Trigger-Lösung der Bundesbank
Die Trigger-Lösung der Deutschen Bundesbank verbindet vom Markt betriebene DLT-Plattformen mit T2, dem Zahlungssystem des Eurosystems für große Euro-Zahlungen. Ein auf dem Register vereinbartes Wertpapiergeschäft löst eine Zahlung in Zentralbankgeld aus, die auf den bestehenden T2-Konten der Banken gebucht wird, sodass sie ihre Liquidität weiter nutzen und kein neues Konto brauchen.
Eine erste Version entwickelte die Bundesbank 2021 mit der Deutschen Börse und der Finanzagentur. 2024 war sie eine von drei Interoperabilitätslösungen in den Tests des Eurosystems, neben denen der Banca d'Italia und der Banque de France, und 25 Institute nutzten sie in 23 Tests.
So funktioniert die Trigger-Lösung
Eine DLT-Plattform bucht die Wertpapierseite eines Geschäfts, etwa die Lieferung einer tokenisierten Anleihe vom Verkäufer an den Käufer. Ist das Geschäft bereit, schickt die Plattform einen Zahlungsauftrag im Format ISO 20022 an die Trigger-Lösung, die ihn an T2 weitergibt, und das Geld fließt zwischen den RTGS-Konten der beiden Banken. Die Bestätigung aus T2 geht an das Register zurück, das dann die Lieferung abschließt.
Die Banken brauchen keine Token aus Zentralbankgeld und kein Konto in einem neuen System, denn die Geldseite bleibt in T2, und ein eigenes RTGS-Konto für DLT-Geschäfte ist möglich, aber freiwillig. Die Lösung arbeitet mit verschiedenen Registern, daher liefen die Tests auf so unterschiedlichen Plattformen wie dem Bankennetz SWIAT, D7 von Clearstream und dem Register der Börse Stuttgart.
Warum DLT-Geschäfte Zentralbankgeld brauchen
Ein Geschäft auf einem Register braucht eine Geldseite, der Käufer und Verkäufer ohne Zweifel vertrauen. Geschäftsbankgeld auf dem Register, etwa tokenisierte Einlagen, und E-Geld-Token tragen das Kreditrisiko ihres Emittenten, Zentralbankgeld trägt keines. Die EU-Regeln für Zentralverwahrer in der CSDR bevorzugen Abwicklung in Zentralbankgeld, wo sie praktikabel und verfügbar ist.
Vor der Trigger-Lösung hatte eine DLT-Plattform keinen direkten Weg zu T2, tokenisierte Wertpapiere wurden also gegen Geschäftsbankgeld oder mit einer Zahlung außerhalb des Registers abgewickelt. Die Trigger-Lösung verbindet das Register ohne neues Zahlungssystem mit T2, deshalb nennt die Bundesbank sie eine Interoperabilitätslösung.
Kommende Events zu tokenisierten Wertpapieren in Deutschland
Die Tests 2024 mit der Trigger-Lösung der Bundesbank
Die Liste der Trials und Experimente der Bundesbank zählt 23 Erprobungen: 15 Trials mit echten Buchungen in T2 und 8 Experimente in der T2-Testumgebung. 25 Institute nahmen teil, 20 als Marktteilnehmer und 11 als DLT-Betreiber, und bis Ende November 2024 folgten neun Rückzahlungen der in den Tests begebenen Wertpapiere.
Der erste Trial am 28. Juni und 1. Juli 2024 wickelte Commercial Paper mit Clearstream, der DekaBank und der DZ BANK ab. Am 3. September 2024 begab Siemens eine digitale Unternehmensanleihe nach eWpG auf SWIAT, gekauft von DekaBank, Deutscher Bank, BayernLB, DZ BANK, Helaba und LBBW. Am 7. November testeten die Deutsche Bank und UBS tokenisierte Einlagen für Firmenzahlungen, und vom 26. bis 28. November schlossen Clearstream Banking S.A., Goldman Sachs, Eurex Repo und HQLAx zwei Triparty-Intraday-Repos ab.
Trigger-Lösung und EZB
Die EZB kündigte die Tests am 28. April 2023 an, und die Bundesbank stellte die Trigger-Lösung am 15. Dezember 2023 in einer Focus Session der EZB vor. Die Arbeit endete am 29. November 2024, und am 1. Juli 2025 kündigte die EZB zwei Folgeprojekte an: Pontes für die Abwicklung heute und Appia für die langfristige Gestaltung eines tokenisierten Markts.
Pontes (auf Englisch) startete am 21. September 2026 und vereint laut EZB „the strengths of the three interoperability solutions previously explored“. Wie die Trigger-Lösung wickelt Pontes die Geldseite eines DLT-Geschäfts in T2 ab, direkt oder mit Geld-Token auf einer DLT-Plattform des Eurosystems.
Trigger Solution der Deutschen Bundesbank in Frankfurt
Das Team der Trigger-Lösung der Deutschen Bundesbank sitzt in der Zentrale in Frankfurt am Main, Mainzer Landstraße 16. Weitere technische Spezifikationen gibt die Bundesbank nur an Teilnehmer der Testphase weiter, und die Dokumente zu Prozess, Nutzeranforderungen und Anbindung liegen seit November 2025 in Version 2.0 vor.
Trigger-Lösung und Finance Loop
Finance Loop behandelt Abwicklung in Zentralbankgeld im Track Zahlungsverkehr und digitales Geld, zusammen mit Wholesale-CBDC, tokenisierten Einlagen und Pontes. Finance Loop trifft sich in Frankfurt, dem Sitz von Bundesbank und EZB, mit Fachleuten der Banken, Marktinfrastrukturen und DLT-Betreiber aus den Tests.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und hat das Ziel, den institutionellen Einsatz neuer Technologien im Finanzwesen voranzubringen, etwa KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, in diesen Feldern Wissen und persönliche Netzwerke aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.