesischen Straße 33/34 in 10997 Berlin und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter HRB 271733 B eingetragen. Raisin begann 2012 in Berlin als Fintech-Startup und gehört heute zur Fintech-Szene in Berlin.
Raisin und Finance Loop
Einlagenplattformen wie Raisin geben Banken einen grenzüberschreitenden Refinanzierungskanal, was Fragen zu Liquidität, Einlagensicherung und der Rolle tokenisierter Einlagen aufwirft, die Mitglieder von Finance Loop bei Events diskutieren. Finance Loop behandelt diese Themen im Bereich Zahlungsverkehr und digitales Geld und bei Events in Berlin, Frankfurt und anderen deutschen Städten.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.