ESBG

Die European Savings and Retail Banking Group (ESBG) ist der Verband der Sparkassen und Retailbanken in Europa mit Hauptsitz in Brüssel. Die ESBG ist der europäische Arm des World Savings and Retail Banking Institute (WSBI), und beide treten gemeinsam als WSBI-ESBG auf. Ihre 32 Mitglieder aus 27 Ländern vereinen 859 Sparkassen und Retailbanken, die 163 Millionen Menschen in Europa betreuen.

Die Mitgliedsbanken der ESBG machen aus lokalen Ersparnissen Kredite für Haushalte, kleine und mittlere Unternehmen und Kommunen. Die ESBG stimmt gemeinsame Positionen ihrer Mitglieder ab und vertritt sie gegenüber Europäischer Kommission, Europäischem Parlament, Europäischer Zentralbank und Aufsicht. Ihre Arbeit umfasst Eigenkapitalregeln, Zahlungsverkehr und digitalen Euro, Geldwäschebekämpfung, nachhaltige Finanzen und Verbraucherschutz.

WSBI und ESBG

Eine Bankfachfrau zeigt einem Kunden einen mobilen Sparservice

Das WSBI, das World Savings and Retail Banking Institute, vertritt Sparkassen und Retailbanken weltweit, die ESBG spricht auf EU-Ebene für die europäischen Mitglieder. Beide Verbände arbeiten mit einem gemeinsamen Team in Brüssel unter dem Namen WSBI-ESBG, und ihre Wurzeln reichen bis 1924 zurück. Im gesamten Netzwerk zählt WSBI-ESBG 99 Mitglieder in 76 Ländern mit rund 1,7 Milliarden Kunden.

WSBI-ESBG folgt seit 2006 den zehn Prinzipien des UN Global Compact und zeichnet Mitgliedsbanken für ihren Beitrag zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung aus. Außerhalb Europas hat das WSBI-Programm Scale2Save seit 2008 mehr als 7 Millionen Frauen, jungen Menschen und Landwirten Zugang zu Sparkonten und weiteren Finanzdiensten verschafft.

Mitglieder in 27 Ländern

Die Mitglieder der ESBG sind nationale Sparkassenverbände und einzelne Banken. Deutschland vertritt der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), der Verband der Sparkassen, Österreich der Österreichische Sparkassenverband. Aus Spanien kommen CECA und CaixaBank, aus Frankreich Groupe BPCE und die Fédération Nationale des Caisses d'Epargne, und Swedbank ist in Schweden und den drei baltischen Staaten Mitglied. Dazu kommen unter anderem Spuerkeess in Luxemburg, die ASN Bank in den Niederlanden und mehrere Banken der OTP-Gruppe von Ungarn bis zur Ukraine.

Zusammen beschäftigen die Mitgliedsbanken 620.000 Menschen in 37.000 Filialen und haben eine Bilanzsumme von 6,35 Billionen Euro. Die Mitgliedsbanken der ESBG haben 3,72 Billionen Euro an Krediten vergeben, vor allem an Haushalte und kleine und mittlere Unternehmen.

Präsident, Board und CEO

Nicolas Namias von Groupe BPCE ist Präsident der ESBG, und zum Präsidentenausschuss gehören außerdem fünf Vizepräsidenten: Gerhard Brandstätter vom italienischen Verband ACRI, zugleich Schatzmeister, Jens Henriksson von Swedbank, Stefanie Christina Huber vom Österreichischen Sparkassenverband, Ulrich Reuter vom DSGV und Antonio Jesús Romero Mora von CECA. Im Board sitzen je Land ein Mitglied und ein Stellvertreter, von Österreich und Belgien bis Spanien und Schweden. Peter Simon ist Chief Executive Officer von WSBI-ESBG und leitet das gemeinsame Team in Brüssel.

Kommende Fintech- und Finanz-Events in Belgien

Digitaler Euro und Zahlungsverkehr

Der Zahlungsverkehrsausschuss der ESBG arbeitet an der Verordnung zum digitalen Euro mit. Seine Prioritäten für die Trilog-Verhandlungen fordern ein tragfähiges Vergütungsmodell für die Banken, die den digitalen Euro ausgeben, Haltelimits zum Schutz von Einlagen und Kreditvergabe und einen schrittweisen Start mit Kernfunktionen. Gemeinsam mit der EACB und der European Banking Federation ließ die ESBG die Kosten für Banken von PwC schätzen, und die Studie vom Juni 2025 beziffert die Umstellungskosten im Euroraum auf bis zu 18 Milliarden Euro.

Die drei Bankenverbände nennen sich European Credit Sector Associations und unterstützen auch private europäische Zahlungslösungen. Im Oktober 2026 begrüßten sie die Gründung des European Network for Payments, das Bancomat, Bizum, EPI mit Wero, SIBS mit MB WAY und Vipps MobilePay verbinden soll. Diese Dienste zählen rund 130 Millionen Nutzer in 13 europäischen Ländern.

Geldwäsche, MiCA und Bankenregeln

Die ESBG beantwortet Konsultationen der EU-Behörden für ihre Mitglieder und fordert verhältnismäßige Regeln für kleinere, regional verankerte Banken. 2026 äußerte sie sich mehrfach gegenüber der neuen Anti-Geldwäschebehörde AMLA, etwa zur Kundensorgfalt, zur laufenden Überwachung und zum Format von Verdachtsmeldungen. Außerdem antwortete die ESBG auf die Überprüfung der Kryptoverordnung MiCA und auf Konsultationen der Europäischen Bankenaufsicht zum vereinfachten Meldewesen.

Retail Banking Conference und Events

Die ESBG Retail Banking Conference bringt die Mitglieder in Brüssel mit Abgeordneten des Europäischen Parlaments und Vertretern von Europäischer Kommission und Europäischer Zentralbank zusammen. Die Panels der Ausgabe 2025 behandelten Zahlungsverkehr und digitalen Euro, die Spar- und Investitionsunion und bezahlbares Wohnen. Dazu veranstaltet die ESBG Spotlight-Events, Webinare und die Preisverleihung der European Stock Market Learning Initiative für Schüler.

Adresse in Brüssel

Das gemeinsame Sekretariat von WSBI und ESBG liegt in der Rue Marie-Thérèse 11 in 1000 Brüssel, wo auch die Retail Banking Conference und die Spotlight-Events stattfinden. Das Team dort arbeitet in Abteilungen wie Regulierung sowie Zahlungsverkehr, digitale Finanzen und Innovation, die die EU-Dossiers für die Mitglieder verfolgen.

ESBG und Finance Loop

Finance-Loop-Mitglieder verfolgen viele Dossiers, die die ESBG in Brüssel vertritt, vom digitalen Euro und Wero bis zu den neuen AMLA-Regeln und der MiCA-Überprüfung. Finance Loop bespricht diese Fragen im Track Zahlungsverkehr und digitales Geld, bei Events in Frankfurt und anderen europäischen Städten.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.

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